Bilanzen, Zukunftsprojekte und die Zusammenarbeit mit der Politik
WELS. Raiffeisen-Direktor Günter Stadlberger ist für seine klaren Analysen bekannt, aber auch dafür, dass er die Ärmel hochkrempelt. Grund genug mit ihm über die Zukunft seiner Bank, aber auch die des Wirtschaftsraumes Wels zu reden.
Tips: Das Wort Krise und Banken ist seit einiger Zeit untrennbar verbunden. Spürt die Raiffeisenbank Wels eine Krise oder besser gesagt wie geht es Ihrer Bank?
Stadlberger: Einer Bank geht’s so gut wie deren Kunden. Es ist eine oberflächliche Betrachtung, wenn man das Bankgeschäft mit der Krise verbindet. Die Ursachen der Probleme sind vielfältig, aber sicher lösbar. Natürlich begleitet auch die Raiffeisenbank Wels einige Kunden durch eine schwierige Zeit. Für diesen Fall haben wir in der Vergangenheit auch ausreichend vorgesorgt. Ich bin stolz, dass wir 2011 das beste Ergebnis seit es uns gibt - das sind 130 Jahre - erzielt haben.
Tips: Die Raiffeisenbank Wels hat ausgebaut am Kaiser-Josef-Platz. Wie sieht es in der Zukunft aus? Welche Projekte stehen an?
Stadlberger: Mit dem Bankgebäude am Kaiser-Josef-Platz sind unsere Kunden und Mitarbeiter sehr zufrieden. Unser Ziel ist natürlich, dass sich die Kunden in allen Bankstellen wohlfühlen. So wird es auch heuer kleinere Umbaumaßnahmen geben wie in Buchkirchen. Beim sogenannten HDZ in Laahen stehen der Bauabschnitt 2 und 3 am Programm. Gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich errichten wir zwischen dem bestehenden Gebäude und dem neuen Kindergarten noch einen Lebensmittelmarkt, Büroflächen und schöne Wohnungen am Grünbach.
Tips: Wels-Die Einkaufsstadt, Wels-die Messestadt, Wels die Energiehauptstadt. Als Kenner der regionalen Szene, welchen Beinamen verdient Wels wirklich?
Stadlberger: Alle Begriffe haben ihre Berechtigung und jeder wird das in den Vordergrund stellen, was sein Interesse am stärksten weckt. Bei möglichst objektiver Betrachtung haben wohl die überdurchschnittlich vielen Familienbetriebe im Raum Wels den größten Einfluss auf das Wohlergehen und die positive Entwicklung in dieser Stadt. Anders gesagt: In Wels könnte man auch auf einiges verzichten, aber sicher nicht auf die Topbetriebe, die mit ihren Arbeitsplätzen Sinn und Wohlstand bringen. Für mich ist Wels die Wirtschaftsstadt – aber das ist jetzt kein Werbeslogan!
Tips: Sie haben sich ja sehr für das Messegelände eingesetzt, damit Schwung in einen Masterplan kommt. Enttäuscht, dass scheinbar nichts vorwärtsgeht?
Stadlberger: Ich halte es nach wie vor für eine hervorra-gende Chance für Wels. Ein so schönes Areal - unmittelbar an der Traun, angrenzend an die Innenstadt - daraus muss mehr gemacht werden. Hier kann Wels noch viel attraktiver und lebenswerter werden.
Tips: Ein zweites Problemfeld ist der Kaiser-Josef-Platz. Welche Maßnahmen muss die Stadt hier setzen?
Stadlberger: In der Wirtschaft ist man naturgemäß ungeduldig. Dort muss man Kunden gewinnen, Produkte erzeugen und verkaufen, Geld verdienen und trotzdem immer wohlüberlegt handeln. Grundsätzlich dauern Dinge in der Demokratie länger, manchmal aber auch auffallend lang. Beim konkreten Projekt fehlt mir von den Verantwortlichen der Stadt die Leidenschaft, wirklich gestalten zu wollen.
