Schmugglerserie: Eine Schmuggler-Niederlassung in Bayern
Ein bekannter Schwärzer: der Weber von Gollnerberg
GRENZLAND. Das Dorf Kriegwald liegt hart an der Bayerngrenze. Dort stand zwar eine Zollkaserne, aber der Grenzübergang für die Region war in Kohlstatt.
Die Mutter von Christine Seidnader lebte einst dort bei den Mundl-Großeltern. Ihr Onkel betrieb eine Hausweberei jenseits der Grenze in Gollnerberg. Die bayerischen Grenzwächter kehrten gern bei ihm auf ein Stamperl ein. Oder ahnten sie, dass er die Schwärzer-Niederlassung der Österreicher war?
Früher als in Österreich tauchte in Bayern die Katalog-Bestellung von Kleidung auf. Der Weberonkel bestellte, was sich österreichische Frauen bei ihm aussuchten. Doch heimzu nach Österreich wären die Waren am Zollamt in Kohlstatt zu verzollen gewesen. Um sich die lästige Zollabgabe zu ersparen, schickte man die Großmutter zum Onkel nach Gollnerberg. Mit einer festen Schnur band sie so viel wie möglich um ihren Bauch. Kein österreichischer Finanzer getraute sich, von ihr zu verlangen, den langen Kittel bei der Kontrolle zu heben. Ob sie am Grenzübergang etwas vermuteten, wenn die Oma wie schwanger über die Grenze ging?
Die Einsicht der Zollwachbeamten war eine Tugend der Nächstenliebe, die nicht hoch genug einzuschätzen war. Daher murmelte die betagte Großmutter beim Verlassen der Grenz-Kontrollstelle voll Dankbarkeit: „Heut bet‘ ich für Enk a Gesetz vom Rosenkranz!“
Früher als in Österreich tauchte in Bayern die Katalog-Bestellung von Kleidung auf. Der Weberonkel bestellte, was sich österreichische Frauen bei ihm aussuchten. Doch heimzu nach Österreich wären die Waren am Zollamt in Kohlstatt zu verzollen gewesen. Um sich die lästige Zollabgabe zu ersparen, schickte man die Großmutter zum Onkel nach Gollnerberg. Mit einer festen Schnur band sie so viel wie möglich um ihren Bauch. Kein österreichischer Finanzer getraute sich, von ihr zu verlangen, den langen Kittel bei der Kontrolle zu heben. Ob sie am Grenzübergang etwas vermuteten, wenn die Oma wie schwanger über die Grenze ging?
Die Einsicht der Zollwachbeamten war eine Tugend der Nächstenliebe, die nicht hoch genug einzuschätzen war. Daher murmelte die betagte Großmutter beim Verlassen der Grenz-Kontrollstelle voll Dankbarkeit: „Heut bet‘ ich für Enk a Gesetz vom Rosenkranz!“
Die Mutter von Christine Seidnader lebte einst dort bei den Mundl-Großeltern. Ihr Onkel betrieb eine Hausweberei jenseits der Grenze in Gollnerberg. Die bayerischen Grenzwächter kehrten gern bei ihm auf ein Stamperl...
- Ihr Name *
- Ihre E-Mail *
- An *
- Ihre Nachricht
Neuen Kommentar schreiben
Um Kommentare zu verfassen, müssen Sie sich einloggen. LOGIN »
Noch keinen Account auf www.tips.at? Registrierung »
Noch keinen Account auf www.tips.at? Registrierung »
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden