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upperWORK 2024: Gemeinsame Strategie setzt neue Maßstäbe für Arbeitsmarktpolitik in OÖ

David Ramaseder, 12.04.2024 14:42

OÖ. Am Freitag, 12. April, präsentierten Markus Achleitner, Wirtschafts-Landesrat, Iris Schmidt, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice OÖ, und Brigitte Deu, Landesstellenleiterin des Sozialministeriumservice OÖ, gemeinsam das neue Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich: upperWORK. Das Programm, das auf der bisherigen Arbeitsmarktpolitik aufbaut, verspricht noch gezieltere Unterstützung für Arbeitssuchende sowie flexiblerere Reaktion auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes.

Präsentation von „upperWORK – Das neue Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich“ - v.l:. Iris Schmidt, Landesgeschäftsführerin Arbeitsmarktservice OÖ, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Brigitte Deu, Landesstellenleiterin Sozialministeriumservice OÖ. (Foto: Land OÖ/Margot Haag)
photo_library Präsentation von „upperWORK – Das neue Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich“ - v.l:. Iris Schmidt, Landesgeschäftsführerin Arbeitsmarktservice OÖ, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Brigitte Deu, Landesstellenleiterin Sozialministeriumservice OÖ. (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Trotz der Herausforderungen durch eine abkühlende Wirtschaft und internationale Konjunkturschwäche verzeichnete Oberösterreich im Jahr 2023 einen Anstieg der Beschäftigung um über 5.000 unselbstständig Erwerbstätige auf knapp 700.000. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,2 Prozent, blieb aber dennoch unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent. Ende März 2024 gab es jedoch eine Zunahme auf 33.646 Arbeitssuchende im Bundesland. Dieser Anstieg erfordert gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsmarktes.

Die Neuausrichtung von upperWORK basiert auf einer Analyse des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), die als Grundlage diente, um die Arbeitsmarktpolitik des Landes zu überprüfen und anzupassen. Kernpunkte der Strategie sind die Flexibilität in der Reaktion auf neue Herausforderungen, die Förderung von Qualifizierung und Beschäftigung sowie die verstärkte Integration bestimmter Zielgruppen in den Arbeitsmarkt.

Die drei Säulen: Aktivieren, Akquirieren, Ausbilden

Die Strategie von upperWORK konzentriert sich auf die Aktivierung des Arbeitskräftepotenzials, die gezielte Akquise von Fachkräften und die bedarfsorientierte Ausbildung. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen sollen insbesondere Jugendliche, Frauen, Personen mit Migrationshintergrund, ältere Arbeitnehmer und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen unterstützt werden. Das Programm setzt auf Innovation und Nachhaltigkeit, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Maßnahmen wie die Förderung digitaler Kompetenzen, die Unterstützung bei der Integration in grüne Berufe und die Schaffung barrierefreier Arbeitsplätze stehen im Mittelpunkt der Bemühungen.

Markus Achleitner betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Partner im oberösterreichischen Arbeitsmarkt: „Mit upperWORK haben wir nicht nur einen neuen Namen für unser Programm, sondern auch eine Neuausrichtung geschaffen. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen in Beschäftigung zu bringen und die Unternehmen mit den benötigten Fachkräften zu versorgen. Dafür setzen wir auf Qualifizierung und Unterstützung.“

Investitionen in die Transformation

Das AMS OÖ investiert verstärkt in Ausbildungen mit Schwerpunkten in den Bereichen Digitalisierung, Pflege, Umwelt und Nachhaltigkeit, um den Herausforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt zu begegnen. Neue Ansätze sollen die Arbeitsmarktintegration erleichtern und den Fachkräftebedarf decken.

Iris Schmidt, Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ, hob hervor, dass das Programm darauf abzielt, Menschen rasch wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren und Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. Neue Ansätze wie das Pflegestipendium und das Pilotprojekt „All in One“ sollen gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppen eingehen und eine nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt ermöglichen.

Aktivierung von Menschen mit Behinderungen

Das Sozialministeriumservice OÖ legt einen besonderen Fokus auf die Aktivierung von Menschen mit Behinderungen. Brigitte Deu, Landesstellenleiterin des Sozialministeriumservice OÖ, betonte die Bedeutung der Aktivierung dieser Potenzialgruppe. Neue Projekte wie die „Technische Assistenz“ sollen dazu beitragen, behinderungsbedingte Beschäftigungsbarrieren zu reduzieren und die Beschäftigungsquote zu erhöhen.

Um dieses Ziel zu erreichen, fördert das Sozialministeriumservice neben den bereits bestehenden Angeboten ab 2024 im Rahmen von upperWORK mit der „Technischen Assistenz“ ein neues innovatives Projekt. Mit dem Dienstleistungsangebot Technische Assistenz sollen maßgeschneiderte Technologien für Menschen mit Behinderungen auf (potenziellen) Arbeitsplätzen zum Einsatz kommen, um vorhandene behinderungsbedingte Beschäftigungsbarrieren zu reduzieren und, um die Beschäftigungsquote zu erhöhen.

Fazit: Gemeinsam für eine starke Zukunft

upperWORK stellt einen wichtigen Schritt für die Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich dar. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure und gezielte Maßnahmen wird der Arbeitsmarkt gestärkt und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Mit Flexibilität, Innovation und Nachhaltigkeit setzt das Programm neue Maßstäbe für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration und Beschäftigungsförderung in Oberösterreich.

