„Homeschooling“ als Chance für mehr Eigenverantwortlichkeit

Christina Mayer-Lamberg Tips Redaktion Christina Mayer-Lamberg, 29.04.2020 08:20 Uhr

WILHERING. Seit fast sieben Wochen sind die Schulen für den regulären Unterricht geschlossen. Von einem Tag auf den anderen war „Homeschooling“ und „Distance Learning“ angesagt. Tips hat im Stiftsgymnasium Wilhering nachgefragt, welche Erfahrungen bisher gemacht wurden.

„Die Stimmung ist gut, es ist toll, was geleistet wird und wie sehr sich alle weiterentwickeln“, schildert Direktorin Christine Simbrunner die Lage. „Ich bin dankbar, diese Schulgemeinschaft zu haben.“

Große Umstellung

Deutsch- und Sportlehrerin Maria Lorenz-Pichler zieht ebenfalls positiv Bilanz: „Wir wurden sicher alle von den Maßnahmen der Bundesregierung überrumpelt. Trotzdem konnten wir den Kontakt zu Schülern und Eltern via E-Mail sofort sicherstellen.“ Verblüffend war, wie verlässlich und flexibel sich die Schüler von Anfang an gezeigt hätten. „Immerhin war und ist diese Form des Unterrichtens für alle Beteiligten eine große Umstellung“, erklärt Lorenz-Pichler, die selbst Mutter von drei Kindern ist. Was die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit angeht, hätten die Schüler sehr profitiert. „Da an unserer Schule eigenverantwortliches Lernen ein erklärtes pädagogisches Ziel ist und ich im Sommersemester mit meiner Deutschklasse diesbezüglich ein Unterrichtsprojekt starten wollte, sah ich die Situation in dieser Hinsicht sogar als Chance“, so die Pädagogin.

Verschiedene Plattformen

Herausfordernd war die neue Form des Unterrichts auch für die Schüler: „Am Anfang war es nicht leicht für mich, mit den vielen verschiedenen Plattformen zurechtzukommen“, beschreibt ein Drittklässler. „Mein Klassenvorstand hat mir dann am Telefon einiges erklärt, jetzt klappt es sehr gut.“ Spaß und willkommene Abwechslung seien die Videokonferenzen, da könne man sich auch mit Klassenkollegen austauschen.

Eltern gefordert

Nicht nur die Lehrkräfte und Schüler, auch die Eltern sind in dieser Situation gefordert. „Während ein Sohn sehr selbstständig und strukturiert arbeitet, ist bei dem anderen die Motivation öfters im Keller“, berichtet eine Mutter. Zwei ihrer drei Söhne besuchen die Unterstufe im Stiftsgymnasium. Sie selbst unterrichtet an einem Gymnasium in Linz und kann daher nicht nur die Eltern-, sondern auch die Lehrerseite nachvollziehen. Positiv sieht die Wilheringerin die großen Lernerfahrungen im digitalen Bereich.

Unterstufe startet am 18. Mai

Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, den Unterricht online zu gestalten, freuen sich alle Beteiligten, dass bald wieder direkt in der Schule unterrichtet werden kann. Die Klassengemeinschaft fehle schon sehr. Ab Mai kommt laut Bildungsminister Heinz Faßmann eine stufenweise Öffnung der Schulen. Maturanten starten am 4., Unterstufen und Volksschulen am 18. Mai. Das Schlusslicht machen die Oberstufen am 3. Juni.

Strenge Hygienemaßnahmen

Um die Corona-Vorschriften besser einhalten zu können, werden die Klassen in zwei Gruppen geteilt und an verschiedenen Tagen unterrichtet. Zusätzlich sind strenge Hygieneregeln einzuhalten. „Die Freude, dass es bald los geht ist groß. Jetzt gilt es, das Erreichte nicht zu verlieren. Wir werden achtsam sein und alle notwendigen Schritte setzen“, so Direktorin Simbrunner abschließend.

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