Bürgerinitiative der Biogasbetreiber soll Druck auf Politik ausüben

Brigitte Sickinger Brigitte Sickinger, Tips Redaktion, 24.04.2017 12:29 Uhr

KALLHAM. Die Bürgerinitiative „wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf“ versucht bezirksübergreifend und mit Unterstützung zahlreicher politischer Vertreter auf die derzeitige Situation der Betreiber von Biogasanlagen hinzuweisen.

In Oberösterreich versorgen rund 60 Biogasanlagen an die 30.000 Haushalte mit Ökostrom sowie tausende private und kommunale Gebäude mit ökologischer Nahwärme.

Anlage in Kallham

Eine Anlage, die Bioenergie Kallham, wird von Caroline und Michael Baumberger betrieben. Ihre Biogasanlage mit 250 kW Stromleistung produziert Nahwärme für 15 Gebäude mit einer Anschlussleistung von 1029 kW. Die Anlage wird auf Basis nachwachsender Rohstoffe betrieben, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Nutzung von Grünland und Zwischenfrüchten als Substrat gelegt wird. Der Betrieb besteht seit 2004, somit endet ihr Einspeisetarif des produzierten Ökostroms mit Ende des Jahres. Der Tarif würde, je nach aktuellem Marktpreis um 15 Cent/kW fallen.

„Sollte die Förderung wegfallen, wäre das eine Katastrophe, ein tägliches Defizit für unseren Betrieb und vermutlich das Aus“, erklärt Michael Baumberger, der seine Existenz bedroht sieht. Mit der Stilllegung wäre die Familie Baumberger dann einerseits auch nicht mehr in der Lage, die Wärmelieferverträge mit erneuerbarer Energie in der Region zu erfüllen und andererseits müssten sie auch die Lieferverträge mit den umliegenden Landwirten kündigen.

Ökostromnovelle

In der neuen Ökostromnovelle, die in dieser Woche im Ministerrat behandelt werden soll, sind fünf Millionen Euro pro Jahr für die Weiterführung der heimischen Biogasanlagen geplant. Laut dem Österreichischen Verband für Kompost und Biogas wären aber 20 Millionen Euro pro Jahr notwendig. Mit den veranschlagten fünf Millionen könnten also nur ein Viertel der Anlagen fortbestehen.

„Schon einmal stand der Punkt auf dem Tagesordnungsplan, wurde dann aber einfach gestrichen. In der nächsten Nationalratssitzung kommt es jetzt vermutlich zur Abstimmung, wie es mit den Bioenergie-Anlagen weitergeht“, so Caroline Baumberger.

Wenige Nachfolgetarife

Jene Biogasanlagen, deren Vertrag zuerst endet, würden einen Nachfolgetarif bekommen, in Oberösterreich wären das laut der Berechnung der Familie Baumberger nur etwa drei Betreiber, die mit einem Nachfolgetarif rechnen könnten.

Bundesrat Peter Oberlehner sieht die Sachlage so: „Das ist ein politisches Problem, hier wird keine Mehrheit gefunden und daher kam es bis jetzt zu keiner Entscheidung. Ich sehe hier aber keine einzelnen Betreiber in ihrer Existenz bedroht, sondern eine ganze Branche.“ Bioenergieanlagen, die aus organischen Restpflanzen, Mist und Abfällen Energie erzeugen, sichern in Österreich 3500 Jobs und ersetzen 40 Millionen Liter Heizöl.

Viele Unterstützer

Die Bürgerinitiative der Biogasbetreiber, die von den Bürgermeistern Gottfried Pauzenberger (Kallham), Herbert Ollinger (Neumarkt), Peter Oberlehner (Pötting), Martin Dammayr (Michaelnbach) und Vizebürgermeister Erich Haslinger (Raab) unterstützt wird, fordert daher: faire Rahmenbedingungen zur Weiterführung von effizienten Biogasanlagen und damit die Sicherung der Ökoenergieversorgung in den Gemeinden. Unterstützt wird die Initiative auch von Vizepräsident Karl Grabmayr vom OÖ Bauernbund sowie dem Bürgermeister aus Eschenau, Hannes Humer.

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Kommentare

  1. Gastuser
    Gastuser25.04.2017 14:40 Uhr

    Verschwendung geleisteter Gelder - Die Biogasbranche hat vor gut 10 Jahren mit öffentlichen Geldern eine Infrastruktur aufgebaut, die effizienter ist und zu günstigeren Tarifen produziert als im europäischen Ausland. Es wäre eine Verschwendung dieses volkswirtschaftliche Vermögen nicht zu nutzen!

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