Teppichreinigungsfirma unter Betrugsverdacht: Die Beschuldigten sind flüchtig

Margareta Pittl Online Redaktion, 18.01.2019 12:18 Uhr

BEZIRK MELK. Mehr als 160 Personen sollen drei verdächtige Personen mit einer Teppichreinigungsfirma betrogen haben. Auch im Bezirk Melk gibt es Geschädigte. Die Beschuldigten sind flüchtig und sollen durch betrügerisches Handeln einen Gewinn von mindesten 1,3 Millionen Euro gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Veröffentlichung der Fahndungsfotos an. Geschädigte werden gebeten, mit der Polizeiinspektion Melk in Kontakt zu treten. 

Die französischen Staatsbürger Manuel Cortes und sein Sohn Alfred Cortes sind verdächtig, teilweise alleine oder gemeinsam mit dem österreichischen Staatsbürger Peter Rothleitner, den sie als Träger und Hilfskraft einsetzten, seit  Dezember 2015 mit vermeintlich fachkundigem Auftreten als Unternehmer der Teppichreinigungsfirma A.C. (Alfred Cortes) und der Firma Teppichreinigung M.C. (Manuel Cortes) mehr als 160 Personen mit Absicht betrogen zu haben. Betrugsopfer gibt es im ganzen Bundesgebiet, überwiegend aber in der Steiermark, Kärnten, Tirol, Wien und in Niederösterreich.

1,3 Millionen Euro Gewinn

Den Geschädigten versuchten die Verdächtigen glaubhaft zu machen, im Besitz besonders wertvoller Orientteppiche zu sein. Hatten sie das Vertrauen der Kunden erlangt, verlangten sie einen bis zu 1000-fach überhöhten Preis für die Reinigung und Reparatur. Dadurch erzielten sie seit Dezember 2015 in betrügerischer Absicht einen Gewinn von mindestens 1,3 Millionen Euro.

In zahlreichen Fällen behielten sich die mutmaßlichen Betrüger überdies die zur Reinigung und Reparatur anvertrauten Teppiche ein und lieferten sie nicht mehr aus. Sie stehen im dringenden Verdacht, diese gewinnbringend an Dritte vertrieben zu haben. Sie unterließen es auch, ihre Partnerunternehmen, wo sie die Teppiche teilweise reinigen, reparieren oder in weiterer Folge zustellen ließen, zu bezahlen. Bei den unterschiedlichen Druckereien ließen sie die Rechnungen der Drucksorten (Flyer) einfach unbezahlt.

Überhöhte Kostenvoranschläge

Manuel und Alfred Cortes inserierten in Tageszeitungen, um potenzielle Kunden zu lukrieren. Der Wert der Orientteppiche ihrer Kunden wurde von den Verdächtigen vorsätzlich zu hoch geschätzt. So konnten sie einen überhöhten Kostenvoranschlag für die Reinigung beziehungsweise Reparatur erstellen. Wurden die Kunden bezüglich des Wertes misstrauisch, boten die Beschuldigten an, für sie Teppiche bei Auktionen oder im Geschäft verkaufen zu wollen. Teppiche von diesen Kunden, die sich in der Hoffnung auf ein gutes Geschäft darauf eingelassen hatten, wurden veruntreut und bis dato nicht wieder ausgefolgt.

250 Teppiche sichergestellt

Von den ermittelnden Beamten wurden bei Hausdurchsuchungen bei den Firmenadressen und bei Erhebungen bei Reinigungsfirmen mehr als 250 Stück orientalische Teppiche sichergestellt. Die Ermittler gehen von zahlreichen weiteren Geschädigten aus.

Die Beschuldigten sind flüchtig, es bestehen gegen sie europäische Haftbefehle. Geschädigte werden gebeten, mit der Polizeiinspektion Melk, Telefonnummer 059133-3130, in Kontakt zu treten.

Hinweise zum Aufenthaltsort der Beschuldigten werden ebenfalls an die Polizeiinspektion Melk oder jede andere Polizeidienststelle erbeten.

Von der Polizeiinspektion Melk wurde eine Sammelanzeige an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt am Wörthersee erstattet. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ordnete eine Veröffentlichung der Fotos an.

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