Regionales Energie-Projekt aus Kombi von Erdwärme und Biomasse
Bürgermeister Franz Zeilinger mit Obmann Anton Stockinger (Bioenergie) und Generaldirektor Markus Mitteregger Foto: RAG
Bei diesem Projekt wird die mehr als 100°C hohe Temperatur einer Tiefbohrung nachhaltig zur Wärmegewinnung in ein Biomasse-Heizwerk eingebracht.
Die Wärmeversorgung aus Erdwärme punktet mit vielen Vorteilen: Sie spart nicht nur CO2 ein, sondern ist auch effizient und preisstabil. Die Erdwärme ist vollkommen unabhängig von Schwankungen, denen etwa Wind- und Sonnenenergie unterliegen, wird direkt vor Ort gewonnen und genutzt, der Transport erfolgt unterirdisch und unsichtbar. Damit werden die Wege kurz gehalten und auch so die Umwelt geschont.
„Unsere Tiefe Erdwärmesonde in Neukirchen in Kombination mit der Biomasseanlage ist ein Vorreiterprojekt in Oberösterreich", betont RAG-Generaldirektor Markus Mitteregger. Vorstandsdirektor Kurt Sonnleitner erklärt, dass „jede unserer Bohrungen in Zukunft in der lokalen Gemeinde für Erdwärme genutzt werden könnte und die Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren kann."
Für das Biomassewerk Neukirchen ist die Erdwärme der RAG eine ideale Ergänzung, da es in Verbindung mit der Erdwärmesonde kontinuierlicher und damit effizienter und wirtschaftlicher betrieben werden kann. Für die Gemeinde Neukirchen ist das umweltfreundliche Energieprojekt zukunftsweisend. Bürgermeister Franz Zeilinger betont: „Die Zusammenarbeit mit der RAG in Sachen Wärmeerzeugung ist für uns ein idealer Bestandteil einer zukunftsfähigen, regionalen Energieversorgung in unserer Gemeinde."
Die nachhaltige Nutzung der heimischen Erdöl- und Erdgasressourcen ist das wichtigste Ziel der RAG. Dazu gehört auch die geothermische Nachnutzung von Bohrungen, bei denen weder Erdöl noch Erdgas gefunden werden konnten oder keine wirtschaftliche Produktion mehr zu erwarten ist. Eine davon ist die RAG-Bohrung Mühlleiten. Diese wurde 2009 fertig gestellt und war aus Sicht der Erdöl- und Erdgasförderung nicht wirtschaftlich nutzbar. Mit einer Tiefentemperatur von 105°C ist die 2850 Meter tiefe Bohrung aber ideal geeignet für die Gewinnung von „Erdwärme". In den letzten fünf Monaten wurde die Bohrung Mühlleiten nun zu einer „Tiefen Erdwärmesonde" (TEWS) ausgebaut. Aufgrund der wesentlich höheren Gesteinstemperaturen in 2850 Metern Tiefe ist der Wirkungsgrad der „Tiefen Erdwärmesonde" aber wesentlich höher. Die Temperatur steigt alle 30 Meter Tiefe um 1°C – zusätzlich zur durchschnittlichen Oberflächentemperatur. In einem geschlossenen System wird die im Gestein enthaltende Wärme mittels aufbereitetem Wasser an die Oberfläche gefördert. Mit einem Wärmetauscher wird dem erwärmten Wasser die Energie entzogen. Durch die Rückführung des abgekühlten Wassers entsteht so ein erneuerbarer Energiekreislauf.
Die gewonnene Wärme wird über eine etwa 1000 Meter lange unterirdische Verbindungsleitung am Ortsrand von Neukirchen an die Bioenergie Neukirchen geliefert.
NEUKIRCHEN. Nach einer Bauzeit von nur fünf Monaten geht die Erdwärme aus der RAG-Bohrung in Mühlleiten ans Netz. In Kombination mit dem Biomasse- Heizwerk der Bioenergie Neukirchen können nun rund 100...
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