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BEZIRK. Die heißen Tage und die Trockenheit führten im Bezirk in diesem Sommer schon zu mehr als zehn Vegetationsbränden. Diese wurden in den letzten Jahren kontinuierlich mehr, sagt Braunaus Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser. Im Bezirk wird daher eine eigene Feuerwehreinheit zu dem Thema geschult.

Bei einem Ausbildungstag in Roßbach und Fraham absolvierten Feuerwehrleute eine Übung, bei der eine zirka 3,5 Hektar große Fläche in Flammen stand. (Foto: Gerald B. Photography)
photo_library Bei einem Ausbildungstag in Roßbach und Fraham absolvierten Feuerwehrleute eine Übung, bei der eine zirka 3,5 Hektar große Fläche in Flammen stand. (Foto: Gerald B. Photography)

Die anhaltenden Waldbrände auf der griechischen Insel Rhodos sorgten für Schlagzeilen. Aber auch der Bezirk Braunau ist vor Wald- und Feldbränden nicht verschont. „Im Juli gab es innerhalb einer Woche drei große Vegetationsbrände, bei denen die Gefahr einer Ausbreitung auf andere Felder und Wälder gegeben war“, sagt Kaiser.

Zu den Bränden kam es in Schwand, Ranshofen und St. Peter. Ende Juni verursachte in Moosbach außerdem eine in Brand geratene Rundballenpresse einen Flächenbrand mit Alarmstufe 2, zu dem sechs Feuerwehren ausrücken mussten.

Die Feldbrände gingen glimpflich aus. Sie konnten rechtzeitig eingedämmt werden, es stand genügend Löschwasser zur Verfügung. Die Landwirte unterstützten außerdem, indem sie Löschwasser mit Güllefässern bereitstellten, wie Kaiser berichtet.

Welche gefährliche Wirkung ein Feldfeuer bekommen kann, zeigte aber der Brand in Ranshofen. Hier griff das Feuer, das auf einem Stoppelfeld ausgebrochen war, auf ein angrenzendes Feld über.

Besonders gefährlich wird es, wenn das Feuer auf einen Wald übergeht. „Solange der Brand noch am Boden ist, kann er noch einigermaßen bekämpft werden. Wenn das Feuer aber in den Baumkronen ist, wird es schwierig“, erklärt Kaiser. Eine der größten Herausforderungen bei der Brandbekämpfung ist ihm zufolge, dass man die Brandstelle findet. „Wir greifen hier auf die Hilfe von Förstern oder Waldbesitzern zurück, die eine gute Kenntnis der Region haben.“

Die Brände in Rhodos zeigen jedenfalls, wie wichtig die Brandbekämpfung ist. „Wir müssen schauen, dass wir schlagkräftig sind, damit wir schnellstens einsatzbereit sind.“

Spezialeinheiten

Die Einsatzkräfte werden daher zu dem Thema sensibilisiert. Laut Kaiser befasste sich die Feuerwehr des Bezirks in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Vegetationsbrände. Es werden dazu Weiterbildungen durchgeführt. Im Bezirk soll es sogar eine eigene Bekämpfungseinheit, die sich auf das Thema spezialisiert, geben.

Letztes Jahr absolvierten Braunauer Feuerwehrmitglieder dazu eine theoretische Ausbildung. „Vergangenen Samstag wurde eine spezielle Löschübung durchgeführt, bei der gezeigt wurde, wie man solche Brände gut in den Griff bekommen kann“, berichtet der Kommandant. Bei der Ausbildung lernen die Feuerwehrleute Strategien, wie sie im Ernstfall am besten vorgehen können.

Unter anderem erfahren sie, wie sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. „Wenn der Wind dreht, kann man plötzlich im Rauch oder Feuer stehen“, sagt Kaiser. „Daher ist es wichtig, gut ausgerüstet zu sein und dass die Führungskräfte eine gute Taktik haben.“

Besondere Ausrüstung

Zum Löschen der Feldbrände versorgten sich die Feuerwehren und Gemeinden mit besonderer Ausrüstung. Denn: „Bei Feldbränden sind oft kleinere Geräte zielführender, beispielsweise Schläuche, die man leichter mitführen kann.“

Eingesetzt werden außerdem spezielle Drohnen. Sie sollen helfen, herauszufinden, wo sich das Feuer ausbreitet. Zudem sollen sie einen Überblick verschaffen, um eine optimale Einsatzstrategie entwickeln zu können. Verwendet werden Einsatzdrohnen, die von speziell ausgebildeten Feuerwehrkräften gesteuert werden. Eskaliert der Brand, muss ein Hubschrauber hinzugezogen werden.

Als Kaiser 2014 Bezirksfeuerwehrkommandant wurde, begann man erst damit, sich mit dem Thema Feldbrände genauer auseinanderzusetzen. Sukzessive wurden diese Brände aber mehr. „Als es 2017 starke Waldbrände im Bezirk gab, hatte die Feuerwehr zum Glück schon eine gute Basis.“ Während der Corona-Pandemie gab es laut Kaiser verstärkt Brände. Da mehr Menschen in der Natur unterwegs war, verursachten vermehrt weggeworfene Zigaretten ein Feuer.

Grund für die Brände im Juli war die Trockenheit im Bezirk, gepaart mit heißer Luft. Die Temperaturen reichten teilweise bis zu 37 Grad. „Jetzt ist die Situation etwas entspannter, weil es geregnet hat. Dennoch ist eine tiefer gehende Feuchtigkeit noch nicht da. Es ist möglich, dass innerhalb kürzester Zeit die Gefahr wieder gleichermaßen gegeben ist.“

Brandgefahren meiden

Kaiser appelliert daher, nach wie vor vorsichtig mit Feuer umzugehen und Brandgefahren zu meiden. „Es wäre wichtig, nicht achtlos Feuer zu machen. Es gibt eine Waldbrandverordnung, man dürfte im Freien somit gar kein Feuer machen.“

Auch beim Abstellen von Fahrzeugen auf einem sehr trockenen Grund, sollte man vorsichtig sein, da auch hier ein Brand entstehen könnte. Ein weiterer Grund für Brände: Durch maschinelle Arbeiten kann ein Funkenflug entstehen. Und auch herumliegende Glasscheiben können zu Feuer führen. Sie sollten daher fachgerecht entsorgt werden.

„Wichtig ist, dass überall Löschwasser zu Verfügung steht. Wer Anzeichen eines Brandes sieht, sollte rechtzeitig die Feuerwehr alarmieren.“


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