Offener Brief an Bischof nach Abgang von Domorganist Robert Kovács

Christoph Breitenfelder, Leserartikel, 23.07.2015 14:06 Uhr

EISENSTADT. Mit einem von rund 40 Personen unterzeichneten offenen Brief an Bischof Ägidius Zsifkovics reagieren Christian Leitgeb und Peter Buzanits auf das Ausscheiden von Robert Kovács als Domorganist. Laut den Initiatoren des offenen Briefes sei Kovács zur einvernehmlichen Auflösung seines Dienstverhältnisses gezwungen worden (bei sonstiger Kündigung). Sie orten eine „künstlerische Bankrotterklärung“ und wollen ein klärendes Gespräch mit den kirchlichen Entscheidungsträgern. Die Diözese widerspricht dieser Darstellung, vielmehr habe Kovács Ende Mai bei der Personalabteilung der Diözese Eisenstadt (Generalvikar) um einvernehmliche Auflösung seines Dienstverhältnisses ersucht.

„Dem wurde mit Einverständnis der Dompfarre (Dompfarrer) entsprochen und wurde in Folge – als kirchlicher Formalakt parallel zur arbeitsrechtlichen Auflösung – das Enthebungsdekret des Herrn Diözesanbischofs ausgestellt. Dies geschieht immer, wenn eine diözesane Funktion (eines Laien oder Geistlichen) beendet wird. Von einer Enthebung im Sinne einer arbeitsrechtlichen “Kündigung„ kann keine Rede sein“, heißt es in einer Stellungnahme von Dominik Orieschnig, Pressesprecher der Diözese, auf Anfrage von Tips. Die Initiatoren wiederum argumentieren mit einem „künstlerischen Aderlass in der Kirchenmusik der Diözese. Nun wurde auch der letzte anerkannte Musiker, der von der Diözese angestellt war, aus seiner Position gedrängt“, heißt es in dem offenen Brief. Die Initiatoren würden Kovács und seine Arbeit außerordentlich schätzen, weshalb die Entscheidung für sie nicht nachvollziehbar sei.

Diözese: Niemand muss sich um Qualität der Dommusik sorgen

Dem Vorwurf des „künstlerischen Aderlasses“ entgegnet Orieschnig: „Das Ausscheiden von Herrn Mag. Kovács als für einen Teil der Gottesdienste im Dom zuständigen Organisten bedeutet keinerlei Abbruch für die hohe Qualität der Dommusik Eisenstadt, die mit jährlich über hundert (!) musikalisch besonderen Gottesdienstgestaltungen (unter Teilnahme von zahlreichen anderen Organisten, Chor, Vokal-Substituten, Solisten, Haydn-Orchester etc.) unter ihrem Dommusikdirektor Mag. Thomas Dolezal eine nachweislich noch nie dagewesene Höhe und Dichte erreicht hat. Sogar Gastauftritte des Eisenstädter Domchores im Stephansdom und an der Wiener Kaisergruft im Vorjahr waren die Folge. Sorgen um die Dommusik, wie die Unterzeichner des Briefes sie zu haben scheinen, braucht man sich also nicht zu machen, wenn man nur ein bisschen was von Musik versteht und sich das beeindruckende Programm der Dommusik unvoreingenommen vor Augen führt.

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Kommentare

  1. Peter Buzanits 24.07.2015 11:03 Uhr

    Reaktion der Initiatoren - Mit großer Verwunderung haben wir die Stellungnahme des Bischofshofes zur Kenntnis genommen, welche anfragenden Journalisten offenbar gegeben wird. Die äußerst interessante Interpretation, dass die hohe Quantität an kirchenmusikalischen Darbietungen ein Beweis für die hohe Qualität sein müsse, wollen wir einmal so dahingestellt lassen. Sprachlos hat uns dagegen gemacht, dass anfragenden Journalisten offenbar unverfroren vorgelogen wird, Robert Kovacs hätte seine Position aus eigenem Wunsch aufgegeben. Eine Aussage, die aufgrund der gegenteiligen Darstellung von Mag. Kovacs selbst an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Wir hoffen sehr, dass diese Unwahrheit ohne die Kenntnis des Diözesanbischofs verbreitet wurde und dass aus dem Bischofshof ehebaldigst eine Richtigstellung erfolgen wird. DI Peter Buzanits

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