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„Ich möchte echt wirken, werde auch sicher nicht viel mit der Krawatte unterwegs sein."

  Christian Bernacki aus Linz, erstellt am 16.05.2012, 16:41 Uhr


Reinhold Entholzer beerbte Hermann Kepplinger als SP-Verkehrslandesrat  

LINZ/STEEGEN. Am 10. Mai wurde der 52-jährige gebürtige Peuerbacher und in Steegen lebende Reinhold Entholzer (SP) als neuer Verkehrslandesrat angelobt. Im Tips-Interview verrät der Nachfolger von Hermann Kepplinger seine Ziele im neuen Amt.
Tips: Wie groß war bei Ihnen so das „Kribbeln“ vor dem Start? Und wie haben Sie die ersten Tage im Amt begangen?

Reinhold Entholzer: In den ersten Tagen war ich wenig im Büro, sondern draußen, habe viele Gespräche geführt und dabei auch geschaut, die Kontakte von Hermann Kepplinger aufrecht zu erhalten. Ich kann auch das Büro personell so übernehmen, das sorgt für Kontinuität. Gerade im Öffentlichen Verkehr hat man es ja immer mehr mit langfristigen Projekten zu tun.
Tips: Welche Vorhaben gerade im Verkehrsbereich wollen Sie von Hermann Kepplinger definitiv fortführen?

Entholzer: Die Ansage vom Hermann Kepplinger, den motorisierten Individualverkehr prozentuell zu senken, ist ein ambitioniertes Programm, das ich voll unterstreiche. Derzeit halten wir bei 62 Prozent, wir wollen das bis zum Jahr 2025 auf 60 Prozent reduzieren. Das wird nicht einfach sein. Wir wollen das aber etwa besser lösen als Niederösterreich. Wir haben den Auftrag, eine flächendeckende Versorgung aufrecht zu erhalten, die Erhaltung der Nebenbahnen spielt hier eine ganz wichtige Rolle. Auch die Verlängerung der Bim nach Traun werden wir weiterziehen.

Tips: Eine rasche Entscheidung muss demnächst auch bei der Mühlkreisbahn fallen.

Entholzer: Richtig. Die Frage dort wird sein, wie kommen wir durch die Stadt Linz durch, um den Lückenschluss zum Hauptbahnhof zu finden. Der Zuwachs bei den Fahrgästen würde alleine dadurch 30 Prozent betragen. Dafür brauchen wir auch eine zweite Schienenachse durch Linz.

Tips: Mit der zweiten Schienenachse und der Eisenbahnbrücke hat Linz zwei brennende Verkehrs-Projekte. Werden Sie hier auf die Stadt zugehen oder warten Sie auf ein Lebenszeichen?

Entholzer: Man könnte den Hausverstand ausschalten und sagen, kompetenzmäßig geht uns das nichts an, aber das wird nicht wirklich zielführend sein. Es ist auch für alle Pendler wichtig, dass es einen innerstädtischen funktionierenden Verkehr gibt. Eines meiner ersten Gespräche wird deshalb mit der Stadt Linz und den Linzlinien sein, um einmal herauszufinden, in welche Richtung können wir gemeinsam gehen. Was machbar ist, schauen wir auch umzusetzen.

Tips: Es hieß zuletzt ja oft, diese Funktion wäre für Sie die Vorstufe zur Landes-Parteiführung als Nachfolger von Josef Ackerl.

Entholzer: Das wäre doch ein sehr großer Sprung. Ich war bis 1. Mai Fraktionsobmann der Gemeinde Steegen mit 2200 Einwohnern. Ob das dafür reicht, die Landespartei zu übernehmen, weiß ich nicht. Ich schau erst mal, dass ich meine Aufgaben als Landesrat gut meistern kann.

Tips: Sie hegen die große Vision, mitzuhelfen, eine „bessere Gesellschaft“ zu realisieren. Inwieweit ist dies in Ihren neuen Aufgabenbereichen möglich?

Entholzer: Gerade für alle, die wenig Geld haben, ist der öffentliche Verkehr ein wichtiger Aspekt. Mobilität muss leistbar sein, da spielt der Öffi-Verkehr eine große Rolle. Wenn jemand ein Viertel seines Geldes investieren muss, damit er zum Arbeitsplatz kommt, andererseits ein Unternehmer absetzen kann, was er an Wegstrecken zurücklegt, dann gibt es Ungerechtigkeiten.

Tips: Wie möchten Sie als Person wahrgenommen werden?

Entholzer: Ich möchte als echt wahrgenommen werden. Ich werde wie bisher nicht viel mit Krawatte unterwegs sein, mich nicht verkleiden, weil ich Landesrat bin. Wir reden von Vorbildwirkung, ich kann aber für nichts predigen, wofür ich selbst nicht stehe. Werte sind wichtig.
 
BIOGRAPHIE

Der 52-jährige gebürtige Peuerbacher trat 1979 bei den ÖBB ein, wurde 2002 Direktionssekretär der Eisenbahner-Gewerkschaft und Vizepräsident der Arbeiterkammer Oberösterreich.

 
 
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„Ich möchte echt wirken, werde auch sicher nicht viel mit der Krawatte unterwegs sein."

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