Tips: Haben Sie das Gefühl, dass in Wels generell ein bisschen der Plan fehlt?
Stadlberger: Bei diesem Punkt möchte ich klarstellen: Ich bin keiner, der die Politik für alles verantwortlich macht. Der Bürgermeister ist nicht zuständig, dass der Produktmix der Geschäfte in der Stadt stimmt. Er ist nicht zuständig für die Attraktivität der Schaufenster. Er ist mit seinem Team zuständig, dass notwendige Bewilligungen sachgemäß und schnell erteilt werden und da haben wir nach wie vor die besten Erfahrungen.Konkret zum Kaiser-Josef-Platz: Positiv ist die teilweise Öffnung für den Individualverkehr. Für mich zwar verständlich aber nach wie vor negativ ist die Abstellzeit der Busse. Ich sehe noch großes Entwicklungspotenzial. Ob es gehoben werden kann, ist mehr eine Frage der Haus- und Grundeigentümer als der Stadtpolitik.
Tips: Letzte Frage. Die Politik muss die Rahmenbedingungen herstellen, damit es der Wirtschaft gut geht. Wenn es der gut geht, dann profitieren auch die Menschen. Schafft es die Politik in Wels noch Rahmenbedingungen für Betriebsansiedelungen, Investitionen oder einfach nur Eigentum und Gewerbe zu schaffen und wo muss sie sich heraushalten?
Stadlberger: Ich glaube nicht, dass generell der Plan fehlt, aber die klare Vorstellung wie Wels 2025 oder 2030 aussehen soll, auf welchen Flächen neue Betriebe stehen, Betriebsansiedelungen, wo es Wohnungen geben wird, welche konkreten Ziele wir in der regionalen Bildungsqualität haben werden. Diese klare Vorstellung fehlt mir.Natürlich schafft es die Welser Politik die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen. Entscheidend dafür ist allerdings, dass die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik gut funktioniert. Vielfach sind Unternehmer die sozialsten Menschen – die muss man stark einbinden, dann kommen gute Ideen und Umsetzungskraft.
Stadlberger: Einer Bank geht’s so gut wie deren Kunden. Es ist eine oberflächliche Betrachtung, wenn man das Bankgeschäft mit der Krise verbindet. Die Ursachen der Probleme sind vielfältig, aber sicher lösbar. Natürlich begleitet auch die Raiffeisenbank Wels einige Kunden durch eine schwierige Zeit. Für diesen Fall haben wir in der Vergangenheit auch ausreichend vorgesorgt. Ich bin stolz, dass wir 2011 das beste Ergebnis seit es uns gibt - das sind 130 Jahre - erzielt haben.
Tips: Die Raiffeisenbank Wels hat ausgebaut am Kaiser-Josef-Platz. Wie sieht es in der Zukunft aus? Welche Projekte stehen an?
Stadlberger: Mit dem Bankgebäude am Kaiser-Josef-Platz sind unsere Kunden und Mitarbeiter sehr zufrieden. Unser Ziel ist natürlich, dass sich die Kunden in allen Bankstellen wohlfühlen. So wird es auch heuer kleinere Umbaumaßnahmen geben wie in Buchkirchen. Beim sogenannten HDZ in Laahen stehen der Bauabschnitt 2 und 3 am Programm. Gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich errichten wir zwischen dem bestehenden Gebäude und dem neuen Kindergarten noch einen Lebensmittelmarkt, Büroflächen und schöne Wohnungen am Grünbach.
Tips: Wels-Die Einkaufsstadt, Wels-die Messestadt, Wels die Energiehauptstadt. Als Kenner der regionalen Szene, welchen Beinamen verdient Wels wirklich?
