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Friedliches Kunstprojekt auf dem Weg durch ganz Oberösterreich

Tips Redaktion   Valerie Himmelbauer aus Linz, Tips Redaktion, erstellt am 11.07.2012, 10:00 Uhr


Thomas M. Mayrhofer beim Anbringen seiner Botschaft: „PeacePlease“  

LINZ/OÖ. Wenn in nächster Zeit in oberösterreichischen Gemeinden und Linzer Geschäften der Schriftzug „PleasePeace, PeacePlease“ den Eingangsbereich ziert, hat das eine besondere Bedeutung. Das Kunstprojekt von dem international bekannten Künstler Thomas M. Mayrhofer soll die friedliche Botschaft in öffentliche sowie private Räume transportieren.
Bei der letzten Ausstellung von Thomas M. Mayrhofer in der Galerie Wels mit dem Titel „Adam und Eva auf der Suche nach“ wurde die Idee zum aktuellen Kunstprojekt „PeacePlease, PleasePeace“ geboren. Aus Industrieprodukten, deren Inhalt er verändert und zu Kunstprojekten kreiert, verbindet Mayrhofer Plastik, Malerei, Grafik und Architekur zu einer eigenständigen Kunstform. Ein Schild mit dem spiegelndem Schriftzug „Please Peace“ wurde bei der Welser Ausstellung an der Wand montiert und weckte bei den Besuchern großes Interesse. Auf der Rückseite des Schriftzuges entdeckt man bei genauerem Hinsehen Miniatursoldaten mit Gewehren und Kampfausrüstung. „Als ich bemerkte, welche Emotionen meine Installation bei meinen Besuchern hervorrief, wusste ich ‚Das ist es jetzt‘. Die Idee zu dem Projekt ‚PleasePeace‘, ‚PeacePlease“ war geboren“, so der Künstler. Der Schriftzug, der von einer Schlange, die sich schlängelt und windet, geschrieben zu sein scheint, lässt viele Metaphern zu der Geschichte des Paradieses und dem ersten Sündenfall offen. Viel wichtiger ist dem Künstler - der seine Kindheit in Ansfelden verbracht hat und in Linz seine erste Künstlergalerie eröffnete - aber die friedliche Botschaft, die im Hintergrund mitschwebt, unters Volk zu bringen. „Ich hatte schon immer ein Problem mit Streit und finde, dass man sich alles ausdiskutieren kann und friedlich seine Fronten klarstellen sollte“, erzählt der Künstler von seiner Überzeugung und fügt hinzu: „Wenn man viel herumreist, weiß man, dass dort wo Friede gelebt wird, sich auch wirkliche Hochkultur entwickeln kann. Im Grunde sollten wir unser friedliches Land schätzen - das ist das größte Geschenk“, sagt Mayrhofer. Vom friedlichen Zusammenleben bis zum globalen Bewusstsein erstreckt sich Mayrhofers Friedensgedanke: „Ich will zwar kein Weltverbesserer sein, aber ich bin mir sicher, mein Ansatz ist der Gewinn des Tages“, lädt Mayrhofer zu seinem Projekt ein.

Globales Thema
 
Eine oberösterreichische Übersetzung von „PleasePeace oder PeacePlease“, das den Grundgedanken des Friedens, der ein gemeinschaftliches Zusammensein möglich macht, transportiert, hätte zu dem globalen Thema Friede nicht gepasst. „Es ist ein globales Thema, ein globaler Gedanke, den man nur über eine einheitliche Weltsprache wie Englisch transportieren kann. Außerdem soll der Schriftzug als Ganzes eine Symbolik entwickeln und für die Botschaft stehen, egal welche Sprache man spricht“, erzählt Mayrhofer von seinem Projekt. „Wichtig war es mir mit meinem Kunstprojekt und der Message dahinter möglichst viele Leute anzusprechen. Und daher entschied ich mich in Zusammenarbeit mit Michaela Grininger - meiner weiblichen Seite des Hirns - hinauszugehen und die Gemeinden Oberösterreichs anzuschreiben und meinen Schriftzug in Form von Stickern mit Spiegelfolie auszustatten. Mit dem Aufkleben bringen die Gemeinden die friedliche Botschaft in den Eingangsbereich ihres Gebietes und zeigen, wie wichtig ein friedliches Zusammenleben ist“, so Mayrhofer.
Mittlerweile haben sich nicht nur mehr als 30 Gemeinden aus Oberösterreich beteiligt, sondern auch eine Kooperation mit Geschäften in der Linzer Innenstadt, wie EZA und Vega Nova - die sich und ihre Produkte dem Inhalt der Botschaft verschreiben - sind bereits mitten in der Durchführung, sowie eine Kooperation mit dem Fußmattenhersteller Eder Matten in der Phase der Umsetzung. Auch den privaten Eingangsbereich in seinem Atelier und Wohnort „Arthof“ in St. Konrad ziert das Schriftbild. „Ich glaube, dass die tägliche Erinnerung an ‚PleasePeace oder PeacePlease‘ wichtig ist, schließlich wird vieles suggestiv über das Unterbewusstsein transportiert“, so Mayrhofer.

Betrachter als Teil des Werkes

Für die verspiegelte Oberfläche auf dem Schriftzug zum Kleben, wie auch auf dem Kunstwerk selbst, hat sich Mayrhofer bewusst entschieden. „Der Betrachter soll Teil meiner Kunstwerke werden, und durch den Spiegel erfolgt das am besten. Er soll Raum für eigene Interpretationen haben und bewusst oder unbewusst eine persönliche Assoziation herstellen und integrieren.“ Auch Privatpersonen können den Sticker über Facebook zum Produktionspreis bestellen und dem Künstler anschließend ein Foto des angebrachten Stickers zukommen lassen. Aus den zusammengefügten Fotos soll die nächste Stufe der Installation entstehen, das nächste Kunstwerk. Zum ersten Mal habe er mit diesem Projekt ein Kunstwerk initiiert dessen Ende er bis jetzt nicht kenne - alles sei möglich. „Normalerweise weiß ich genau, was ich mache. Diesmal lasse ich andere mitbestimmen. Wer weiß, vielleicht wird der Schriftzug einmal auf einem Gebäude zu sehen sein, oder er geht um die ganze Welt, ich bin gespannt“, so Mayrhofer.
 
GEMEINDEN

Feldkirchen/Donau, Munderfing, Reichenthal, Kematen/Innbach, Klaffer am Hochficht, Oberschlierbach, Taufkirchen an der Pram, Hofkirchen im Traunkreis, Reichenau im Mühlkreis, Bad Goisern/Hallstättersee, Ohlsdorf, St. Martin/Innkreis, Hochburg-Ach, Überackern, Gramastetten, Putzleinsdorf, Hellmonsödt, Vöcklabruck, Vorchdorf, Rohrbach, Info: www.facebook.com/kunstprojektpleasepeace
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