Reiterhof und Anrainer wollen sich gegen geplanten Funkmast wehren

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Laura Voggeneder Laura Voggeneder, Tips Redaktion, 07.05.2019 10:44 Uhr

ANSFELDEN. Die ÖBB planen, am Bahnhof Nettingsdorf einen Funkmast zu errichten. Anrainer, darunter auch der Reiterhof Mischingerhof, wollen sich dagegen wehren. Die Stadt Ansfelden kann gegen die Errichtung nichts unternehmen.

Dass ein Mast geplant ist, hätten die Nettingsdorfer nur zufällig mitbekommen, berichtet Anrainer Thomas Simon. Im April hätten sie einen ÖBB-Mitarbeiter dabei beobachtet, Grundstücke am Bahnhof zu fotografieren. Am 19. April habe der Bauleiter der ÖBB den Anrainern die Planung bestätigt. Die zuständige ÖBB Infrastruktur AG hätte den Anrainern keine Informationen weitergegeben, kritisiert Simon.

„Der Mast passt nicht nach Nettingsdorf. Es gibt so viel Bereiche, etwa Industriegebiet, wo der Mast nicht im Siedlungsbereich stehen würde“, sagt Nicole Bauer-Wohlschlager vom Mischingerhof. „Unsere Besucher kommen zu uns, um sich zu erholen. Ein Mast wäre da sehr störend“, ergänzt sie.

Ausbau der Kommunikation

ÖBB-Sprecher Karl Leitner betont, dass die ÖBB „großen Wert auf eine gute Gesprächskultur mit Gemeinden“ legen. In Nettingsdorf habe es Vorgespräche mit dem Pächter einer ÖBB-Liegenschaft gegeben, die Gemeinde sei schriftlich informiert worden.

Das bestätigt Bürgermeister Manfred Baumberger. Als Gemeinde könne man aber nichts gegen den Funkmast unternehmen. „Die Bewohner können sich an den zuständigen Bundesminister wenden“, sagt Baumberger.

Das ist geplant

Leitner erklärt, dass ein 30 Meter hoher Mast geplant sei. Die Ausrichtung der Antennen erfolge entlang der Bahnstrecke. Der Mast soll an der Bahnhofstraße zwischen dem Bahnhof Nettingsdorf und der Unterführung zur Reitschule Mischingerhof etwa 250 Meter vom Bahnhof entfernt gebaut werden.

Die ÖBB Infrastruktur AG errichtet den Mast gemeinsam mit den österreichischen Mobilnetzbetreibern im Rahmen des „Programms Mobilfunk“ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, erklärt ÖBB-Sprecher Leitner. Damit sollen die mobile Kommunikation und vor allem der Zugfunk gesichert sein. Der Empfang sei in Nettingsdorf jedoch nicht schlecht, sagt Simon.

Parallele zu Enns und Haag

Aufregung um ÖBB-Funkmasten gab es zu Jahresbeginn auch in Haag und Enns. Dort haben sich Bürgerbewegungen gebildet, mit denen die Nettingsdorfer Anrainer bereits in Verbindung stehen, sagt Simon.

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Kommentare

  1. Tom
    Tom07.05.2019 19:23 Uhr

    Keine Gespräche seitens ÖBB - Es hat keine Gespräche seitens der ÖBB gegeben. Der Bauleiter schiebt alles auf den Projektleiter. Projektleiter redet nicht mit Privatpersonen. Was der Pressesprecher hier wieder lügt! Wie in den anderen Fällen. ÖBB versteckt sich hinter dem Eisenbahnergesetz. Obwohl dieser Masten keine Eisenbahnanlage darstellt! Wir wissen dass es ohne Masten heutzutage nicht mehr geht.Den Standort kann man trotzdem ein wenig auswählen. Sich hinter dem Eisenbahngesetz verstecken,um leichter an Standorte zu kommen,ist jedoch nicht in Ordnung!

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