Bürgerinitiative Aisttalstraße: Wut und Mut steigen - neuerliche Straßensperren am 22. und 28. September

Michaela Fabian, Leserartikel, 12.09.2012 10:08 Uhr

SCHWERTBERG. Hatte der ehemalige Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger im Juni 2011 noch eingestanden, „384 Lkw täglich im Josefstal sind zu viel“, so hat eine Verkehrszählung des Landes Oberösterreich ergeben, dass die Frequenz innerhalb eines Jahres auf 461 Lkw im Ortsgebiet von Schwertberg gestiegen ist. Die Politik schweigt, Wut und Mut der Bürger steigen. Die Bürgerinitiative Aisttalstraße sperrt am 22. und 28. September die Aisttalstraße und fordert damit zum Handeln auf.

„Die Gemeinde Schwertberg wirbt mit dem Slogen “Gesunde Gemeinde„, das empfinden wir als Hohn“, kritisiert Peter Laher, Sprecher der Bürgerinitiative Aisttalstraße angesichts der auch vom Land Oberösterreich eingestandenen rapide steigenden Verkehrsfrequenz.Bereits im Sommer des vergangenen Jahres legte die Fahrradgruppe „Critical Mass“ den Verkehr im Josefstal mit regelmäßigen Ausfahrten lahm, an der ersten Straßensperre nahmen 750 engagierte Bürger teil, mittlerweile 1500 Unterschriften zieren den Forderungskatalog der Bürgerinitiative: „Aufhebung des verkehrstechnisch nicht begründeten und nicht begründbaren Lkw-Fahrverbotes auf der ranghöheren B123, Ausweitung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf Lkw über 3,5 Tonnen im Ortsgebiet, Ausweitung der Zone 30 für Lkw über 3,5 Tonnen auf den gesamten Verlauf der L1415 im Ortsbereich, Überwachung der Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Ortsgebiet mit Radargeräten, die Errichtung eines zusätzlichen Fußgängerüberganges zwischen Meierhof und Marktbrücke, die Errichtung eines “Aisttalwanderweges„ von Au bis an die tschechische Grenze und Mehrzweckstreifen im gesamten Josefstal“, steht auf der Einladung zu einem weiteren „Aktionstag der überparteilichen Bürgerinitiative Aisttalstraße inklusive Straßensperren“ zu lesen.„Wir machen das sowieso“Laher hat bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Perg „um alle behördlichen Maßnahmen für die ungehinderte Durchführung unserer Protestdemonstrationsveranstaltungen“ ersucht. Bislang wurde der entsprechende Termin zweimal verschoben. „Wir machen das sowieso“, so Laher unbeirrt und mit wachsendem Unmut. „Landesrat Hermann Kepplinger hat wenigstens getrickst und gelogen“, meint Laher, der sich auch bereits an den seit Mai dieses Jahres im Amt befindlichen Nachfolger Reinhold Entholzer gewendet hat. Laher wartet noch auf eine Stellungnahme des neuen Verkehrslandesrates.Bürgermeisterin verweigert UnterstützungAls er vergangenen Freitag die ihm zugesagten Kopien der Flugzettel vom Gemeindeamt holen wollte, fand er ein leeres Haus vor. „Auf der Gemeinde besteht die einzige Möglichkeit für Farbkopien und mir wurden die Fotokopien gegen Bezahlung zugesagt. Letztendlich wurde ich vergangenen Freitag wortlos stehen gelassen“, erzählt Laher. Als er wieder zu Hause ankam, sah er auf seinem Handy einen Anruf von Bürgermeisterin Marianne Gusenbauer. „Sie hat die Kopien verweigert, weil sei mit dem Text auf dem Flugblatt nicht einverstanden ist. Der Text unterscheidet sich allerdings nicht wesentlich von jener Resolution, die im Sommer 2011 von allen vier im Gemeinderat vertretenen Fraktionen einstimmig beschlossen wurde“, kann Laher das Vorgehen der Ortschefin nicht nachvollziehen.Nichtsdestotrotz: Am europaweit propagierten „autofreien Tag“ am 22. September (15 bis 18 Uhr) wird die Straße zwischen Marktbrücke und Schlosskurve gesperrt. Am Samstag, 28. September findet von 13 bis 17 Uhr eine Protestwanderung und Fahrraddemonstration mit Kundgebungen statt. Tips wird berichten.CHRONIK des CHRONISCHEN VERKEHRSPROBLEMS„Mit einer Mutter, die mit ihren beiden Töchtern verzweifelt am Gartenzaun stand, mit Zetteln in der Hand, auf denen mit Filzstift geschrieben stand “Die Aisttalstraße ist keine Autobahn„ und “Wir wollen endlich wieder schlafen können„, hat alles begonnen“, erinnert sich der Sprecher der Bürgerinitiative Aisttalstraße Peter Laher.„Gesunde Gemeinde“Die Gemeinde Schwertberg heftet sich das Etikett „Gesunde Gemeinde“ auf ihr Revers, „wir empfinden das als Hohn“, fällt Laher dazu ein. Die seit der Wiedereröffnung der L1415 im Jahr 2005 rasant steigende Verkehrsfrequenz führte schließlich zur Gründung der Bürgerinitiative Aisttalstraße, „weil es uns, die wir an der L1415 wohnen, allen gleich geht“, umreißt Laher den Ursprung der Protestbewegung. „Anfangs sind wir zu Sprechstunden von Landespolitikern gegangen“, erzählt er, „auch zu Bürgermeisterin Marianne Gusenbauer und haben höflich um Datenmaterial ersucht“, erzählt der Hauptinitiator. Die Anfragen wurden  stets abgeschmettert: Es wäre zwar Datenmaterial vorhanden, doch das würde man nicht herausrücken und überhaupt solle man „Landesrat Kepplinger nicht verärgern“, zitiert Laher aus der Vergangenheit.„Schlug wie eine Bombe ein“Also gaben die engagierten Bürger selbst eine Verkehrszählung bei einer einschlägigen Firma in Auftrag, und die „ermittelten Zahlen haben eingeschlagen wie eine Bombe“, weiß Laher. Die Organisation und Durchführung einer Straßensperre, an der sich rund 750 Schwertberger beteiligten, war die logische Folge. Alleine an diesem Tag wurde der Forderungskatalog der Bürgerinitiative Aisttalstraße 573 Mal unterschrieben, „derzeit stehen wir bei weit über 1500 gesammelten Unterschriften“, berichtet Peter Laher.„Kampf um Lebensqualität“Weil sich an der vom Land mittlerweile eingestandenen, überdurchschnittlichen Verkehrsbelastung durch Pendler und Schwerverkehr nichts geändert hat, „kämpfen wir weiter um Lebensqualität im Ort“, schließt Laher.

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