Amstettner Druckerei Queiser ist insolvent

Hits: 697
Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 30.11.2021 12:40 Uhr

AMSTETTEN. Die alteingesessene Amstettner Druckerei Queiser hat ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten beantragt. Wie der Kreditschutzverband KSV1870 in einer Aussendung berichtet, belaufen sich die Passiva laut Schuldnerangaben auf rund 1,66 Millionen Euro. Insgesamt sind 119 Gläubiger (ohne Dienstnehmer) betroffen.

Laut Schuldnerangaben sei es zu einem „erheblichen Umsatzeinbruch aufgrund der Corona-Pandemie“ gekommen. Trotz bereits eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen habe der nunmehr erforderliche Sanierungsschritt nicht verhindert werden können.

Angebot an Gläubiger

Das Schuldnerunternehmen bietet den Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Die Finanzierung soll aus dem Fortbetrieb mit Hilfe weiterer Restrukturierungsmaßnamen gelingen. Laut Schuldnerangaben ist auch eine Zusammenlegung der Standorte geplant und soll der Fokus zukünftig insbesondere auf die Werbetechnik und den Digitaldruck gelegt werden. Der noch zu bestellende Sanierungsverwalter wird laut KSV1870 in den nächsten Wochen zu prüfen haben, ob die Sanierungsbestrebungen tatsächlich aufrechterhalten werden können.

Die Queiser GmbH

Bei der Schuldnerin, der Queiser GmbH, handelt es sich um einen Druckereibetrieb, welcher an den Standorten Amstetten, Wieselburg und Scheibbs geführt wird. Das Unternehmen hat sich auf Offset- und Digitaldruck spezialisiert. Als zweites Standbein war man zuletzt auch im Bereich der Werbetechnik tätig.

Statement der Queiser GmbH

In einer Aussendung des Betriebs heißt es folgendermaßen: „Seit 1876 steht der Name Queiser in Amstetten, im Mostviertel und weit darüber hinaus für hochqualitative Lösungen in den Bereichen Druck und Werbetechnik. In den vergangenen Jahren hat das Familienunternehmen zahlreiche lnvestitionen getätigt und insgesamt acht Firmenübernahmen durchgeführt. Das Leistungsspektrum einer klassischen Offset-Druckerei wurde kontinuierlich um die Bereiche Digitaldruck, Werbetechnik, Messebau, Lichtwerbung und Textilien erweitert. So wurde versucht, dem österreichweiten Druckereisterben entgegenzuwirken, was bis 2019 auch sehr erfolgreich funktioniert hat“.

Covid-bedingter Umsatzrückgang

Im Jahr 2020 habe die Covid19-Pandemie zu einem „unverschuldeten, plötzlichen und massiven Umsatzrückgang“ der Queiser GmbH von rund 32 Prozent geführt. Die Gründe dafür liegen laut Aussendung in einem Totalausfall des Messebaus und bei Veranstaltungen, starken Lockdown-bedingten Einbußen beim Schilderdienst für die Gastronomie und ganz generell einem Rückgang im Werbe- und Druckbereich.

Auslöser Corona

„Die daraus resultierende wirtschaftlich schwierige Lage unseres traditionsreichen Druckereibetriebs wurde also vor allem durch die Corona-Krise ausgelöst“, erklärt Eigentümer und Geschäftsführer Stefan Ramharter. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurden verschiedene Umstrukturierungen und Maßnahmen gesetzt. „Leider hat sich aber auch die Kurzarbeit als kein probates Mittel für unser Unternehmen erwiesen“, so Ramharter. Trotz aller Bemühungen würden die aktuellen Pandemiemaßnahmen, wie der derzeitige Lockdown, nun dazu führen, dass eine Rückführung der Gesamtverbindlichkeiten ohne Sanierung nicht mehr möglich sei.

Sanierungsplan

Ein entsprechend ausgearbeiteter Sanierungsplan werde nun schrittweise umgesetzt. Das Hauptziel dabei sei, dass das Unternehmen auf jeden Fall fortgeführt werde. Die Schwerpunkte im Leistungsspektrum sollen auch weiterhin vor allem in den Bereichen Werbetechnik, hausinternem Digitaldruck und Offsetdruck liegen. Eine Zusammenführung der derzeit bestehenden drei Standorte (Wieselburg, Scheibbs und Amstetten) auf einen Produktionsstandort in Scheibbs und einen Vertriebsstandort in Amstetten ist geplant.

22 Mitarbeiter betroffen

Insgesamt sind aktuell 22 Mitarbeiter der Queiser GmbH vom Sanierungsverfahren betroffen. Die Mitarbeiter wurden von der Geschäftsführung über den Sanierungsplan informiert. Geschäftsführer Stefan Ramharter dazu: „Unsere Mitarbeiter sind zum Großteil qualifizierte Fachkräfte. Diese sollen auch in Zukunft die österreichweit geschätzte hohe Queiser-Oualität sicherstellen. Ich bin überzeugt, dass wir durch das Sanierungsverfahren und entsprechende strategische Adaptionen den Neustart gemeinsam mit unseren Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern schaffen. So wollen wir das Unternehmen Queiser in eine gute Zukunft führen!“

Quelle: KSV1870

Kommentar verfassen



Amstettner Falcons A starten siegreich ins neue Jahr

AMSTETTEN. Nach der Weihnachtspause starteten die Falcons mit einem Heimsieg gegen die BBC Auhof Devils Linz ins Jahr 2022. Spiel-Ergebnis: 62:57 (33:22)

SKU unterlag bei Testspiel gegen Salzburg 6:0

TAXHAM/AMSTETTEN. Der SKU Ertl Glas Amstetten verlor gegen den FC Red Bull Salzburg in einem Testspiel im Trainingszentrum Taxham (Salzburg) 6:0.

Brand in Blindenmarkt

BLINDENMARKT. Am Samstag (15. Jänner) wurden gegen 18.30 Uhr 130 Mitglieder von acht Feuerwehren zu einem Wohnhausbrand nach Blindenmarkt gerufen. Dort angekommen stand ein Holzschuppen, der unmittelbar ...

Neue Stromzähler in St. Peter

ST. PETER. Die Marktgemeinde St. Peter in der Au bekommt Smart Meter. Die EVN Tochter Netz NÖ tauscht ab Ende Jänner 2022 die Stromzähler.

Hochwasserschutz am Zauchbach fixiert

AMSTETTEN. Nachdem das Hochwasserschutzprojekt am Zauchbach wasserrechtlich bereits seit längerer Zeit bewilligt ist, konnte nun die Finanzierung fixiert werden.

Amstettner Franziskanerinnen laden zur Stunde der Berufung ein

AMSTETTEN. Die Franziskanerinnen laden am Samstag, dem 29. Jänner von 16.30 bis 18 Uhr zur Stunde der Berufung in die Klosterkirche Amstetten ein. 

Ulmerfelder Priesterseminarist zum Diakon geweiht

ULMERFELD. In Maria Taferl wurden drei Priesterseminaristen von Bischof Alois Schwarz zu Diakonen geweiht - darunter Thomas Schmid aus der Pfarre Ulmerfeld, der sich auf dem Weg zum Priestertum befindet. ...

„Duo Annea“: Konzert mit Weinverkostung im mozArt Amstetten - NEUER TERMIN

AMSTETTEN. Andrea Edlbauer (Saxophon) und Barbara Maria Neu (Klarinette) bieten als Duo Annea ein Konzert mit Weinverkostung im mozArt Amstetten. Aufgrund der Corona-Lage wird die Veranstaltung auf 19. ...