Wohnen mit Service. Ein Pilotprojekt, das die Wohnzukunft im Alter in den Fokus nimmt

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Olivia Lentschig Tips Redaktion Olivia Lentschig, 22.06.2022 08:00 Uhr

KLAUS/STEYRLING. Ein gutes und entspanntes Leben im Alter, möglichst in der eigenen Heimatgemeinde ist der Wunsch vieler Senioren. Aus diesem Grund soll im Ortskern von Steyrling hinter der ehemaligen Raiffeisen-Filiale ein barrierefreies Gebäude mit etwa zehn Wohneinheiten entstehen.

Ältere Menschen sollen alle Voraussetzungen für ein gutes Leben im Alter haben. Dazu gehört auch, in der gewohnten und vertrauten Umgebung zu wohnen, die Gesellschaft mit anderen Menschen und das Führen eines selbstbestimmten Alltags.

Am „Hof“ in Steyrling wird ein barrierefreies Wohnhaus errichtet, das speziell an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst ist. Auch ein Sicherheitsnetzwerk ist dabei wichtig. Es soll verschiedene Aktivitäten und eine Ansprechperson vor Ort geben. Bei Bedarf gibt es zusätzlich professionelle Unterstützung und Betreuung für die Bewohner. Unter „Wohnen mit Service“, fasst Bürgermeister Rudolf Mayr das Konzept zusammen. Zentrum des Neubaus soll eine Art Gemeinschaftsraum sein, sozusagen ein zentraler Treffpunkt mit lebendiger Gestaltung, wo auch gemeinsam gekocht und gegessen werden kann und die Möglichkeit besteht, miteinander Zeit zu verbringen. „Die künftigen Bewohner sollen unbedingt eine Bereitschaft zur Gemeinschaft haben, unser Projekt soll Lust auf das Zusammensein machen“, präzisiert Arbeitskreisleiter Michael Kornek das Vorhaben. Niemand im Ort soll im Alter alleine oder ohne ausreichende Unterstützung leben müssen.

Erhebung mit Ergebnissen

„Wir möchten die Herausforderungen für Wohnen im Alter nicht einzelnen Personen überlassen und haben deshalb dieses Pilotprojekt gestartet, um auch unseren älteren Einwohnern ein Maximum an Lebensqualität zu bieten“, zeigt sich Rudolf Mayr engagiert. Um hier überhaupt die richtigen und relevanten Dinge in die Wege zu leiten und die Bedürfnisse der Gemeindebürger zu ermitteln, wurden Fragebögen an die Bevölkerung versandt. Aus der Vielzahl an Rückmeldungen war ganz klar ersichtlich, dass Handlungsbedarf vorhanden ist. Alleine die Hälfte der Befragten gaben an, dass ihr derzeitiges Zuhause nicht altersgerecht bewohnbar ist, dass Barrieren im Eigenheim wie beispielsweise Treppen und mehrere Stockwerkebenen vorhanden sind oder die aktuelle Wohnsituation vom Ortszentrum weit abgelegen ist, was wiederum die Mobilität einschränkt und mitunter Vereinsamung zur Folge hat. Aus der Umfrage, war klar ersichtlich, dass die meisten Einwohner sich an ihrem Lebensort einfach wohl fühlen und auch im Alter gerne bleiben möchten.

Smart und barrierefrei

Die geplante Bauart und die Lage des Gebäudes stellen sicher, dass künftige Bewohner ihren Wohnraum barrierefrei erreichen können, dass das Badezimmer altersgerechte Bedürfnisse aufgreift und die Immobilie eine zentrumsnahe Lage aufweist, um Erledigungen und Besorgungen durchführen zu können. Die smarten Wohnungen im Gebäudekomplex sind vollausgestattet mit Küche und Co. und bieten eine schöne Rückzugsmöglichkeit. Die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Bewohner stehen dabei an oberster Stelle, mit dem Benefit, dass eine Möglichkeit für Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen besteht. Auch die umliegenden, alten Gebäude am Gelände sollen in weiterer Folge saniert werden und somit ein neuer Ortskern für Steyrling entstehen.

Gemeinsame Finanzierung

„Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit der Planung und Finanzierung“, erklärt Michael Kornek. Die Idee ist, das Projekt gemeinsam finanziell zu stemmen, wobei die Abwicklung dazu über die ProNahGenossenschaft erfolgen wird. Einerseits soll es möglich sein, dass sich Bewohner Genossenschafts-Anteile zu 250 Euro pro Anteil kaufen können und damit auch eine Mitsprache- und Mitentscheidungsmöglichkeit erhalten. Andererseits  wird eine Beteiligung als stiller Gesellschafter möglich sein. Hier können sich Personen mit Geldbeträgen einbringen, erhalten dafür Zinsen und haben den Vorteil, zu hundert Prozent in ein sinnvolles Projekt im eigenen Ort zu investieren. Eine dritte Möglichkeit ist, dass jene Personen, die fix in das neue Wohnhaus einziehen möchten, die Mietkosten für eine bestimmte Zeit im Vorhinein bezahlen. Die Mieter ersparen sich damit die Indexanpassungen und haben einen Inflationsschutz für ihr eingesetztes Geld. Natürlich darf auch einfach „nur“ für die wertvolle künftige Einrichtung gespendet werden. Die Projektverantwortlichen sind überzeugt, gemeinsam kann Wohnen mit Service gelingen und setzen alle Hebel in Bewegung, um bereits im nächsten Jahr den Baustart zu vollziehen.

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