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Sozialservice: Nur keine Scheu, in Notlagen um Hilfe zu bitten

Tips Redaktion   Karin Wansch aus Freistadt, Tips Redaktion, erstellt am 20.06.2012, 11:00 Uhr


Die Landschulwoche der Kinder steht bevor, eine Zahnspange ist dringend notwendig – auch für normal verdiendende Familien sind diese Aufwände kein Klacks; mit 700 Euro im Monat sind sie eine immense Hürde. Aber auch kleine Summen, wie die Erhöhung der Stromkosten, können existenziell werden  

BEZIRK FREISTADT. Seit 15 Jahren unterstützt das Sozialservice Menschen mit finanziellen oder sozialen Problemen und hilft bei Anträgen aller Art. Was mit einem Pilotprojekt in Freistadt begann, hat sich in dieser Zeit auf ganz Oberösterreich ausgedehnt. Auch wenn vieles erreicht wurde, hat sich eines nicht geändert: Die Schmerzgrenze muss nach wie vor hoch sein, damit Menschen um Hilfe bitten. Und: Die finanziellen Sorgen der Bevölkerung werden immer mehr.
„Es wäre vieles nicht notwendig, wenn die Leute früher zu uns kämen“, sagt Geschäftsführerin Barbara Tröls. Aber der Schmerzpegel muss noch immer hoch sein, damit Menschen in Notsituationen Hilfe suchen: Familienväter, die ihre Arbeit verloren haben und nicht nur finanziell, sondern auch psychisch überfordert sind; Alleinerzieherinnen mit zahlungsunfähigen Kindsvätern; Mindestpensionisten ohne finanziellen Polster, wenn eine unvorhergesehene Investition ansteht; Arbeitnehmer, denen die Invaliditätspension nicht genehmigt wird; pflegende Angehörige, die sich nicht trauen, mobile Dienste in Anspruch zu nehmen, weil die Nachbarn reden könnten. Irgendwann kommt der Knackpunkt: Der Kontostand rasselt ins Minus, die Behördenbriefe stapeln sich, die Landschulwoche, die Zahnspange ist mit 700 Euro im Monat einfach nicht finanzierbar und vor allem der seelische Druck wird unerträglich.

Finanzielle Beratung gehört zu den Hauptaufgaben des Sozialservice, aber: „Das Wichtigste ist es, sich Zeit für die Leute zu nehmen, sie ausreden zu lassen und ihnen gut zuzureden“, sagt Tröls. „Das sind sie oft nicht mehr gewohnt. Heutzutage muss ja alles schnell gehen.“

Meilensteine in 15 Jahren

Eine zentrale Anlaufstelle im Sozialbereich – dieser Wunsch kam vor 15 Jahren bei einer Umfrage aus Bevölkerung und aus den Institutionen. In Freistadt wurde ein landesweites Pilotprojekt gestartet, aus dem 66 Beratungsstellen hervorgingen; drei davon (Freistadt, Pregarten, Unterweißenbach) im Bezirk. 1500 Beratungen finden dort jährlich statt. Besonders stolz ist Tröls auf die gute Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen der Region. Mit dem Sozialforum wurde eine gemeinsame Plattform geschaffen, wo dieses Netzwerk mit mehr als 30 Institutionen regelmäßig gepflegt wird.

Ein weiterer Erfolg ist der Integrationsstammtisch für beeinträchtigte Jugendliche, die sogar aus dem Salzkammergut den Weg ins Mühlviertel auf sich nehmen, weil es dieses Angebot, einmal ohne die Eltern fortzugehen, so selten gibt. Nicht mehr wegzudenkenden sind auch die beiden Sozialmärkte, die weit über den Geschäftscharakter hinausgehen: Viele Sorgen und Probleme kommen dort ans Tageslicht und stoßen nicht nur auf ein offenes Ohr, sondern auch auf die richtige Kontaktadresse.
 
Kontakt
Das Sozialservice Freistadt (Filialen in Unterweißenbach und Pregarten) ist Ansprechpartner bei finanziellen Sorgen und Familienproblemen, bei Fragen zu mobilen Diensten für die Pflege und unterstützt bei Anträgen jeder Art. Die Beratung ist anonym und kostenlos.Terminvereinbarung: Sozialservice Freistadt, Hessenstraße 13, Tel. 07942/77778, www.sozialservice.at
 

 



 

 
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Sozialservice: Nur keine Scheu, in Notlagen um Hilfe zu bitten

„Es wäre vieles nicht notwendig, wenn die Leute früher zu uns kämen“, sagt Geschäftsführerin Barbara Tröls. Aber der Schmerzpegel muss noch immer hoch sein, damit Menschen in Notsituationen...
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