Fotoserie: Die Arbeitswelt im Bild

Karin Wansch, Leserartikel, 01.08.2012 16:34 Uhr

FREISTADT. Zum Abschluss der Serie historischer Fotografien soll ein Einblick in Kaspar Obermayrs fotografisches Schaffen in Bezug auf das bäuerliche Arbeitsleben gegeben werden. Bilder von Menschen bei der Verrichtung ihrer Arbeit sind selten, obwohl viele der Freistädter im landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich tätig waren.von FLORA FELLNER

Diese Sparte der Fotografie blieb von Berufsfotografen meist wenig beachtet, weil damit kaum Geld zu verdienen war – außer es handelte sich um spezielle Auftragsarbeiten (vgl. dazu die Ausgabe 21: die Pflasterarbeiten wurden übrigens vom 1. 9. bis zum 15. 11. 1934 in Pfarrgasse und Hauptplatz durchgeführt, wie inzwischen durch einen Eintrag aus dem Stadtarchiv belegt werden konnte). Die tägliche Arbeitskleidung kam im Normalfall für Porträts nicht in Frage. Dies hing mit dem Selbstverständnis der Fotografierten zusammen; die tägliche Erwerbsarbeit und die zum Beruf gehörenden Anstrengungen sowie die damit assoziierte Alltäglichkeit sollten nicht im Bild wiedergegeben werden. Es sollte der Status des Kleinbürgers abgebildet werden. Auch Aufnahmen von Betriebsstätten oder Belegschaften zeigen gut gekleidete Gruppen von Arbeitern, wobei nur Werkzeuge oder mit aufgenommene Produkte auf die Berufe der Abgebildeten schließen lassen. Meist wurden Aufnahmen der ländlichen Arbeit eher beiläufig neben der sonstigen Tätigkeit während Ausflügen aufgenommen. So entstanden Fotografien, die auf dem Feld arbeitende Menschen zeigen.   Land(wirt)schaft zwischen Idylle und Ideologie   Kaspar Obermayr legt, wie auch bei diesem Bild deutlich wird, den Fokus auf die Wirkung des Gesamtbildes. Die Menschen sind zu weit entfernt um sie identifizieren zu können. Er bezieht einen Standpunkt von dem aus der Bergfried von Freistadt sichtbar ins Bild gerückt wird und rahmt die Arbeiter durch die Bäume links und rechts sowie das unscharfe Feld im Vordergrund ein. Dieses Bild ist typisch für seine Arbeitsweise. Allgemein ist festzustellen, dass erst im 20. Jahrhundert der manuell Arbeitende in bildlichen Darstellungen thematisiert wurde. Ab dieser Zeit stieg das Interesse an der bäuerlichen Kultur und Arbeitsweise stetig. Das Interesse gipfelte während der Zeit des Nationalsozialismus schließlich in der ideologischen Überhöhung des Ländlichen. Dieser Art Aufnahmen finden sich im Bestand Obermayr nur wenig, sein bevorzugtes Sujet waren Landschaften ohne Menschen.       Tips-Gastautorin Flora Fellner hat Ethnologie in Wien studiert und sich in ihrer Diplomarbeit mit der kulturwissenschaftlichen Bearbeitung historischer Fotografien am Beispiel Kaspar Obermayrs beschäftigt. Alle Texte und Bilder ihrer Fotoserie findet man auf der Homepage der jungen Freistädterin: www.florafellner.at

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