Stadlberger: Alle Begriffe haben ihre Berechtigung und jeder wird das in den Vordergrund stellen, was sein Interesse am stärksten weckt. Bei möglichst objektiver Betrachtung haben wohl die überdurchschnittlich vielen Familienbetriebe im Raum Wels den größten Einfluss auf das Wohlergehen und die positive Entwicklung in dieser Stadt. Anders gesagt: In Wels könnte man auch auf einiges verzichten, aber sicher nicht auf die Topbetriebe, die mit ihren Arbeitsplätzen Sinn und Wohlstand bringen. Für mich ist Wels die Wirtschaftsstadt – aber das ist jetzt kein Werbeslogan!
Tips: Sie haben sich ja sehr für das Messegelände eingesetzt, damit Schwung in einen Masterplan kommt. Enttäuscht, dass scheinbar nichts vorwärtsgeht?
Stadlberger: Ich halte es nach wie vor für eine hervorra-gende Chance für Wels. Ein so schönes Areal - unmittelbar an der Traun, angrenzend an die Innenstadt - daraus muss mehr gemacht werden. Hier kann Wels noch viel attraktiver und lebenswerter werden.
Tips: Ein zweites Problemfeld ist der Kaiser-Josef-Platz. Welche Maßnahmen muss die Stadt hier setzen?
Stadlberger: In der Wirtschaft ist man naturgemäß ungeduldig. Dort muss man Kunden gewinnen, Produkte erzeugen und verkaufen, Geld verdienen und trotzdem immer wohlüberlegt handeln. Grundsätzlich dauern Dinge in der Demokratie länger, manchmal aber auch auffallend lang. Beim konkreten Projekt fehlt mir von den Verantwortlichen der Stadt die Leidenschaft, wirklich gestalten zu wollen.
Tips: Haben Sie das Gefühl, dass in Wels generell ein bisschen der Plan fehlt?
Stadlberger: Bei diesem Punkt möchte ich klarstellen: Ich bin keiner, der die Politik für alles verantwortlich macht. Der Bürgermeister ist nicht zuständig, dass der Produktmix der Geschäfte in der Stadt stimmt. Er ist nicht zuständig für die Attraktivität der Schaufenster. Er ist mit seinem Team zuständig, dass notwendige Bewilligungen sachgemäß und schnell erteilt werden und da haben wir nach wie vor die besten Erfahrungen.Konkret zum Kaiser-Josef-Platz: Positiv ist die teilweise Öffnung für den Individualverkehr. Für mich zwar verständlich aber nach wie vor negativ ist die Abstellzeit der Busse. Ich sehe noch großes Entwicklungspotenzial. Ob es gehoben werden kann, ist mehr eine Frage der Haus- und Grundeigentümer als der Stadtpolitik.
Tips: Letzte Frage. Die Politik muss die Rahmenbedingungen herstellen, damit es der Wirtschaft gut geht. Wenn es der gut geht, dann profitieren auch die Menschen. Schafft es die Politik in Wels noch Rahmenbedingungen für Betriebsansiedelungen, Investitionen oder einfach nur Eigentum und Gewerbe zu schaffen und wo muss sie sich heraushalten?
Stadlberger: Ich glaube nicht, dass generell der Plan fehlt, aber die klare Vorstellung wie Wels 2025 oder 2030 aussehen soll, auf welchen Flächen neue Betriebe stehen, Betriebsansiedelungen, wo es Wohnungen geben wird, welche konkreten Ziele wir in der regionalen Bildungsqualität haben werden. Diese klare Vorstellung fehlt mir.Natürlich schafft es die Welser Politik die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen. Entscheidend dafür ist allerdings, dass die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik gut funktioniert. Vielfach sind Unternehmer die sozialsten Menschen – die muss man stark einbinden, dann kommen gute Ideen und Umsetzungskraft.
Tips: Das Wort Krise und Banken ist seit einiger Zeit untrennbar verbunden. Spürt die Raiffeisenbank Wels eine Krise oder besser gesagt wie geht es Ihrer Bank? Stadlberger: Einer Bank geht’s...
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