Mühlkreisbahn fährt künftig auf Normalspur mit leichteren Fahrzeugen bis zum Hauptbahnhof

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 05.10.2016 16:14 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Nachdem mehr als 20 Jahre lang über die Mühlkreisbahn und deren Zukunft als City S-Bahn, als Regioliner oder RegioTram diskutiert wurde, hat Verkehrslandesrat Günther Steinkellner mit der vergleichenden Systemstudie jetzt einen vorläufigen Schlussstrich gezogen. Deren Ergebnis: Die Regionalbahn soll auf Normalspur erhalten bleiben, eine Anbindung an den Linzer Hauptbahnhof soll mit leichteren, straßenbahnverträglichen Fahrzeugen ermöglicht werden. Wie weit die Mühlkreisbahn ins Obere Mühlviertel fährt, bleibt allerdings auch mit Vorliegen der Studie noch offen.

Eins steht für den FP-Landesrat Günther Steinkellner fest: „Die nun präsentierte Lösung ist ein Zukunftskonzept. Wenn wir dieses nicht umsetzen würden, täte es mir leid für den öffentlichen Verkehr und für alle Staugeplagten.“ Ziel der Studie war, eine objektive, fachliche und abschließende Grundlage für die weitere politische Entscheidungsfindung vorzulegen. Steinkellner ist zuversichtlich, dass das Ergebnis einen politischen Konsens und einen baldigen Grundsatzbeschluss im oö. Landtag zulässt.

Leicht-Zug auf Normalspur

Wie soll nun die neue Mühlkreisbahn ausschauen? Peter Schoop von der beauftragten Metron Verkehrsplanungs AG erklärt das Grobkonzept, das machbar und zukunftsfähig ist: Die Mühlkreisbahn bleibt auf Normalspur und wird auf der zweiten Schienenachse über die neue Donaubrücke bis zum Hauptbahnhof verlängert. Ab der Brücke ist ein Dreischienen-Gleis notwendig, das sowohl für den Zug, als auch für die Straßenbahn geeignet ist. Das sei ohne Erweiterung des geplanten Brückenquerschnitts möglich, so Schoop. „Wir schaffen somit eine neue Direktverbindung nach Linz Ost und zum Hauptbahnhof. Voraussetzung dafür sind allerdings leichtere, straßenbahnverträgliche Fahrzeuge für die Mühlkreisbahn“, informiert der Experte. Solche Zweisystem-Fahrzeuge, die „sehr nahe an einer Vollbahn sind“, hätten sich schon in anderen Ländern bewährt.

Peter Schoop plädiert außerdem auf jeden Fall für die Optimierung des Umsteigeknotens in Urfahr, der „sehr unattraktiv“ ist.

Günstiger als Umspurung

Ein Zeitplan bleibt aber nach der Präsentation der Studie ebenso offen, wie die Kosten für das Projekt. Nur soviel: Die bisher diskutierte RegioTram mit Umspurung wäre auf jeden Fall teurer als die jetzt präsentierte Variante. „Diese lässt außerdem eine Mitfinanzierung durch den Bund zu und auch einen Betrieb bis zum Endbahnhof Aigen-Schlägl“, ergänzt Günther Steinkellner. Ob die Attraktivierung der Strecke bis rauf ins Obere Mühlviertel allerdings finanzierbar ist, ist eine andere Frage.

Stefan Holzer von der Abteilung Gesamtverkehrsplanung und öffentlicher Verkehr, meint dazu: „Wir führen schon seit längerer Zeit Verhandlungen mit den ÖBB bezüglich der Attraktivierung der Strecke. Denn eine Bahn hat nur Zukunft, wenn wir sie aufwerten“, spricht er Geschwindigkeit, Takt oder Kreuzungspunkte an. Das Land bekennt sich zur Mühlkreisbahn als notwendige Alternative zum motorisierten Individualverkehr.

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Thomas Pühringer bekam eine kalte Dusche vom Mikromann

Thomas Pühringer bekam eine kalte Dusche vom Mikromann

ST. JOHANN. Mit einem Kübel Wasser am Kopf begann der Tag von Thomas Pühringer von der Malerei Schaubmaier. Er und das Firmenteam nahmen am härtesten Mitarbeiter-Quiz aller Zeiten teil. weiterlesen »

Zwei Goldene, zwei Bronzene nach einer perfekten Olympiade

Zwei Goldene, zwei Bronzene nach einer perfekten Olympiade

SARLEINSBACH/ALTENFELDEN. Mit dem Glücksengerl im Gepäck sind die Arcus-Sportler zu den Special Olympics Winter Games gefahren – mit Edelmetall kehrten sie heim. weiterlesen »

Pendler-Situation: Plattform mobilisiert gegen Parkgebühren am Urfahrmarkt

Pendler-Situation: Plattform mobilisiert gegen Parkgebühren am Urfahrmarkt

BEZIRK ROHRBACH. Es braucht zuerst Alternativen und vor allem Park&Ride-Anlagen, bevor am Urfahrmarktgelände Parkgebühren eingehoben werden – das verlangen die Vertreter der Initiative Der Stau hat ... weiterlesen »

Letzte Möglichkeit zur Diplom-Ausbildung an der Rohrbacher Krankenpflegeschule: Bewerbung bis 21. April möglich

Letzte Möglichkeit zur Diplom-Ausbildung an der Rohrbacher Krankenpflegeschule: Bewerbung bis 21. April möglich

ROHRBACH-BERG. Noch bis 21. April läuft die Bewerbungsfrist für die klassische Diplomausbildung in der Krankenpflege. Diese wird heuer zum letzten Mal angeboten, bevor auf den neuen Ausbildungsmodus ... weiterlesen »

Ski-Schulbundesmeisterschaften: Niederwaldkirchner Girls holten die Silbermedaille

Ski-Schulbundesmeisterschaften: Niederwaldkirchner "Girls" holten die Silbermedaille

NIEDERWALDKIRCHEN/BEZIRK. Neben dem zweiten Platz des Mädchenteams der SNMS Niederwaldkirchen zeigten auch die anderen Schulteams, dass die Mühlviertler keine Flachland-Skifahrer sind. weiterlesen »

Judo-Bundesliga: UJZ holt Auftaktsieg gegen Wels

Judo-Bundesliga: UJZ holt Auftaktsieg gegen Wels

BEZIRK/WELS. Gehörig spannend machte es das UJZ Mühlviertel im Oberösterreich-Derby gegen Multikraft Wels. Nach 5:2-Pausenführung gewann man mit 8:6. weiterlesen »

The Royal Bäcker Hall: Benefiz-Jamsession für Bildung vor Ort

The Royal Bäcker Hall: Benefiz-Jamsession für Bildung vor Ort

ST. VEIT. Eine Benefiz-Jamsession für eine Schule in einem Flüchtlingslager im Libanon steht am Samstag, 1. April, 19 Uhr, in der Bäckerei Hörschläger am Programm. weiterlesen »

Rohrbach-Berg gibt Verkehrskonzept in Auftrag

Rohrbach-Berg gibt Verkehrskonzept in Auftrag

ROHRBACH-BERG. Um die Verkehrssituation im Stadtzentrum zu optimieren, lässt die Stadtgemeinde ein Verkehrskonzept erstellen. Der Beschluss dazu fiel einstimmig bei der letzten Gemeinderatssitzung. weiterlesen »


Wir trauern