10 Jahre nach 2002: „Man lernt, dass man auch solche Krisen überleben kann“

Michaela Primessnig, Leserartikel, 25.07.2012 09:00 Uhr

BEZIRK/SCHWERTBERG. Von den 400 Betrieben im Bezirk Perg waren vor allem jene in den Gemeinden Schwertberg und Mauthausen am schwersten betroffen. Christoph Merckens erinnert sich zehn Jahre zurück und berichtet, was sich seither in seinem Unternehmen getan hat.

„Mit Grauen denken wir nicht zurück, sondern eher bestärkt darin, was man mit der Hilfe anderer Menschen alles schaffen kann“, so der Geschäftsführer des Pappe-Herstellers Merckens. Nur eine Minute lang hätte sein Vater ans Aufhören gedacht, doch dann dachte die Familie schon wiederdran, wie es weitergehen soll. „Normalerweise wäre es das Ende für das Unternehmen gewesen.“ CHRISTOPH MERCKENSZwei Wochen nach dem Hochwasser lieferten die ersten Lkw wieder Lagerware aus. Bis man wieder produzieren konnte, dauerte es bis Anfang September. „Insgesamt haben wir neun Millionen Euro investiert. Das ist bei uns ein Jahresumsatz“, berichtet Merckens, der das Hochwasser auch als eine Art Zerreißprobe für seine Firma sieht. „Normalerweise wäre es das Ende gewesen. Wir haben nun aber die Sicherheit, dass man auch schwere Stürme überleben kann“, betont der Schwertberger. Der Zusammenhalt im Unternehmen sei beeindruckend gewesen und noch viel beeindruckender, dass wildfremde Menschen gekommen sind, um zu helfen.Nach zehn Monaten konnte das Unternehmen nach dem Um- und Neubau wieder in die Vollproduktion gehen. Die drei Kraftwerke, deren Strom das Unternehmen für die Herstellung der Pappe benötigt, wurden an die ökologischen Anforderungen der Zukunft angepasst. Damit konnte die Leistung um 50 Prozent erhöht werden. „Wer schnell hilft, hilft doppelt. Und wir haben damals wirklich sehr schnell einen Kredit mithilfe des Landes bekommen“, ist Christoph Merckens noch heute für die Unterstützung dankbar. Merckens produziert neben Ringbüchern und Mappen jährlich Pappe für rund 120 Millionen Paar Schuhe, die vorwiegend in Italien, Spanien und Asien hergestellt werden. Hilfe für Unternehmen im Katastrophenjahr 2002  400 Betriebe waren im Jahr 2002 vom Hochwasser betroffen. Der Gesamtschaden betrug 150 Millionen Euro. Die am stärksten betroffenen Gemeinde war Schwertberg, gefolgt von Mauthausen. Kein Unternehmen musste aufgrund der Folgen des Hochwassers aufhören. „Wir haben damals, als man nach Mitterkirchen noch gar nicht fahren konnte, eine Informationsveranstaltung gemacht, dort die ersten Förderanträge mit den Firmen ausgefüllt und auch gleich eingesammelt“, so WK-Leiter Franz Rummerstorfer. Drei Tage später erhielten die Betriebe eine Soforthilfe in einer Höhe von bis zu 10.000 Euro ausbezahlt. Aus Dankbarkeit für die Unterstützung beim Hochwasser beteiligten sich 400 Firmen aus dem Bezirk am Projekt SOS-Kinderdorf Rechberg. Die Idee dazu ist nach 2002 unter den Unternehmern entstanden.

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