WKO Braunau regt Neustart für grenzüberschreitendes Stadtmarketing an
BRAUNAU/SIMBACH. Die Wirtschaftskammer (WKO) Braunau spricht sich für eine grundlegende Neuausrichtung des grenzüberschreitenden Stadtmarketings zwischen Braunau und Simbach aus. Anlass ist der angekündigte Austritt der Stadt Simbach aus der gemeinsamen „Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach GmbH“ (STS), die 2015 als europaweit einzigartiges Kooperationsprojekt gegründet wurde.

Die WKO, die die Gründung des Stadtmarketings maßgeblich mitinitiiert hatte, bedauert die aktuelle Entwicklung. Gleichzeitig sieht sie in der Krise die Chance für einen Neustart. Nach der Trennung vom operativen Geschäftsführer und der angekündigten Evaluierungsphase ist das Ganze ins Stocken geraten. Das aktuelle Tief darf aber nach Ansicht der WKO nicht das endgültige Ende bedeuten, sondern muss als Weckruf für eine Renaissance dieser wertvollen Idee genutzt werden, heißt es seitens der WKO.
WKO-Bezirksstellenobmann Klemens Steidl erinnert an die ursprüngliche Zielsetzung der Kooperation. Zwei Städte in zwei Ländern hätten ihre Kräfte gebündelt, um die Attraktivität der Region nachhaltig zu stärken und ihre Besonderheiten stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Die ursprüngliche Vision war es, den Menschen die Augen für die enormen Schätze und Sehenswürdigkeiten unserer Region zu öffnen. Wir wollten alles bewusster ‚mit den Augen eines Touristen‘ sehen“, so Steidl. Nun brauche es den politischen Willen auf beiden Seiten des Inns, um die Zusammenarbeit neu aufzustellen und zukunftsfähig zu gestalten.
Auch WKO-Bezirksstellenleiter Klaus Berer sieht Handlungsbedarf. Stadtmarketing dürfe sich nicht auf die Organisation von Veranstaltungen beschränken, sondern müsse langfristige Bewusstseinsbildung, strategische Positionierung und professionelle Kommunikation in den Mittelpunkt stellen. „Die Bündelung der Kräfte, die Vernetzung von Akteuren ist gefragter denn je, nicht zuletzt, da sich die äußeren Rahmenbedingungen in den letzten Jahren auch verändert haben“, betont Berer.
Die WKO Braunau signalisiert ihre Bereitschaft, aktiv an einem neuen Konzept mitzuarbeiten. Ziel müsse es sein, die Stärken beider Städte wieder gemeinsam zu nutzen und damit die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Lebensqualität in der Grenzregion nachhaltig zu fördern.


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