Mit LKW von der schiefen Bahn zurück in die Gesellschaft lenken

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Sabrina Lang Tips Redaktion Sabrina Lang, 25.06.2018 17:19 Uhr

GASPOLTSHOFEN. Jungen Menschen, die einen schweren Start ins Leben hatten, am Rande der Gesellschaft stehen oder auf die schiefe Bahn geraten sind, will der Verein „Natur Tier Mensch Akademie“ (NaTiMe) rund um Christian Haas aus Gaspoltshofen zu einem Neustart, einer zweiten Chance verhelfen. Gelingen soll das ganz einfach - mit einem LKW und Menschen, die das Projekt unterstützen.

Zwölf Quadratmeter Fläche inklusive drei Betten, Bad, Küche, einer kleinen Werkstatt – alles eingepackt in einem 6,5 mal 2,5 Meter großen, auffallend gelben LKW. Das soll die Grundausstattung für ein einzigartiges arbeits- und freizeitpädagogisches Projekt werden. Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, um möglichst energieautark zu sein. Das Automobil ist bereit zum Ausbau. Christian Haas aus Gaspoltshofen will mit seinem Werkstatt-Wohn-Mobil (WeWoMo) junge Menschen von 15 bis 25 Jahren unterstützen, zukünftig ein geregeltes Leben führen zu können. Schulabbrecher, Arbeitsverweigerer und Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind, seien die Zielgruppe. Menschen, die aus der Gesellschaft ausgebrochen sind, sollen so zurückfinden können.

 

Bei Intensivbetreuung ansetzen

„Das Ziel ist, die Jugendlichen wieder in die Gesellschaft zu integrieren, damit sie Arbeit oder eine Ausbildungsstelle finden. Alles ist dabei auf ihre Fähigkeiten konzentriert. Was macht dem Jugendlichen Spaß und was kann er sich vorstellen“, so Haas. Auf die Idee kam der Gaspoltshofener, da er bereits in verschiedenen sozialpädagogischen und in Wohngruppen tätig war, wo es immer wieder Jugendliche gab, die sich nicht in die Gruppe einfinden konnten. „Diese hätten eine Intensivbetreuung benötigt“, meint Haas. Genau hier will er ansetzen, denn die individuelle Betreuung von schwierigen Jugendlichen komme oft zu kurz.

 

Mitarbeit auf Bauernhöfen

Mit dem „WeMoWo“ fahren die Projektteilnehmer und Sozialpädagogen zu ausgewählten Bauernhöfen auf Stör - so der Plan. Stör bedeutet, dass ein Handwerker sein Werkzeug zusammenpackt und sein Gewerbe in einem fremden Haus oder Bauernhof vor Ort ausübt. Die Teilnehmer werden bei ihrer Mitarbeit in den landwirtschaftlichen Arbeitsbereichen, der Holz- und Metallverarbeitung intensiv sozialpädagogisch begleitet. Auf Bauernhöfen, mit Zertifizierung zur „tiergestützten Intervention“ können die Projektteilnehmer zusätzlich durch tiergestützte Maßnahmen pädagogisch gefördert werden.

 

Enger Raum als Herausforderung

„Auf engem Raum muss man schauen, dass man sich versteht und anständig kommuniziert. Das Zusammenleben ist auf engem Raum herausfordernder als in einem großen Raum. Es wird vor allem die soziale Kompetenz gefordert“, erklärt Haas. Dadurch sollen die jungen Menschen lernen, sich wieder in die Gesellschaft eingliedern zu können und Wünsche anderer zu akzeptieren und auf andere Menschen zugehen zu können.

 

Projektrealisierung durch Crowdfunding

Um dieses besondere Projekt umsetzen zu können, ist der Verein auf Sponsorensuche. Dies soll mittels Crowdfunding (auf deutsch: Gruppenfinanzierung) geschafft werden. Jeder Unterstützer wird, wenn gewollt, namentlich auf der Homepage angeführt oder erhält ein Dankeschön. Wenn die Projektsumme erreicht wird, wird unter allen Unterstützern ein Wochenende im WeWoMo für zwei am Moldaustausee verlost.

 

Ziel: Bauernhof

Das Ziel des Vereins ist es, einen eigenen Bauernhof mit drei bis 15 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu bewirtschaften und damit einen sozialpädagogischen Bauernhof aufzubauen. Für dieses Vorhaben ist der Verein auf der Suche nach einem Hof, idealerweise in Oberösterreich.

 

 

Weitere Infos:

Natur Tier Mensch Akademie

0650/7468670

team@natime.at,

www.natime.at

 

Das Projekt unterstützen:

www.gemeinwohlprojekte.at/projekte-unterstuetzen/details/projekt/78/

 

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