Vögel der Region - Blaumeise „Tipsi“ präsentiert den coolen Eisvogel

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Florian Mayr, Leserartikel, 06.11.2016 08:43 Uhr

Vögel der Region - Blaumeise „Tipsi“ präsentiert den coolen Eisvogel

Von Bewunderern wird er „fliegender Edelstein“ genannt. Sein Name hat nichts mit Eis zu tun, denn harte Winter überstehen höchstens drei von zehn Eisvögeln. Manche meinen, er leitet sich von den Farben des Eisens her. So nennt man ihn auch mundartlich „Eisenkeil“. Schlüssiger ist, dass er von althochdeutsch „eisan“ – was schillern heißt – abstammt oder wie die Flüsse Isar und Eisack von indogermanisch „es“ bzw. „is“, was Wasser bedeutet. Tatsächlich schillert dieser Vogel im Sonnenlicht und man findet ihn weder im Wald noch auf der Wiese, sondern nur an Gewässern, manchmal sogar am Pool. In Südeuropa wird er wegen seines geteilten Mantels nach dem Heiligen Martin Martinsfischer genannt, in England schwärmt man vom Königsfischer.

Er hat sehr viel mit dem menschlichen Fischer gemeinsam. Beide haben eine Vorliebe für Fisch, sitzen ewig am Gewässer und warten geduldig, bis ein Fisch anbeißt beziehungsweise erspäht wird und dulden keine Rivalen im Revier. Der Eisvogel – er kann nur kleinere Fische fressen – stürzt sich ins Wasser und packt stoßtauchend den Fisch. Wenn er seine Beute mit dem Kopf voran im Schnabel hält, frisst er ihn selbst. Wenn der Fischkopf nach vorne zeigt, ist er für seine Angebetete gedacht. Sie ist an der roten Schnabelunterseite zu erkennen, während sein Schnabel durchgehend schwarz ist. Mit der Übergabe von Fischen findet die Paarbindung statt.

Auch die Jungen werden mit dem Fischkopf voran gefüttert, damit die Gräten im Rachen keinen Schaden anrichten. Der Nachwuchs bildet in der Brutröhre beim Fressen artig ein Futterkarussell, damit jeder seinen Fisch bekommt, der als Ganzer verschlungen wird. Die unverdaulichen Knochen werden als Gewölle wieder ausgespien. Ist ein Eisvogel im Revier, dann weiß der Fischer, zumindest vom Fischbestand her ist sein Gewässer in Ordnung.

Zur Wasserqualität meint der St. Valentiner Biologe Hubert Blatterer – er arbeitet beim Gewässerschutz des Amtes der OÖ. Landesregierung – „dass sich diese in Hinblick auf ungeklärte Abwässer in den letzten 30 Jahren vielfach verbessert hat. Der Rückbau von Flussregulierungen führt ebenfalls zu Verbesserungen der Lebensraumqualität. Oft liegt in unserem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet jedoch eine erhöhte Nährstoff- und Feinsedimentbelastung vor. “Unfälle„ bei der Wirtschaftsdüngeraufbringung sowie übermäßige Anwendung von Herbiziden und Insektiziden tun ihr Übriges. Dadurch fehlen Kleinstlebewesen als Nahrung sowie gut durchströmte kiesige Laichstandorte für die Fische.“

Eisvögel sind Einzelgänger, sieht man mehrere, so sind die Jungen gerade flügge geworden, aber die werden nach wenigen Tagen aus dem Revier verstaubt. Da hat man als Laie am ehesten die Möglichkeit, diesen Vogel kurz über die Wasseroberfläche zischen zu sehen. Ein seltenes Wunder, wenn man weiß, dass es in Österreich zehn Mal mehr Ennser gibt als Eisvögel. Der Eisvogel ist sehr scheu und trotz seines schillernden Gefieders vor feindlichen Blicken bestens getarnt. Das Türkisblau und Smaragdgrün seiner Oberseite verschmelzen mit der Gewässerfarbe und das rostrote Bäuchlein lässt die Fischlein wohl arglos vermuten, dass über ihnen die Sonne scheint. So ähnlich erklärt auch eine Sage die Farben des Eisvogels. Noah sandte den noch grauen Eisvogel aus, um die vorher ausgeschickten Tauben zu suchen. Der flog dabei so hoch, dass er am Rücken die Farbe des Himmels annahm und unten von der Sonne versengt wurde – angeblich sucht er die Tauben heute noch.

TEXT: Julia Karner und Florian Mayr

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