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Bilanzen, Zukunftsprojekte und die Zusammenarbeit mit der Politik

Gerald Nowak aus Wels, erstellt am 22.02.2012, 09:05 Uhr

 

WELS. Raiffeisen-Direktor Günter Stadlberger ist für seine klaren Analysen bekannt, aber auch dafür, dass er die Ärmel hochkrempelt. Grund genug mit ihm über die Zukunft sei­ner Bank, aber auch die des Wirtschaftsraumes Wels zu reden.
Tips: Das Wort Krise und Ban­ken ist seit einiger Zeit untrenn­bar verbunden. Spürt die Raiff­eisenbank Wels eine Krise oder besser gesagt wie geht es Ihrer Bank?
 
Stadlberger: Einer Bank geht’s so gut wie deren Kunden. Es ist eine oberflächliche Betrachtung, wenn man das Bankgeschäft mit der Krise verbindet. Die Ursa­chen der Probleme sind vielfäl­tig, aber sicher lösbar. Natürlich begleitet auch die Raiffeisen­bank Wels einige Kunden durch eine schwierige Zeit. Für diesen Fall haben wir in der Vergan­genheit auch ausreichend vor­gesorgt. Ich bin stolz, dass wir 2011 das beste Ergebnis seit es uns gibt - das sind 130 Jahre - er­zielt haben.
 
Tips: Die Raiffeisenbank Wels hat ausgebaut am Kaiser-Josef-Platz. Wie sieht es in der Zukunft aus? Welche Projekte stehen an?
 
Stadlberger: Mit dem Bank­gebäude am Kaiser-Josef-Platz sind unsere Kunden und Mitar­beiter sehr zufrieden. Unser Ziel ist natürlich, dass sich die Kun­den in allen Bankstellen wohl­fühlen. So wird es auch heuer kleinere Umbaumaßnahmen ge­ben wie in Buchkirchen. Beim sogenannten HDZ in Laahen ste­hen der Bauabschnitt 2 und 3 am Programm. Gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank Oberös­terreich errichten wir zwischen dem bestehenden Gebäude und dem neuen Kindergarten noch einen Lebensmittelmarkt, Büro­flächen und schöne Wohnungen am Grünbach.
 
Tips: Wels-Die Einkaufsstadt, Wels-die Messestadt, Wels die Energiehauptstadt. Als Kenner der regionalen Szene, welchen Beinamen verdient Wels wirk­lich?
 
Stadlberger: Alle Begriffe ha­ben ihre Berechtigung und je­der wird das in den Vordergrund stellen, was sein Interesse am stärksten weckt. Bei möglichst objektiver Betrachtung haben wohl die überdurchschnittlich vielen Familienbetriebe im Raum Wels den größten Einfluss auf das Wohlergehen und die positive Entwicklung in dieser Stadt. Anders gesagt: In Wels könnte man auch auf einiges verzichten, aber sicher nicht auf die Topbetriebe, die mit ihren Arbeitsplätzen Sinn und Wohl­stand bringen. Für mich ist Wels die Wirtschaftsstadt – aber das ist jetzt kein Werbeslogan!
 
Tips: Sie haben sich ja sehr für das Messegelände eingesetzt, damit Schwung in einen Mas­terplan kommt. Enttäuscht, dass scheinbar nichts vorwärtsgeht?
 
Stadlberger: Ich halte es nach wie vor für eine hervorra-gende Chance für Wels. Ein so schönes Areal - unmittelbar an der Traun, angrenzend an die In­nenstadt - daraus muss mehr ge­macht werden. Hier kann Wels noch viel attraktiver und lebens­werter werden.
 
Tips: Ein zweites Problemfeld ist der Kaiser-Josef-Platz. Wel­che Maßnahmen muss die Stadt hier setzen?
 
Stadlberger: In der Wirtschaft ist man naturgemäß ungedul­dig. Dort muss man Kunden ge­winnen, Produkte erzeugen und verkaufen, Geld verdienen und trotzdem immer wohlüberlegt handeln. Grundsätzlich dauern Dinge in der Demokratie länger, manchmal aber auch auffallend lang. Beim konkreten Projekt fehlt mir von den Verantwortli­chen der Stadt die Leidenschaft, wirklich gestalten zu wollen.
 
Tips: Haben Sie das Gefühl, dass in Wels generell ein bisschen der Plan fehlt?
 
Stadlberger: Bei diesem Punkt möchte ich klarstellen: Ich bin keiner, der die Politik für alles verantwortlich macht. Der Bür­germeister ist nicht zuständig, dass der Produktmix der Ge­schäfte in der Stadt stimmt. Er ist nicht zuständig für die At­traktivität der Schaufenster. Er ist mit seinem Team zuständig, dass notwendige Bewilligungen sachgemäß und schnell erteilt werden und da haben wir nach wie vor die besten Erfahrungen.Konkret zum Kaiser-Josef-Platz: Positiv ist die teilweise Öffnung für den Individualverkehr. Für mich zwar verständlich aber nach wie vor negativ ist die Ab­stellzeit der Busse. Ich sehe noch großes Entwicklungspotenzial. Ob es gehoben werden kann, ist mehr eine Frage der Haus- und Grundeigentümer als der Stadt­politik.
 
Tips: Letzte Frage. Die Politik muss die Rahmenbedingungen herstellen, damit es der Wirt­schaft gut geht. Wenn es der gut geht, dann profitieren auch die Menschen. Schafft es die Politik in Wels noch Rahmenbedingun­gen für Betriebsansiedelungen, Investitionen oder einfach nur Eigentum und Gewerbe zu schaf­fen und wo muss sie sich heraus­halten?
 
Stadlberger: Ich glaube nicht, dass generell der Plan fehlt, aber die klare Vorstellung wie Wels 2025 oder 2030 aussehen soll, auf welchen Flächen neue Be­triebe stehen, Betriebsansiede­lungen, wo es Wohnungen geben wird, welche konkreten Ziele wir in der regionalen Bildungs­qualität haben werden. Die­se klare Vorstellung fehlt mir.Natürlich schafft es die Welser Politik die richtigen Rahmen­bedingungen für die Zukunft zu schaffen. Entscheidend dafür ist allerdings, dass die Zusammen­arbeit zwischen Wirtschaft und Politik gut funktioniert. Vielfach sind Unternehmer die sozialsten Menschen – die muss man stark einbinden, dann kommen gute Ideen und Umsetzungskraft.
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Bilanzen, Zukunftsprojekte und die Zusammenarbeit mit der Politik

Tips: Das Wort Krise und Ban­ken ist seit einiger Zeit untrenn­bar verbunden. Spürt die Raiff­eisenbank Wels eine Krise oder besser gesagt wie geht es Ihrer Bank?   Stadlberger: Einer Bank geht’s...
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