SUPERKARPATA 2010
8.- 15. Mai 2010
Start im Schloss Halbturn in Burgenland um 10 Uhr mit Show Programm. Anschließend war eine wertungsfreie Verbindungsetappe nach Rumänien von ca. 700 km zu bewältigen. Auf unserem Weg quer durch Ungarn trat ca. 50 km nach Budapest ein erstes Problem beim Puch G (Rechberger/ Glanzegg)auf. Eine Reparatur an Ort und Stelle war nicht möglich (später stellte sich heraus, Motorschaden). Nun mussten wir entscheiden: Abbrechen oder in Absprache mit der Rennleitung versuchen doch irgendwie am Rennen teilzunehmen. Also fuhr das Team Landcruiser (Tischberger/Mossbauer) weiter Richtung der angegebenen Koordinaten zwischen Satu Mare und Baia Mare. Trotzdem wir erst um 2 Uhr morgens eingetroffen waren, hatte sich das Gebrechen unseres zweiten Fahrzeuges schon im Lager herumgesprochen, und so stand am Morgen schon das Team Cherokee Toyoten bereit, uns in ihr Team aufzunehmen. Da deren Navigationsanlage ausgefallen war, sie nur ein Zweier- Team waren, noch keine Superkarpata Erfahrung hatten und nahezu identische Landcruiser (Ersatzteile!) hatten, kam das ja irgendwie gelegen. Da max. 3 Fahrzeuge pro Team zugelassen sind und unser Puch G- Team mit nahezu dem ganzen Werkzeug und den Ersatzteilen auf dem Rückweg war und wir die Küche und die Verpflegung geladen hatten, war das wenigstens ein kleiner Vorteil. Bevor wir in die erste Offroad Etappe starten durften, konnten wir durch eine Sonderaufgabe zwei Stunden Zeitgutschrift erringen. Nun bekamen wir auch das Kartenmaterial und konnten den ersten Blick auf die Route der kommenden Tage werfen. Der Korridor für die erste Etappe erstreckte sich mit 50 km Breite und 200km Länge (Luftlinie!) unterhalb der ukrainischen Grenze entlang. Durch das zeitgerechte Anfahren einiger Checkpoints und der damit verbundenen Zeitgutschriften ergab sich für uns eine Gesamtfahrzeit von ca. 30 Stunden in 3 Tagen für die erste Etappe. Da die Fahrzeit aber von 7.00 Uhr morgens bis spätestens 21.00 Uhr Abends begrenzt war, ergaben sich manche Schwierigkeiten. Dazu später mehr.
Der schöne Teil der Superkarpata zeigte sich nun uns bis Dienstag zum 1. Etappenziel. Durch wildromantische Landschaften, über einsame Hügelketten bis hin zu einsamen Dörfern in den Karpaten, führte unser Weg. Trotz einiger Einsätze unserer Seilwinden war unsere Hoffnung für das Zwischenresultat hoffnungsvoll. Bei der Präsentation abends lagen wir auf Rang 10. Für die Misslichkeiten der letzten Tage waren wir trotzdem zufrieden.
Mittwochs morgens ging es mit einer neuen Sonderaufgabe in die 2. Etappe. Bei einem Fahrzeug musste ein Rad durch eine improvisierte Lösung ersetzt werden und eine Strecke von 200m bewältigt werden. Mit der Motorsäge schnitten wir uns eine Scheibe von einem Baumstamm und befestigten diese mit Gurten an der Radnabe. Wieder eine Stunde Zeitgutschrift erarbeitet.
