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BRAUCHTUM: Warum wir Weihnachten feiern

  Jonathan Mittermair aus Pettenbach, Oberosterreich, Austria, erstellt am 20.12.2011, 18:04 Uhr


Zu Weihnachten wird die Geburt von Jesus Christus vor über 2000 Jahren gefeiert. (Foto: Christoph Mittermair)

Die Heilige Familie (Foto: Christoph Mittermair)

Diakon Christoph Mittermair (Foto: Christoph Mittermair)  

PETTENBACH. Dieses Wochenende ist endlich Weihnachten. Alles dreht sich um Geschenke, Christbaum, gutes Essen und Familienfeiern. Aber warum feiern wir eigentlich Weihnachten? Tips sprach mit Diakon Christoph Mittermair (51) über den tieferen Sinn von Weihnachten.
Christoph Mittermair aus Pettenbach ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften und seit 30 Jahren in der Seelsorge tätig. 2010 wurde er zum Diakon (siehe Infobox) geweiht und ist im Seelsorgeraum des Stiftes Kremsmünster ehrenamtlich tätig. Im Gespräch mit Tips-Redakteur Jonathan Mittermair gibt er Antworten auf die spannendsten Fragen rund um Weihnachten.
Der Adventkranz
„Im Jahr 1839 hatte der evangelische Theologe Johann Heinrich Wichern (1808-81) den Adventkranz erfunden. In seinem Haus für gefährdete Jugendliche hatte er erstmals einen großen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen aufhängen lassen. Die Kerzen sollten die Ankunft Jesu, des „Lichtes der Welt“ symbolisieren. Ab 1860 wurde dieser Kranz dann mit Tannenzweigen geschmückt. Nach 1900 kommt der Adventkranz aus dem protestantischen Norden langsam in den katholischen Süden. Nach 1950 findet er große Verbreitung im ganzen deutschsprachigen Raum.“
Der Christbaum
„Das aufsteigende Licht des Adventkranzes lehrt uns das Warten. Erst am 24. Dezember, wenn das Fest beginnt, wird die Nacht mit vielen Lichtern des Baumes hell erleuchtet. In den Straßen und Gärten sollten die Christbäume eigentlich erst zu Weihnachten erstrahlen. Der Christbaum ist wie der Adventkranz ein „junger Brauch“. Früher war es üblich, sich im Winter etwas Grünes in die Stube zu holen: Zweige von Tannen, Fichten oder Föhren. Erst um 1600 stellt man in Straßburg zu Weihnachten erste Tannenbäume in den Stuben auf. Die Kerzen kommen erst im 18. Jahrhundert dazu. In Österreich beginnt der Christbaum dann ab 1830 seinen „Siegeszug“. Der Christbaum symbolisiert Jesus, „das Licht der Welt“. In seinem Kommen in Betlehem leuchtet die Liebe Gottes, des Vaters so hell, dass selbst die dunkelste Nacht, die wir manchmal im Lauf des Lebens erfahren müssen, nicht finster und aussichtslos bleibt.“
Die Christmette
„‚In der Mitte der Nacht beginnt der neue Tag‘, verkündete der selige Papst Johannes Paul II. (1920-2005). Die Christmette um Mitternacht von 24. auf 25. Dezember ist der Höhepunkt der weihnachtlichen Liturgie. Das Wort „Mette“ stammt von „Matutin“, dem nächtlichen Stundengebet in den Klöstern. Wenn der Mensch sich auf sich selbst verlässt, kann es um ihn herum manchmal sehr dunkel werden. Durch das Kommen Jesu kann unser Leben mit ehrlichem Frieden, echter Freude und mit neuer Hoffnung erfüllt werden, wenn wir es zulassen."
Die Weihnachtskrippe
„Im Bestreben, das Weihnachtsgeschehen bildhaft zu gestalten, entstanden im Mittelalter plastische Darstellungen der Anbetung des Kindes durch die Hirten und Weisen aus dem Morgenland. Im 16. Jahrhundert, gefördert von den Jesuiten, zogen die Weihnachtskrippen allgemein in den Kirchen ein. Kaiser Josef II. (Regierungszeit 1764-90) untersagte mit seinen Reformen das Aufstellen solcher Krippen, worauf sie in die Häuser der Familien „abwanderten“. So kam „das Kripperl“ in die Wohnungen.“

Das Weihnachtsevangelium (Lukas 2, 1-14)
„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (aus: Die Bibel)
Info: Was ist ein Diakon?
Übersetzt bedeutet es so viel wie „Diener“. Ein Diakon wird vom Bischof geweiht. Er assistiert dem Priester bei der heiligen Messe und kann die Predigt halten. Er spendet die Taufe, ist Zelebrant bei Hochzeiten und kann Begräbnisse leiten. Vor allem aber soll ein Diakon dort sein, wo die Menschen sind, besonders bei ihren Sorgen und Nöten.
Fotos: Christoph Mittermair
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