Neu gestaltete Pflegedokumentation erleichtert künftig Arbeit in Alten- und Pflegeheimen

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 19.05.2021 19:13 Uhr

OÖ. Für die Alten- und Pflegeheime präsentierte Sozialandesrätin Birgit Gerstorfer eine neue digitalisierte Pflegedokumentation. Diese soll den Alltag vereinfachen und die Pflegekräfte entlasten.

Vor fünf Jahren hat die Arbeiterkammer OÖ im Rahmen einer Studie darauf hingewiesen, dass die Pflegedokumentation für alle Beteiligten wichtig ist, aber sehr viel Zeit in Anspruch nimmt – bis zu 30 Prozent der Arbeitszeit. Außerdem war einiges unklar. Manches wurde zu viel dokumentiert, manches zu wenig. Wesentliches ging oft verloren. Auch die Vorgehensweisen waren unterschiedlich. Je nachdem, wie Heim, Träger, Führungskraft und Beschäftigte damit umgingen. Im Jahr 2017 startete die AK OÖ schließlich ein Pilotprojekt im Sonnenhof Linz. „Dabei wurden Beschäftigte sowie Betriebsräte von Anfang an eingebunden und durch die Arbeiterkammer fachlich begleitet – mit dem Zweck, die Pflegedokumentation zukunftsfit aufzustellen. Um den betroffenen Arbeitnehmern die Arbeit so gut wie möglich zu erleichtern“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.  Weil das von der AK ins Leben gerufene Pilotprojekt im Sonnenhof Linz so erfolgreich war, beauftragte die Abteilung Soziales die SoNe Soziales Netzwerk GmbH mit der Durchführung des Projektes „Pflegedokumentation neu denken“.

Praxisnahes Pilotprojekt

Das Pilotprojekt startete im Herbst 2019. „Ziel ist es, dass die Pflege des Menschen im Vordergrund steht und nicht die Bürokratie“, betont Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Es sollte ein konkreter Nutzen für die Mitarbeiter sicht- und spürbar werden.  Mit je zwei Pflegekräften aus elf Alten- und Pflegeheimen mit unterschiedlicher Trägerschaft wurden Lösungsansätze für vereinheitlichte und vereinfachte Pflegedokumentation erarbeitet. Ein Beispiel dafür sind Tag tägliche Vorgänge wie die Mobilisation aus dem Bett morgens, die anschließende Unterstützung beim Toilettengang und der Körperpflege sowie das Ankleiden. „Bisher müssen alle Aktionen einzeln dokumentiert werden. Das wird dann mit einem Klick erledigt. Das reduziert den Aufwand, aber nicht die Qualität der Dokumentation“, schildert Martin König, Geschäftsführer SoNe, der die Projektleitung innehatte. „Die Mitarbeiter können sich wenn sie in der Früh in den Dienst kommen oder während des Tages schneller die Information holen, die sie für den Job brauchen.“

Ausrollung ab Herbst

Die Ergebnisse der einzelnen Workshops wurden in den Pilotheimen in der Praxis reflektiert und erprobt. Coronabedingt gab es eine zeitliche Verzögerung, doch im April 2021 konnte die Pilotphase abgeschlossen werden. „Die Ausrollung beginnen wir im Herbst“, so König. Bis Mitte nächstes Jahr soll das Programm allen Die Kosten belaufen sich auf rund 179.500 Euro und werden je zur Hälfte durch den Zukunftsfonds der Arbeiterkammer OÖ und der Sozialabteilung des Landes OÖ getragen.

Digitalsisierungsschub auch im Krankenhäusern gefordert

Das Projekt stößt auf viel Resonanz: „Nicht nur in Alten- und Pflegeheimen, auch in den Spitälern ist ein Digitalisierungs-Schub dringend notwendig“, betont Harald Mayer, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich. Der einmal mehr betont, dass „in den Spitälern in puncto Digitalisierung noch viel Luft nach oben ist, deshalb dringend investiert werden muss. Aber das darf auf keinen Fall zu Einsparungen beim Personal führen.“ Dokumentation oder die Entlassungsbriefe könnten etwa digital automatisch erledigt werden, was enorm weiterhelfen würde. Allerdings stellt Mayer auch klar, dass Digitalisierung auf keinen Fall zu Einsparungen beim Personal führen darf. „Es gibt ohnehin schon jetzt zu wenig Personal in den Krankenhäusern, da gibt es kein weiteres Einsparungspotenzial, ganz im Gegenteil. Auch ins Personal muss investiert werden.“

Weitere Impulse

„Angesichts des hohen Zusatzbedarfs an Personal für den Pflegesektor müssen wir alles unternehmen, um das Personal von unnötiger Bürokratie zu entlasten sowie das berufliche Umfeld und die Arbeitsbedingungen laufend zu verbessern“, betont auch OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer. Auf diesem Weg seien weitere Innovationen im Sinne eines Alterns in Würde angezeigt. Dabei verweist Hattmannsdorfer auch auf den Fördertopf des Landes OÖ mit insgesamt 400.000 Euro, der seit Beginn des zur Verfügung steht, welchen die den von der OÖVP gefordert habe.

 

 

 

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