„Zukunftsfahrplan“: Die Almtalbahn muss schneller und attraktiver werden

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Daniela Toth Tips Redaktion Daniela Toth, 23.12.2019 15:19 Uhr

ALMTAL. Nachdem der Erhalt der Almtalbahn nun gesichert ist, soll die Strecke nun neu belebt werden. Mit diesem Ziel entwickelte die Arbeitsgemeinschaft „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“ ein ganzes Maßnahmenbündel, das bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesrat Günther Steinkellner in Pettenbach präsentiert wurde.

Als 2017 die Schließung der Almtalbahn im Raum stand, war der Aufschrei gewaltig. Unterschriften für den Erhalt der Bahn wurden gesammelt, ein Personenkomitee suchte nach Zukunftsperspektiven für die Bahnsrecke. Mit Fördermitteln dreier Leader-Regionen (Wels-Land, Traunstein und Alpenvorland) entwickelte die Arge „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“ ein Maßnahmenpaket zur Attraktivierung der Nachverkehrsstrecke, das in den kommenden drei Jahren abgearbeitet werden soll.

„Nur gemeinsam kann man etwas bewegen“

Voraussetzung sei eine enge Kooperation – sowohl innerhalb der Region zwischen Kommunen, Tourismus, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen – aber auch zwischen dem Land OÖ, dem künftigen Bahnbetreiber und der Region, betonte die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Sigrid Grubmair: „Nur gemeinsam kann man etwas bewegen.“ Im Zentrum des gemeinsam mit den Experten Claudia Schönegger (Terracognita) und Helmut Koch (Komobile) präsentierten Papiers stehen „zwölf Gebote“ für eine attraktive Almtalbahn (siehe Infobox). Die Maßnahmen reichen von „Last Mile“-Lösungen zur Ergänzung der Bahnstrecke – etwa mit Anrufsammeltaxis – über eine engere Verschränkung mit den Radwegen bis zum Ausbau der Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheibe – beispielsweise mit Pkw-Abstellplätzen, CarSharing und Leihfahrrädern.

Dazu sollen mehr Kombi-Angebote nach dem Vorbild des Bahntickets zum Schifahren am Kasberg zum Umsteigen einladen. Und auch der Tourismus will vermehrt nachhaltiges Urlauben anbieten.

Siedlungsentwicklung entlang der Bahnlinie

Den Hebel will man aber auch bei Grundsätzlicherem ansetzen: So wollen sich die Gemeinden bei Widmungen künftig mehr an der Anbindung an den öffentlichen Verkehr orientieren und Siedlungen verstärkt im Bereich von Haltestellen fördern. Gleichzeitig appelliert die Arbeitsgemeinschaft auch an die Betriebe, ihren Mitarbeitern das Pendeln mit der Bahn zu erleichtern.

Bei Fahrgastzahlen ist „noch Luft nach oben“

Derzeit bewegt die Almtalbahn rund fünf Prozent der Personen, die aus dem Almtal Richtung Zentralraum unterwegs sind. Hier gibt es Luft nach oben: „Zehn füs 15 Prozent wären durchaus möglich“, schätzt Helut Koch. Dafür müsse die Bahn jedoch schneller werden als die aktuellen 65 Minuten pro Strecke.

Reduktion der 110 Eisenbahnkreuzungen

Einen Beitrag dazu leistet das unlängst im OÖ Landtrag beschlossene Schieneninfrastrukturprogramm, das 95 Millionen Euro für die Almtalbahn vorsieht. Elektrische Züge und modernisiserte Kreuzungen werden die Fahrzeit verkürzen. Infrastrukturlandesrat Günter Steinkellner wies aber auch darauf hin, dass es entlang der Strecke 110 Eisenbahnkreuzungen gibt, die einer Beschleunigung Grenzen setzen und meinte: „Man wird über die Schließung der einen oder anderen nachdenken können.“ Dazu brauche er jedoch die Unterstützung der betrofffenen Bürgermeister.

„Zwölf Gebote für eine attraktive Almtalbahn“

Abstimmung mit Busverkehr verbessern

Mikro-ÖV als Zubringer ausbauen

Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheiben

Schaffung eines Almtal-Bahn-Radweges

Kombi-Angebot im Ausflugsverkehr

Touristische Angebotsgruppe „Urlaub vom Auto“

Erreichbarkeit der Haltestellen optimieren

Bahnhofs-Umfeld und Ausstattung attraktivieren

Siedlungsentwicklung und Haltestellen aufeinander abstimmen

Betriebliches Mobilitätsmanagement forcieren

Die Gemeinden kümmern sich und werden aktiv

Almtalbahn-Tag in der Region etablieren

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