Vom Jugendzentrum in die internationale Businesswelt

Michaela Primessnig, Leserartikel, 27.06.2012 14:00 Uhr

PERG. Um die Wirkung der offenen Jugendarbeit den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wurde für kommenden Freitag österreichweit der Tag der offenen Jugendarbeit ausgerufen. Warum Jugendzentren wichtig sind, zeigt aktuell auch eine Studie von Heinz Schoibl auf.

Studien, die das Wirken der offenen Jugendarbeit analysieren, liegen kaum auf. Heinz Schoibl hat dieses Thema nun aufgegriffen und zeigt anhand von Einrichtungen wie dem JUZ Perg auf, wieviel die Einrichtung für die Jugendlichen der Region bringt. In einem Workshop mit ehemaligen Besuchern der Einrichtung wurde erörtert, in welcher Weise sie vom Angebot profitiert haben. „Weil ich Migrantin bin, konnte ich diese Chance nutzen und habe nun meinen Traumjob gefunden.“ MARINA AYGÜNMarina Aygün erzählte im Gespräch mit Tips mehr. Die Pergerin mit türkischen und weißrussischen Wurzel lebt seit ihrem ersten Lebensjahr in Österreich und ist in Perg aufgewachsen. Während ihrer Jugend, die sie größtenteils auch mit ihren Freunden im JUZ verbracht hat, fiel ihre Entscheidung auf eine schulische Ausbildung in der HAS. Nach einigen Jahren in einem Speditionsunternehmen wechselte sie zum in Ennsdorf ansässigen Unternehmen Rockster. Seither ist sie als Vertriebsassistentin tätig und hat Kontakte zu Kunden in der ganzen Welt. „Weil ich Migrantin bin, konnte ich diese Chance nutzen und habe nun meinen Traumjob“, so die heute 25-Jährige, die außer Deutsch noch Russisch, Türkisch und Englisch fließend spricht. Der Grundstein für ihre berufliche Karriere konnte mitunter auch im JUZ gelegt werden. „Wir haben keinen Blödsinn gemacht, wurden viel unterstützt. Im JUZ ist es egal, wer du bist. Aber es wird viel Wert darauf gelegt, dass du dich benehmen kannst“, weiß die junge Pergerin. Dass sie so selbstbewusst geworden ist, verdankt sie der Betreuung durch die Leiterin Karin Peham-Strauss: „Wir haben einfach gelernt, wie man mit Menschen umgeht, dass man Respekt haben muss vor allen Kulturen. Das war wichtig für meine weitere Entwicklung und schließlich auch für meinen Job heute.“ An den vielen EU-Projekten, die weltweit besucht werden, konnte Marina Aygün leider nie teilnehmen. Wichtig sei das Angebot vor allem für ausländische Jugendliche. „Bei mir war das nicht so, aber viele andere haben nicht so viele Freunde. Das JUZ ist wie ihr zweites Zuhause“, ist sich die hübsche junge Frau sicher.„Hatte man mal Probleme, die man zu Hause nicht ansprechen konnte, war immer jemand da, dem man sich anvertrauen konnte. Man wusste, dass einem hier nie der Rücken zugewandt wird“, so die 25-Jährige.„JUZ hat was gebracht“Mit ähnlichen Gedanken erinnern sich auch die anderen Jugendlichen, die in der Studie befragt wurden. Die ehemaligen Besucher sehen die Einrichtung als jene, welche die Lücke zwischen Schule und Familie auffüllt und damit eine wichtige Unterstützung ist.AKTIONSTAGAm Freitag, 29. Juni, wird im Perger Jugendzentrum anlässlich des Tages der offenen Jugendarbeit ein Kochwettbewerb veranstaltet.Beginn: 13 Uhr„Wir wollen mit den Jugendlichen nicht nur kochen, sondern ihnen auch zeigen, wie man etwas anrichtet, was die Lebensmittel kosten und wie man sich bei Tisch benimmt“, so Karin Peham-Strauss.Anmelden kann man sich für den Wettbewerb im Jugendzentrum.   

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