Für die zweite Etappe gab es ca. 40 Stunden Gesamtfahrzeit bis Samstag 15.00 Uhr. Schon beim ersten Betrachten der Karte kamen die Tücken des Geländes zum Vorschein. Wenig Dörfer, kaum Wege, Seehöhen bis 2000 Meter und nur Vorgebirge. Die ersten Bergeaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Einige hundert Meter einen Berghang hoch zu einem dringend zu erreichenden Weg. Bedeutet einige Stunden Seilschleppen, sichern, nachhängen und wieder von vorne. Am nächsten Tag abends quälten wir uns einen engen, ehemaligen Bachlauf mit Felswänden zu beiden Seiten nach unten. Unsere Tagesfahrzeit ging langsam dem Ende zu, kein Lagerplatz in Sicht und dann blieben wir auch noch in den Felsen stecken. Aber wir wollten unbedingt das darunter befindliche Dorf erreichen. Die Dorfbewohner sammelten sich schon mit zusammengeschlagenen Händen vorm Gesicht, als sie sahen wo wir aus dem Gebirge herunterkamen. Unter Hilfe der extrem hilfsbereiten Bevölkerung lösten wir uns schließlich aus der ärgerlichen Lage und wurden von den Einheimischen sofort auf einen Lagerplatz in Dorfnähe geführt. Wir konnten auf die Minute um 21.00 Uhr abstellen.
Am nächsten Tag ging es in dieser Tonart weiter. 10 Stunden Fahrzeit, davon 2 Stunden winden, um 20.30 Uhr abstellen. Am folgenden Tag führte uns ein rumänischer Junge stundenlang durch die rumänischen Berge. Während dieser Zeit konnten wir richtig Meter machen. Dank dieses „rumänischen Navi“ konnten wir uns wieder eine gute Position verschaffen.
Am Freitag führte uns die einzig mögliche Route immer höher in die Berge. Natürlich blieb uns auch Schnee nicht erspart. Am Nachmittag mussten wir uns beeilen vom Berg hinunterzukommen. Am Horizont zog schlechtes Wetter auf. Und erfahrungsgemäß geht es in den Bergen extrem schnell und heftig zur Sache. Gegen 18.00 Uhr versenkten wir unsere Fahrzeuge auf ca. 1500 Meter Seehöhe. Die beiden ersten hatten wir bis ca. 20.00 Uhr wieder frei, die Bergung des Dritten mussten wir um 20.45 Uhr abbrechen. Die Tagesfahrzeit war zu Ende und wir steckten in einem bösen Hang fest. Im Dunkeln holten wir das Zelt und die beiden Schlafsäcke aus dem Auto und rutschen mehr als wir gingen noch ein paar hundert Meter den Berg hinunter. Endlich eine Stelle für das Zelt. Total erledigt fielen wir in unsere Schlafsäcke. Und dann kam das Gewitter……!
Nach gefühlten zwei Stunden Schlaf und feuchten Schlafsäcken hatten wir nach 2 Stunden und mit Hilfe eines weiteren Teams und drei Seilwinden endlich alle Fahrzeuge wieder frei. Schöner Morgensport!
Am Samstag hatten wir bis 13.00 Uhr Zeit die Ziellinie zu überqueren. Danach folgte eine weitere Verbindungsetappe zum Zielort in Medias mit spätester Ankunftszeit 15.00 Uhr. Da wir nach überfahren der Ziellinie aber den Korridor nicht mehr befahren durften, mussten wir einen Umweg einlegen. Dadurch überschritten wir die Ankunftszeit um 30 Minuten. Nach einigen Stunden unsicheren Gefühls, wurde es bei der Siegerehrung Gewissheit. Wir waren disqualifiziert. Wie viele andere Teams. Sch…! Nur 5 Teams sind am Ende in der Wertung. Wir gratulieren trotzdem den Siegern!
Nachträglich möchten wir uns bei der rumänischen Bevölkerung bedanken. Ganz anders als manch landläufige Meinung lernen wir dieses Land und seine Bevölkerung jedes Jahr aufs Neue lieben und schätzen. Durch unsere Teilnahme an zahlreichen Bewerben in den letzten zehn Jahren in den verschiedensten Ländern, können wir der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft nur unsere Bewunderung ausdrücken. Manche sogenannte „wohlhabende Länder“ können sich davon ein Beispiel nehmen.
Ein besonderer Dank geht natürlich an unsere Sponsoren
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