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Die Jugend, das unbekannte Wesen

Tips Redaktion   Walter Horn aus Ried, Tips Redaktion, erstellt am 05.06.2012, 18:00 Uhr


Über 250 Zuhörer verfolgten die Referate im Prälatenkeller. (alle Fotos: OÖVP)

Jugendforscher Mathias Albert: „Kein Anlass für Pessimismus!“

Staatssekretär Sebastian Kurz: „Früh investieren, um später zu sparen.“  

REICHERSBERG. Die Jugend stand im Mittelpunkt der diesjährigen „Reichersberger Pfingstgespräche am 28. und 29. Mai. Politiker, Politikerinnen und Experten gingen der Frage nach, ob die jungen Menschen in Österreich und Deutschland Hoffnungsträger oder eine verlorene Generation sind.
Eine klare Antwort auf diese Frage gab es erwartungsgemäß nicht, die Tendenz ging allerdings eher in Richtung „Hoffnungsträger“. Aus den Referaten konnte man heraushören, dass dafür aber in erster Linie „die Jugend“ selbst verantwortlich ist und weniger die ältere Generation, die den jungen Leuten den Start ins Leben nicht gerade leicht macht.
Einen Grund für diese Schwierigkeiten kritisierte Landeshauptmann Josef Pühringer in seinem Eröffnungsvortrag: den „Ungeist extremer Kurzfristigkeit“, der alle Krisen der letzten Jahre, etwa die Finanzmarktkrise 2008/2009 oder die aktuelle Schuldenkrise, verursacht habe. Beim Schuldenabbau dürfe es nicht nur um das Ansehen auf den Finanzmärkten gehen, sondern vor allem um eine moralische Frage: „Wie groß ist der Rucksack, den wir kommenden Generationen umhängen? In welchem Ausmaß belasten wir kommende Generationen und engen deren Gestaltungsspielraum ein?“
Der Ethiker und Soziologe Clemens Sedmak beantwortete die Frage „Was wir der Jugend schulden“ mit der Forderung nach „Chancenreichtum“. Besonders wichtig seien Selbstachtung und Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, durch eigenes Tun in der Welt etwas bewegen zu können, und ein kulturelles und soziales Kapital für den Start ins Leben.
Das interessanteste Referat hielt der Jugendforscher und Autor der Shell-Jugendstudie Mathias Albrecht. Er sprach vom „Verschwinden der Jugend“ – einerseits durch die demografische Entwicklung, andererseits weil die Dauer dieser Lebensphase immer schwerer zu bestimmen sei und oft bis ins vierte Lebensjahrzehnt reiche. „Die Jugend überrascht durch ihren Optimismus und Pragmatismus“, mit dem sie dem stärker werdenden Druck begegne. Die Kluft der Erfolgreichen zu den Abgehängten werde allerdings tiefer. Eine Politikverdrossenheit sieht Albrecht nicht, aber andere Formen des Engagements: „Die Jungen scheuen politische Parteien und feste Organisationen von der Feuerwehr bis zum Gesangsverein.“
Die Landesobfrau der JVP Helena Kirchmayr stellte dar, dass sich Gegensätze wie Spaß und Leistung, Auslandsaufenthalt und Heimatverbundenheit, Stadt und Land nicht mehr ausschließen. Von der Politik fordere die Jugend Reformschritte zur Sicherung ihrer Zukunft.
Jugend-Landesrätin Doris Hummer forderte mehr sichtbare Politik für die Jugend; die Jugend müsse auch mehr miteinbezogen werden. Die Mehrheit der oberösterreichischen Jugendlichen glaube nicht, dass es ihr so gut gehen werde wie den jetzt Älteren.
Das Schlussreferat hielt JVP-Bundesobmann und Staatssekretär Sebastian Kurz. Er sprach sich dafür aus, den Jugendlichen Leistung zu ermöglichen, aber auch Eigenverantwortung einzufordern. In der Bildung müsse mehr und früher investiert werden, um später weniger reparieren zu müssen.
Mit insgesamt knapp 1100 Besuchern an beiden Tagen verzeichneten die Pfingstgespräche einen Besucherrekord.
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