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Nur eine lückenlose Rettungskette sichert die optimale Versorgung

Tips Redaktion   Martina Gahleitner aus Rohrbach, Tips Redaktion, erstellt am 04.09.2012, 00:00 Uhr


Foto: Fellhofer  

Durchschnittlich sechs bis sieben Minuten dauert es, bis der Rettungswagen nach einer Alarmierung am Notfallort eintrifft. Im Idealfall für die Sanitäter ist dann schon ein praktischer Arzt vor Ort. Denn der diensthabende Allgemeinmediziner gehört ebenso zur Rettungskette wie die Rettungssanitäter oder der Notarzt.
„Für uns Sanitäter ist es das Schlimmste, wenn es heißt, der Arzt kommt nicht“, sagt eine der vielen Freiwilligen, die im Bezirk für das Rote Kreuz unterwegs sind. Zwar hätten sie eine „wirklich gute Ausbildung - aber eben keine Arztausbildung. Wenn die Verletzungen schlimmer als angenommen sind oder es dem Patienten plötzlich schlechter geht, kann ein Mediziner Entscheidungen treffen und Medikamente oder Infusionen geben.“

Dabei ist der Hausarzt ganz entscheidend. Nicht nur, weil er oft schnell am Notfallort ist, sondern auch, weil er die Patienten und deren Krankengeschichte kennt. „Unser System ist an sich sehr gut: Allgemeinmediziner und Notarzt kommen zum Patienten - wer dann nicht gebraucht wird, fährt wieder und ist somit wieder einsatzbereit“, sagt die RK-Mitarbeiterin.
 
Jede Minute zählt
 
Und trotzdem kommt es vor, dass nur Sanitäter und Notarzt im Einsatz sind, bestätigt Martin Hofer von der RK-Bezirksleitstelle. „Gerade bei Unfällen mit mehreren Verletzten kann sich der Notarzt nicht um alle kümmern“, zeigt er auf. Bezirksrettungskommandant Johannes Raab ergänzt: „Es geht auch um den Zeitfaktor. Denn der diensthabende Allgemeinmediziner ist meist schneller am Einsatzort als das Notarzteinsatzfahrzeug.“

Problem Ärztemangel
 
Das Problem könnte sich verschärfen, wenn die Ärztesprengel im Bezirk zusammengelegt werden. Dazu Bezirksärztevertreter Franz Burghuber: „Wenn wir das derzeitige System aufrechterhalten, riskieren wir, dass Arztpraxen nicht mehr besetzt werden, weil der Bereitschaftsdienst viele abschreckt. Bei größeren Sprengeln fallen eben seltener Bereitschaftsdienste an.“
Aber grundsätzlich seien die Allgemeinmediziner bemüht, bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Unfällen an den Einatzort zu fahren, betont Burghuber. Bester Beweis: Ein großer Teil der Praktiker hat das Notarztdiplom und damit dieselbe Berechtigung wie ein Notarzt aus dem Krankenhaus. Dieses Diplom muss alle zwei Jahre aufgefrischt werden.
Laut einer Erhebung ist nur bei 0,42 Prozent der Einsätze kein Praktiker dabei - „das muss man dann mit den Kollegen ausdiskutieren, es ist aber auch schon bis zur Ärztekammer gegangen“, weiß der Rohrbacher Arzt.
 
 
So funktioniert die Alarmierung
 
Wird ein Notruf über 144 abgesetzt und sind die benötigten Informationen (wo ist der Notfall, was ist passiert, wie viele Betroffene, wer ruft an) bekannt, beginnt in der RK-Bezirksleitstelle das Rad zu laufen: Laut einer Vereinbarung zwischen Rotkreuz und Ärztekammer werden Rettungswagen, Notarzt und der diensthabende Allgemeinmediziner verständigt. Der Patient wird dann gemeinsam versorgt und mit dem Rettungswagen (bei Bedarf mit Notarztbegleitung) ins Krankenhaus transportiert. Weil dabei der Patient stabilisiert und richtig gelagert sein muss, kann der Abtransport auch etwas dauern.

Neben den professionellen Helfern ist der wichtigste Faktor der Rettungskette eigentlich der Ersthelfer. Im Herbst starten in den RK-Ortsstellen wieder 16-stündige Erste Hilfe-Kurse, in denen die Grundlagen vermittelt werden.
 
Die Rettungsleitstelle vermittelt auch den ärztlichen Notdienst: Unter der Rufnummer 141 werden Auskünfte über Ärztedienste erteilt und die Ärzte bei Bedarf verständigt.
 
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Nur eine lückenlose Rettungskette sichert die optimale Versorgung

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