Happy End für Hummel und Lauser

Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 19.04.2017 14:58 Uhr

KREMS. Seit vielen Jahren macht sich Susanne Faux aus dem Kremser Stadtteil Egelsee bereits für den Tierschutz stark. Unter anderem vermittelt sie ehrenamtlich Hunde aus einem ungarischen Tierheim nach Österreich. Ein Happy End gab es beispielsweise für die beiden Mischlinge Hummel und Lauser, die beim Kremser Unternehmer-Ehepaar Kisling ein liebevolles neues Zuhause gefunden haben.

„Nie wieder ein Hund“. So lautete der erklärte Vorsatz von Dietlinde und Albert Kisling, nachdem ihre beiden Hunde Jonathan und Kappa aufgrund massiver Herzprobleme im Alter von 14 Jahren eingeschläfert werden mussten. Noch einmal wollte das Ehepaar einen solchen schmerzlichen Verlust nicht miterleben. Doch wie bei vielen Hundefreunden sollte dieser Vorsatz nicht lange halten. Bei Dietlinde Kisling erwachte bereits nach einigen Monaten die Sehnsucht nach einem neuen Vierbeiner. Und im Laufe der Zeit wurde schließlich auch ihr Mann schwach.

Rundmail als Auslöser

Die Suche nach einem neuen Gefährten begann. Besuche im Tierheim blieben jedoch ohne Erfolg. Da wurde Albert Kisling plötzlich auf eine Rundmail von Susanne Faux aufmerksam. Die Kremserin vermittelt schon seit geraumer Zeit Hunde aus einem ungarischen Tierheim nach Österreich und hatte auch seine Adresse in ihrem Verteiler. „In Susanne hatten wir die richtige Ansprechpartnerin“, berichtet Dietlinde Kisling. Gemeinsam machte man sich auf die Suche nach dem passenden Vierbeiner. Die ungarische Tierheimbetreiberin Aranka Rudas schlug schließlich mehrere Hunde vor, welche den gewünschten Kriterien entsprachen. Mittelgroß sollte das neue Familienmitglied sein, jung und kinderfreundlich.

Als Baby ausgesetzt

Unter den vorgeschlagenen Tieren befand sich auch die schwarze Mischlingshündin Rosi. Ihre vormaligen Besitzer hatten sie als Welpe einfach ausgesetzt. Gerade einmal sieben oder acht Wochen war sie alt, als sie ins Tierheim kam. Bei Dietlinde Kisling war es Liebe auf den ersten Blick. Und so zog die Hündin Mitte Oktober 2016 bei der Familie ein. Aus Rosi wurde schließlich Hummel – denn Dietlinde Kisling ist Imkerin aus Leidenschaft. Und die quirlige Hundedame macht ihrem Namen alle Ehre.

Wunsch nach zweitem Hund

Doch Hummel sollte nicht allzulang der alleinige Liebling des Paares bleiben. „Wir haben schon von Anfang an über einen zweiten Hund nachgedacht“, erzählt die Unternehmerin. Die Wahl fiel schließlich auf einen kleinen schwarzen Mischling, der ebenfalls schon als Baby im Tierheim von Aranka Rudas gelandet ist. Im Jänner zog er bei Kislings ein und hört seither auf den Namen Lauser. Denn er hat es faustdick hinter den Ohren...

Es war die richtige Wahl

Doch es sollte einige Zeit dauern, bis Hummel den neuen Mitbewohner akzeptierte. Mittlerweile toben die beiden jedoch gemeinsam durch die Altbauwohnung in der Innenstadt. „Ich möchte beide nicht mehr hergeben“, erzählt Albert Kisling, der mit seiner Frau eine EDV-Firma betreibt und für die SPÖ das Amt des Sport- und Umweltstadtrats bekleidet.

Großes Engagement

Erfreut über die glückliche Vermittlung ist auch Susanne Faux. Seit mehr als 30 Jahren teilt die ehemalige Magistratsangestellte ihr Leben mit Hunden. Genauso lang engagiert sie sich bereits für den Tierschutz, unter anderem 14 Jahre lang im Kremser Tierheim. Mittlerweile kümmert sie sich vor allem um Hunde in Ungarn – „weil man im Ausland noch mehr Leid sieht“. Konkret engagiert sie sich ehrenamtlich für den steirischen Tierschutzverein Nino. Mit Geld- und Sachspenden unterstützt dieser das Tierheim von Aranka Rudas und kümmert sich auch um die Vermittlung der Hunde in Österreich.

Unzählige Tierleben gerettet

Rudas hatte vor einigen Jahren erreicht, dass die Tötungsstation in ihrem Heimatort Hatvan (60 Kilometer östlich von Budapest) geschlossen wurde. Bedingung war jedoch, dass sie sich fortan selbst um die herrenlosen Hunde kümmert, die sonst dort gelandet wären. Auch dank der Unterstützung aus Österreich ist es ihr gelungen, ein Tierheim nach westlichen Maßstäben aufzubauen. Gleichzeitig betreibt sie Aufklärungsarbeit in Schulen und Kindergärten, um mehr Bewusstsein für den Tierschutz zu schaffen.

Pflegeplätze gesucht

Der Verein Nino sucht immer wieder tierliebe Menschen in Niederösterreich, die den ungarischen Hunden ein Zuhause auf Zeit geben möchten. Nicht selten passiert es, dass die „Pflegeeltern“ den Hund ohnehin nicht mehr hergeben wollen. Faux zufolge werden nur gesunde Tiere vermittelt. Wem es nicht möglich ist, ein Tier bei sich aufzunehmen, kann die Tierschützer auch mit Geld- oder Sachspenden unterstützen. Interessenten werden gebeten, sich mit Susanne Faux in Verbindung zu setzen.

 

Kontakt:

Susanne Faux

Tel. 0676/9305114

[email protected]

www.tierschutzverein-nino.com

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