Vögel der Region - Blaumeise „Tipsi“ präsentiert den selten gewordenen Wiedehopf

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Florian Mayr, Leserartikel, 16.08.2016 20:53 Uhr

Im Monat September stellt „Tipsi“ den seltenen Wiedehopf vor!

Über den Wiedehopf kann man nur noch schreiben, weil er im Herbst beim Zug in den Süden ein seltener Gast ist. Eine eifrige Tips-Leserin und ein Jäger haben ihn in den letzten Jahren bei uns gesichtet. Die Brutnachweise in Oberösterreich kann man an einer Hand abzählen. Manch einer, der heute 60, 70 Jahre zählt, weiß aber aus der Kindheit, dass dieser Exot ein Allerweltsvogel war. Wer Oma und Opa hat, kann ja fragen, wie bunt die Natur früher war. Was ist geschehen, dass sich auch der Wiedehopf hier nicht mehr wohl fühlt? Über die Gründe können am besten die Altbauern den jungen Landwirten ein Lied zwitschern. Das Ende der Weidewirtschaft, aber auch die Überdüngung der verbliebenen Wiesen (Erkennungsmerkmal, ein Blütenmeer aus Löwenzahn), Giftspritzen und dass kein Baum mehr alt werden darf, findet der Wiedehopf alles andere als cool.

Die Menschen müssten den Wiedehopf lieben. Er zählt mit seiner punkigen Irokesenfederkrone zu den Prachtexemplaren der heimischen Fauna und er ist ein Nahrungsspezialist für Engerlinge und Maden. Als hätte er einen Röntgenblick, holt er die Käferlarven mit seinem spitzen langen Schnabel todsicher aus der Erde. Er vertilgt mit seiner Familie jeden Tag so viele Engerlinge, wie in einen Bierkrug passen. Das erzählt anschaulich Manfred Eckenfellner, bekannt aus der Universum Doku „Die Rückkehr des Wiedehopfs“. Eckenfellner hat mit seinen Nistkästen und seinem Wissen über die Vögel viele Weinbauern am Wagram (zw. Krems und Tulln) überzeugt, dass Gift spritzen überflüssig ist. Wenn man Ahnung von der Natur hat, dann weiß man, was man wann zu tun hat und wen man sich als Helfer zu Nutze machen kann. Gift kostet und schadet verhältnislos mehr als es nützt. Nützlingsinsekten gehen drauf, selbst die Gesundheit des Menschen wird riskiert, oft nur wegen eines Schädlings, dem man auch so Herr werden könnte. Der Wiedehopf etwa ist ein wichtiger Mitarbeiter im Weingarten. Das würde auch für die Streuobstwiese gelten. Man kann sich ausrechnen, dass bei einem Wiedehopfpaar vor Ort von Engerlingen keine Gefahr mehr für Weinstöcke oder Obstbäume ausgeht.

Der Wiedehopf wird übrigens auch Stinkvogel genannt. Das Weibchen und die Jungen wehren sich mit einem übel riechenden gezielten Strahl gegen Marder und Co. Er ist daher nicht koscher, aber dennoch der Nationalvogel Israels, da er für Frieden steht. Die Mythen dichten ihm auch an, dass er der Botschafter der Liebe zwischen König Salomo und der Königin von Saba war. Im Herbst fliegen die Wiedehopfe zum Überwintern nach Afrika. Manfred Eckenfellner wird sie für eine weitere Universum-Doku nach Afrika begleiten und wieder viele ORF-Zuseher begeistern.

 

TEXT: Julia Karner und Florian Mayr

Es gab in diesem Zusammenhang auch folgende erfolgreiche Tips-Aktion - es wurden letztendlich mehr als ein Dutzend Nistkästen aufgestellt: „Wiedehopfnistkästen suchen neuen Aufpasser - Tips Enns vergibt fünf Wiedehopfnistkästen, gebaut nach der Anleitung von Manfred Eckenfellner, der die Bedürfnisse des Wiedehopfs kennt wie kein anderer. Gesucht werden Wiedehopfsympathisanten, die noch an die Schöpfung glauben, Ehrfurcht vor der Evolution haben und sich nicht als Leibeigene der Pharmakonzerne sehen, die abgelegene Wiesenflächen ihr eigen nennen, die am besten mit einzelnen Bäumen bestanden sind (ideal wären Streuobstwiesen bzw. Jagdreviere).“

 

UND WER SICH EIN BILD VOM WIEDEHOPF MACHEN WILL - UNTEN FOLGEND EIN AUSFÜHRLICHES VIDEO!

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