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„Es musste etwas Anderes kommen“

Valerie Himmelbauer aus Linz, erstellt am 03.02.2012, 11:10 Uhr


Bestsellerautor Daniel Glattauer                              Foto: Heribert Corn  

LINZ. Nach „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ widmet sich der Wiener Erfolgsautor in seinem neuen Roman „Ewig Dein“ weiterhin der Liebe, aber in einer neuen Form. Dem 51-Jährigen gelangen zwei Bestseller, die in viele Sprachen übersetzt und als Theaterstück - auch am Linzer Landestheater - zum Erfolg wurden. Im Posthof präsentiert Glattauer am 31. Jänner zum ersten Mal sein neues Werk.
Tips: Wie ist Ihnen die Idee zu dem neuen Roman gekommen?

Glattauer: Im Gerichtssaal. Ich habe ja 20 Jahre für den „Standard“ über Strafprozesse berichtet. Da war ein Stalking-Prozess, der mir sehr nahe gegangen ist. Die junge Frau, die verfolgt wurde, war verwirrt und hatte panische Angst vor dem Angeklagten. Der war nach außen hin ein feiner Sir, rhetorisch gewandt und selbstsicher. Und trotzdem wussten alle im Saal, dass der Mann die Frau psychisch schwer unter Druck gesetzt hat. Er musste dennoch freigesprochen werden, weil die Beweise nicht ausreichten. Damals dachte ich, dass das ein spannendes Thema für einen Roman wäre.

Tips: Wollten Sie sich von „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ abheben und etwas Neues präsentieren?
Glattauer: Ich will immer etwas Neues schreiben! Neu war für mich zuvor, einen Roman, der eigentlich zu Ende gedacht war, fortzusetzen, also mit meinen Figuren Emmi und Leo, weiter in die Zukunft vorzudringen. „Alle sieben Wellen“ war eine interessante Erfahrung für mich. Danach war klar, dass wieder etwas Anderes kommen muss.

Tips: Man hört immer wieder die Gerüchte, sie wollten eigentlich keine Fortsetzung von Gut gegen Nordwind schreiben, aber das Finanzielle habe Sie überzeugt...

Glattauer: Ah so? Ich höre das Gerücht zum ersten Mal. Ich kann Ihnen mit ruhigem Gewissen sagen: An Finanzielles denke ich bei meinen Büchern nie. Außer bei der Steuererklärung. Bei „Alle sieben Wellen“ hat mich die besondere Aufgabe gereizt. Und der Erfolg von „Gut gegen Nordwind“ hat mich natürlich zusätzlich beflügelt. Ich kann jedenfalls immer nur Bücher schreiben, die mich herausfordern und in die Geschichte hineinziehen. Was den Erfolg betrifft: Ich bin noch immer nachhaltig dankbar, was meine E-Mail-Romane bewegt haben. Ich will nirgendwo anknüpfen. Schön wäre es, wenn mein neues Buch seine Fans erreicht, egal, wieviele.

Tips: Wie glauben Sie, werden die Emmi und Leo-Fans auf das neue Buch „Ewig Dein“ reagieren?

Glattauer: Emmi und Leo-Fans, die meinen Stil und meine Art zu schreiben mögen – und die nicht ausschließlich romantische Geschichten lesen, werden „Ewig Dein“ packend finden und mögen, schätze ich.

Tips: Es geht um eine sehr einseitige Liebe, die psychopathisch endet, die Dame das aber glücklicherweise erkennt, ihre Freunde und Familie jedoch nicht.

Glattauer: Wir kennen das doch alle: Wenn uns eine Freundin ihren „Neuen“ vorstellt, dann haben wir so unsere schnellen Einschätzungen. – Der passt nicht zu ihr. Der wirkt langweilig. Im Falle meines Protagonisten „Hannes“ waren sich alle Freunde einig, dass er der Richtige für Judith (die Hauptfigur im Roman) ist. Einzig sie selbst zweifelt sehr bald. Denn sie spürt etwas, das nur sie selbst spüren kann.

Tips: Warum war Ihnen dieses Thema wichtig?

Glattauer: Seit ich über das Roman-Thema rede, fällt mir auf, dass viele, viele Frauen bereits Erfahrung mit „lästigen“ Männern hatten. Dieses Gefühl des Verfolgt-Werdens ist also vielen bekannt. Natürlich nicht in dieser Dimension. Ich wollte mich in eine Frau hineinfühlen, die all diese Stufen durchläuft, von vermeintlicher Liebe über Skepsis, dem Versuch, die Beziehung abzubrechen, dem Scheitern daran, dem Gefühl, verfolgt zu werden, Ängste, Zweifel an den eigenen Wahrnehmungen, Schutzsuche und so weiter. Es war sehr aufregend und aufwühlend für mich, diesen Prozess zu beschreiben. Und ich wusste ja, dass die Geschichte letztlich gut ausgehen würde. Gut für Judith.

Tips: Eine Frage für Glattauer-Fans: Woher kommt die Aufmerksamkeit, die Sie den Hand-Innenflächen widmen? Auch im neuen Buch kommt die Stelle vor...

Glattauer: Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Möglicherweise liegt es daran, dass ich beim Schreiben ständig meine eigenen Hände vor mir habe. Und da komme ich vermutlich nicht umhin, sie immer wieder einzubauen.
Tips: Stimmt es, dass Sie die Linzer Landestheater-Produktionen von ihren Bestsellern nicht gesehen haben und warum?

Glattauer: Ja, das stimmt. Und es tut mir sehr leid, dass es sich noch nicht ergeben hat. Ich habe viel Positives darüber gehört. Es ist allerdings so, dass es schon mehr als 50 Theaterproduktionen meiner E-Mail-Romane gibt, auch im Ausland. Es ist mir leider nur möglich, einige wenige davon zu sehen.

Tips: Können Sie sich vorstellen, dass „Ewig dein“ auch zum Theaterstück wird oder verfilmt wird?

Glattauer: Bei „Ewig Dein“ kann ich mir eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Schon beim Schreiben hatte ich immer wieder Filmszenen vor mir. Es werden sicher Filmangebote kommen, und ich bin schon sehr gespannt, ob etwas dabei ist, das mich interessiert.
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„Es musste etwas Anderes kommen“

Tips: Wie ist Ihnen die Idee zu dem neuen Roman gekommen?Glattauer: Im Gerichtssaal. Ich habe ja 20 Jahre für den „Standard“ über Strafprozesse berichtet. Da war ein Stalking-Prozess, der mir sehr nahe...
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