Michael Endes Roman Momo ist zurzeit in einer Bühnenfassung in der Bruckmühle zu sehen. Die
grauen Herren (von zahlreichen jungen Nachwuchstalenten hervorragend dargestellt) in Michael Endes Geschichte "Momo" sind gegen Zeitverschwendung. Sie stehlen nicht nur die Lebenszeit,sondern damit den Menschen alles, was diese Zeit lebenswert macht. Am 29. Mai hatte das
Theaterstück "Momo" in der Bruckmühle Premiere und ein großartiger Erfolg mit lang andauerndem
Applaus war den zahlreichen Akteuren auf und hinter der Bühne (eine Gemeinschaftsproduktion der
Pfarre und des Comedia Clubs Pregarten in Kooperation mit der Bruckmühle) beschert.
Allein die richtige Stückauswahl zur rechten Zeit ist noch nicht das Geheimnis für ein Erfolgstheater mit und für junges Publikum. Wenn auch längst der Nährboden für gutes Jugendtheater der Region bekannt ist, so reichen die vielen kleinen und großen schauspielerischen Talente gerade dafür aus, unter qualifizierter Regie und unter künstlerischer Leitung von Claudia Seigmann genau dort anzukommen, wo bei ausverkaufter Premierenvorstellung die Zeit buchstäblich zum Stillstand gebracht worden ist. So hervorragend waren in dieser Inszenierung die einzelnen Bilder und Charakteren in teils märchenhafte Figuren verwandelt. Als Momo (von Lea Voglauer zauberhaft
dargestellt) von einer Reise zurückkehrt, hat sich die Welt verändert – und mit ihr all die Menschen. 21 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 18 Jahren sind in den vergangenen Wochen höchst motiviert und mit einer Begeisterung an die Erarbeitung von Momo herangetreten und vieles von
dieser Theaterleidenschaft wir in diesen knappen 90 Minuten auch spür- und erlebbar. So authentisch
nacherzählt und in wohlgestalteten Kostümen (Ehrentraud Gasser-Grabow) eingekleidet haben sich
die „grauen Herren“, die Touristinnen und Touristen sowie Gastwirt Nino u.a. (mit viel Eloquenz von Anna Steiner gespielt) im Amphitheater aufgehalten, so, als hätten sie nie zuvor an einem anderen Ort gelebt. Nur die Schildkröte Kassiopeia (Lisa Sebera in der Rolle einer einfühlsamen und mit sehr viel Weisheit gepolten Spezies der Natur) und ihr Meister Hora (Bruno Fröhlich als ein Ruhepol zwischen den Zeiten) brachten Bewegung in das Zeiträtsel und in die Reihen des Publikums. Dies überboten haben nur noch die Tanzdarbietung des Fremdenführers Gigi (Nadine Prock mit Rhythmik und Ästhetik im Scheinwerferkegel) oder ein plötzlicher Wutausbruch der Polizistin (Viktoria
Undessers in der Rolle der Kollerikerin) sowie ein tapferes „Bella Ciao“ des gesamten Ensembles ,
das sich zum Bekenntnis allen Lebendigen und Lebenswerten zu entwickeln schien, haben dazu
beigetragen, dass am Ende Momo und allen Menschen das Glück, ja richtig, die Zeit widerfuhr.
Ein besonderes Zeittheater und Zeitkritik zugleich mit jungen Schauspielerinnen und Schauspielern, das niemand versäumen sollte und jede Menge „Pregartner Spieß Burger“ gibt es noch obendrein. Die Gelegenheit dazu haben Sie noch am:
05. und 06.06.2010, 19 Uhr, Kartenreservierungen: www.comedia.at, 07236/2223
Kartenpreise: A11/B10, bis 15 Jahre jeweils 3 Euro Ermäßigung