Kongress für eine nachhaltige Geldordnung

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Diskussionen fanden auch im großen Kreis statt. Foto: Margarethe Gruber
Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 19.05.2017 13:24 Uhr

SEITENSTETTEN. Am vergangenen Wochenende fand der Kongress „Seitenstetten III“ für eine nachhaltige Geldordnung im Bildungszentrum St. Benedikt statt.

Von 12. bis 14. Mai trafen sich in Seitenstetten Experten für alternative Geldkonzepte mit Vertretern von Friedensinitiativen, ökologischen und sozialen Bewegungen und interessierten Einzelpersonen, um gemeinsam Wege für eine nachhaltige Geldordnung zu suchen.Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur Wien stellte Bemühungen um das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele vor und unterstrich: „Ein Wirtschaftssystem, das wachsen muss, kann nicht nachhaltig sein! Derzeit werden soziale und ökologische Grenzen verdrängt.“

Wie Nachhaltigkeitsziele erreicht werden können

Zur Frage, wie man Energien zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele bündeln könne, ermutigte Altbürgermeister Karl Sieghartsleitner von Steinbach/Steyr mit seinen Erfahrungen vom überparteilichem Miteinander in seiner Gemeinde. Es gehe um einen Lernprozess und um Einsicht. Man brauche Ziele. Wenn Konflikt herrscht, kann nichts erreicht werden, weil die Kreativität fehle. Ingrid Hinterleitner von ATTAC Mostviertel-West bekräftigte diese Erfahrung.

Selbst ein Studium lässt wichtige Fragen offen

Gerhard Zwingler vom Nets.werk Steyr hat nach erschütternden Erlebnissen in Brasilien Volkswirtschaftslehre studiert, blieb damit aber ohne Antworten auf seine Fragen nach einem nachhaltigen Wirtschaftssystem. Aber ähnlich wie Tobias Plettenbacher mit „Wirgemeinsam“, fand er nun seinen eigenen Weg, um neue Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Wirtschaft zu unterstützen. Über das Zitat von Anne Frank „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern“ dachten Günter Hoppenberger (Geldphilosoph), Peter König (Geldforscher aus England, dzt. Schweiz), Helmo Pape (ehem. Banker), Ingrid Hinterleitner (Gewaltfreie Kommunikation) und Walter Steindl (Emmaus St. Pölten) nach.

Die Möglichkeiten einer nachhaltigen Geldordnung

Über verschiedene Möglichkeiten einer nachhaltigen Geldordnung referierten Kathrin Latsch (MONNETA Hamburg), Gerhard Senft (Wirtschaftsuniversität Wien), Marianne Schallhas (Arbeitsgemeinschaft Gerecht Wirtschaften) und Richard Werner (Universität Southampton). Das „Vollgeldkonzept – Geldschöpfung als Privileg des Staates“ wurde von Raimund Dietz, (Monetative A), Thomas Betz (Monetative D) und Ewald Kornmann (Vollgeld Schweiz) vorgestellt.

Über Strategien für eine nachhaltige Weltwirtschaftsordnung referierten Heinrich Wohlmeyer, Richard Werner und Gerhard Zwingler.Thema des zweiten Abends waren Strategien zur Überwindung von Resignation und Depression in Politik und Gesellschaft.

Podiumsdiskussion und Arbeit in Kleingruppen

Am Podium sprachen Anna Rohrhofer (Altbäuerin St. Peter/ Au), der es am Ende des zweiten Weltkrieges zusammen mit ihrer Schwester gelungen ist 23 Juden zu verstecken, Gottfried Höbinger (Psychiater und Neurologe), Karl Langer (Emmausgemeinschaft St. Pölten) und Josefa Maurer (Arge Gerecht Wirtschaften).

„Da es genügend Raum für persönliche Begegnungen, Gespräche in Kleingruppen und einen Runden Tisch für Experten gab, konnten überaus hoffnungsvolle Entscheidungen getroffen werden. Die Freude am gelungenen Miteinander, die Tatsache, dass jeder gesunde Mensch gerne einen Beitrag für die Gesellschaft leistet und guter Wille jedem Menschen zugetraut werden kann, wenn Angst und Irrtum durch Mut und mehr Wissen überwunden werden, lässt eine neue Wirklichkeit erhoffen“, erklärt Organisatorin Josefa Maurer optimistisch.

Ökumenischer Gottesdienst zum Abschluss

Krönender Abschluss war ein ökumenischer Gottesdienst mit Altabt Berthold Heigl, Pastorin Nina Krämer aus Linz und dem Evang. Pfarrer Christoph Körner aus Berlin. Veranstaltet wurde der Kongress von der Initiative Zivilgesellschaft mit Obmann Alfred Strigl, Direktor vom Institut für Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien.

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