„Oberösterreich ist das Land der Wirtschaft und der Arbeit. Die Oberösterreicher sollen eine sinnstiftende Arbeit finden. Und die oberösterreichischen Unternehmen sollen die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden. Das sind die Ziele für den Arbeitsmarkt – daher starten wir mit upperWORK. Damit wollen wir die Menschen und Unternehmen noch besser informieren. Die neue Initiative bietet umfassende Informationen zu Aus- und Weiterbildungsangeboten und fokussiert auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. upperWORK ist ein Gewinn für den Standort Oberösterreich“, ist auch Landeshauptmann Thomas Stelzer von der Initiative überzeugt.

Das Programm, das unter der Website www.upperwork.at erreichbar ist, markiert einen entscheidenden Schritt in der aktiven Arbeitsmarktpolitik des Bundeslandes.

Stellungnahmen zu upperWORK 2024:

Bildungslandesrätin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander: „Als Land Oberösterreich sind wir fest davon überzeugt, dass Bildung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft für junge Menschen ist. upperWORK stellt dabei eine wesentliche Grundlage dar und ebnet den Weg für eine bestmögliche Vorbereitung auf die Berufswelt. Wir sind stolz darauf, in Oberösterreich ein breites Angebot an Aus- und Weiterbildungen bereitzustellen. Es zeigt einmal mehr – auf Oberösterreich ist Verlass!“ 

Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer: „„Arbeit schafft Perspektiven und ist das beste Mittel gegen Armut. Daher setzen wir auch heuer wieder Maßnahmen im Bereich von Jugendlichen, Sozialhilfe-Bezieher/innen und Zugewanderten. Speziell für Zugewanderte gilt: Wer zu uns kommt und etwas leisten will, der soll bei uns alle Chancen haben. Dieses Aufstiegsversprechen bilden wir auch mit unseren Maßnahmen in upperWORK ab. Durch Qualifizierung und Arbeitsmöglichkeiten stellen wir sicher, dass Menschen nicht dauerhaft vom Sozialsystem abhängig sind.“ 

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Im Umwelt- und Klimaressort legen wir seit vielen Jahren den Schwerpunkt auf sozialökonomische Betriebe, die sich auf Wiederverwertung und Wiederverwendung spezialisieren. Damit konnten wir „Reparieren statt Wegwerfen“ in Oberösterreich etablieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag gegen Arbeitslosigkeit leisten. Im gesamten Projekt werden jährlich 180 Tonnen Altwaren gesammelt und nach Aufbereitung kommen davon 84 Tonnen wieder in den Verkauf. Mit dieser Symbiose aus Umwelt und Wirtschaft gelingt es dadurch, neue heimische Arbeitsplätze für Wirtschaft zu schaffen und gleichzeitig eine Kreislaufwirtschaft im Sinne gelebten Klimaschutzes aufzubauen.“ 

Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer OÖ: „upperWORK in Neugestaltung des bewährten Paktes für Arbeit und Qualifizierung bietet 2024 viel mehr als nur einen neuen Namen: upperWORK punktet mit neuen, breit gefächerten Förderangeboten und reagiert flexibel auf Erfordernisse des Arbeitsmarktes und der Betriebe. Mit bedarfsgerechten, individuellen Orientierungs- und Fördermaßnahmen sowie attraktiven Weiterbildungsangeboten des WIFI Oberösterreich und der ‚Dualen Akademie‘ werden insbesondere Bedürfnisse von Frauen und Jugendlichen berücksichtigt. Nützen wir diese Angebote und sprechen wir darüber. Stellen wir mit upperWORK die Weichen für unsere Zukunft – und für einen starken Wirtschaftsstandort!“ 

Andreas Stangl, Präsident der Arbeiterkammer OÖ & Vorsitzender des ÖGB OÖ: „Unser Anspruch ist es, den Arbeitnehmer/innen jene passenden, praxistauglichen Unterstützungsangebote anbieten zu können, die ihnen bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen im Berufsleben helfen. Für die Wirksamkeit dieser Angebote ist die Kooperation der arbeitsmarktpolitischen Akteure im Bundesland von zentraler Bedeutung. Das gemeinsame Ziel muss sein, Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit so weit wie möglich zu vermeiden. Die Arbeiterkammer und der ÖGB werden an der Verbesserung der bestehenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente weiterhin konstruktiv mitarbeiten und im Rahmen der AK-Ausbildungsoffensive weitere Projekte initiieren.“ 

Stefan Pierer, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ: „Oberösterreich ist als hochpreisiger, im globalen Wettbewerb stehender Industriestandort davon abhängig, besonders gut ausgebildete, innovative und leistungsfähige Mitarbeiter/innen zur Verfügung zu haben. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird das Angebot an Arbeitskräften in Oberösterreich langfristig ein wesentlicher Engpassfaktor bleiben. Die digitale und die grüne Transformation werden die Nachfrage nach Menschen mit MINT-Qualifikationen weiter erhöhen. Das neue Arbeitsmarktprogramm upperWORK gibt mit gezielten Förder- und Qualifizierungsinstrumenten Antworten auf die Herausforderungen am oberösterreichischen Arbeitsmarkt.“


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