Mattighofner unterstützen Hilfsprojekt in Nigeria

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Sabrina Reiter Sabrina Reiter, Tips Redaktion, 01.06.2020 06:14 Uhr

MATTIGHOFEN. Mit Universitätsprofessor Christian Egarter und Optikermeisterin Barbara Kainzner reisten heuer zwei Mattighofner nach Nigeria, um im Rahmen eines Hilfsprojekts bedürftigen Menschen medizinisch zu helfen. Letztere stellte ihre Dienste bereits zum fünften Mal dem „Madonna Austrian Hospital“ zur Verfügung.

Vor rund zehn Jahren errichtete der Pfarrer von Obergrafendorf Emeka Emeakaroha in seinem nigerianischen Heimatdorf Umunohu in der ehemaligen Biafra-Region das „Madonna Austrian Hospital“. Vor fünf Jahren wurde die Mattighofnerin Barbara Kainzner auf das Hilfsprojekt aufmerksam. „Ich ging damals in Pension und suchte eine Möglichkeit, mit meinen Fähigkeiten Menschen zu helfen“, erklärt die Optikermeisterin. Kurzerhand schloss sie sich einer Gruppe von Medizinern, Optikern, Krankenschwestern, Hebammen und Technikern aus Österreich an, die jedes Jahr drei Wochen lang in dem Krankenhaus kostenlos ihre Dienste zur Verfügung stellen. Von Mitte Jänner bis Mitte Februar dieses Jahres wiederholte sie die Reise nun zum mittlerweile fünften Mal. „Diese drei Wochen sind jedes Jahr sehr anstrengend. Aber nach fünf Jahren weiß ich, was mich erwartet: Eine wunderbare, teilweise extrem emotionale Erfahrung. Es ist eine große Freude zu sehen, dass die Menschen durch ihre Brille wieder selbstbestimmt leben können.“

Große Armut

Die Nachfrage nach den kostenlosen medizinischen Tätigkeiten ist jedes Jahr sehr groß, viele nehmen eine weite Anreise auf sich. Auch heuer konnten wieder fast 4.000 Menschen mit gespendeten Brillen versorgt werden, berichtet Kainzner. Sie weiß, viele Nigerianer können sich eine neue Brille schlichtweg nicht leisten. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, durchschnittlich müssen die Menschen mit 1,70 Euro pro Tag ihr Leben bestreiten. „Die Leute leben von der Hand in den Mund“, erzählt Kainzner, dies wird besonders in der aktuellen Corona-Krise zum Problem. „Mit strengen Maßnahmen konnte die Regierung die Ausbreitung zwar erfolgreich eindämmen, jedoch haben viele Menschen dadurch keine Einkünfte und das bedeutet Hunger“, bedauert Kainzner. Umso schmerzhafter ist es für sie, wenn den Leuten medizinisch nicht mehr geholfen werden kann. In solchen Fällen versucht die Mattighofnerin, den Familien anderweitig unter die Arme zu greifen. Konkret half sie etwa bei ihrer jüngsten Reise einer auf einem Auge erblindeten Mutter mit der Übernahme einer Schulpatenschaft für einen ihrer Söhne. Dieser kann nun die ebenfalls von Pfarrer Emeakaroha gegründete Schule besuchen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Generell gehe es bei diesen beiden Projekten nicht nur um die Versorgung von Menschen, sondern auch um Hilfe zur Selbsthilfe, erklärt Kainzner. So entstand etwa auf ihre Initiative in dem Krankenhaus eine Optiker-Werkstatt, wo Mitarbeiter geschult und zu selbstständigem Arbeiten angeleitet werden. Mit rund 70 Angestellten ist das Krankenhaus mittlerweile nicht nur ein wichtiger medizinischer Versorger, sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber.

Mattighofner helfen

Mit Kainzner mitgereist ist heuer auch der Mattighofner Christian Egarter, Professor für Frauenheilkunde an der Universität Wien. Die Chirurgen, Anästhesisten und Hebammen führten unter teils schwierigsten Bedingungen rund 200 Operationen – von Nabelbruchoperationen bis zu Notkaiserschnitten – durch. Weitere Hilfe für das Krankenhaus aus Mattighofen kam nicht nur von vielen privaten Spendern, sondern auch von Seiten der Stadtgemeinde. Auf Initiative des Gemeinderats Johann Zehner stellte diese 2.000 Euro für die Anschaffung eines dringend benötigten Geräts zur schnellen Bestimmung von Malaria bereit. Die Behandlung von Malaria ist einer der Schwerpunkte des Krankenhauses, erklärt Kainzner, eine schnelle Diagnose sei essenziell für den Verlauf und die Behandlung dieser schweren Krankheit.

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