Krisenpflege: Wo Kinder wieder Halt finden können

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 01.04.2014 11:00 Uhr

RIED. Wenn Mütter und Väter ihre Kinder nicht großziehen können, sind Pflegeeltern oft der einzige Ausweg, um den Kindern ein Leben mit Sicherheit und Geborgenheit zu bieten. „plan B“ bietet mit dem Angebot der Krisenpflege Kindern ein neues Zuhause bei Pflegeeltern und unterstützt – ergänzend zur Arbeit der Bezirksverwaltungsbehörden – die Familien.

Jede Minute sucht die kleine Laura* die Nähe ihrer Pflegeeltern und kuschelt sich ganz fest an „Mama“ Sabine*. Obwohl die 19 Monate alte Laura schon mit vier Tagen zur Pflegefamilie kam, ist ihre Unsicherheit zu erkennen. Ihre leibliche Mutter war bei der Geburt noch sehr jung und mit der Situation überfordert. Sie hatte keinen familiären Rückhalt, um sie großzuziehen. Für die Rieder Pflegefamilie ist der Verein „plan B“ tätig. Er gibt Kindern mit dem Angebot der Krisenpflege ein kurzfristiges Zuhause und kümmert sich im Auftrag der Jugendwohlfahrt um Schutz und Halt für Kinder in schwierigen Zeiten. Zahlreiche Möglichkeiten für die Pflegeeltern, um Seminare und Weiterbildungen zu besuchen, sind ebenso gegeben wie psychologische Betreuung und regelmäßige Gespräche mit dem Team von „plan B“. Der Sonnenschein der FamilieSabine hat drei erwachsene Kinder. Mit Laura kam wieder ein Sonnenschein in die Familie. Vor ihr betreute sie bereits zwei andere Pflegekinder. „Kinder kommen zu uns Pflegefamilien, weil die Eltern krankheitsbedingt oder aus anderen schwierigen familiären Problemen eine gewisse Zeit nicht für sie sorgen können. Auch Suchgift und Missbrauch spielen in manchen Fällen eine Rolle“. Die Kinder werden oft mit einem gestörten Verhältnis zu alltäglichen Dingen wie beispielsweise Essen und Trinken abgegeben. Bei der Pflegefamilie wird ihnen Ruhe und Sicherheit gegeben. Es werden aber auch konkrete Regeln aufgestellt. „An dem festgelegten Tagesablauf sollte sich nicht viel ändern, sonst wirft es die Kinder wieder aus der Bahn“. Manche Kinder haben derartige Bindungsstörungen aufgebaut, dass sie so viel Nähe oft gar nicht aushalten. In den Arm genommen zu werden, fällt ihnen schwer. Sabine ist seit sieben Jahren Pflegemama und muss als solche jederzeit verfügbar sein. „Bei Laura war es so, dass am Donnerstag ein Anruf kam und am Freitag konnten wir sie aus dem Krankenhaus holen“.  Die Krisenpflege von „plan B“ unterscheidet sich von  einer  herkömmlichen  Pflegefamilie darin, dass die zu betreuenden Kinder erst null bis fünf Jahre alt sind und nicht lange in der Familie bleiben. Kinder bleiben oft nur wenige Tage, manchmal dauert es aber auch bis zu sechs Monate,  bis die Situation geklärt ist, ob das Kind zur Familie zurück kann oder ob ein anderer Platz gefunden werden muss. Bis dahin werden die Schützlinge Teil der Familie und wachsen mit ihr zusammen. Umso schmerzhafter ist der Abschied. „Abschiede muss man zulassen –es braucht aber immer eine gewisse Zeit, bis man darüber hinweg ist. Bei der Kleinen habe ich das Ganze immer ganz weit weggeschoben“, erzählt Sabine. Für Laura wird es so schnell keinen Abschied geben, sie wurde kürzlich von der Krisenpflege in die Dauerpflege übernommen. Das heißt, sie kann mindestens bis zu ihrem 18. Lebensjahr bei der Familie leben. Derzeit bestehen keine Besuchskontakte zur leiblichen Mutter. (*Namen von der Redaktion geändert). Über Plan BSeit 1983 steht „plan B“ als Partner der Kinder- und Jugendhilfe in OÖ für Kompetenz in den Bereichen Pflegefamilien, Adoption, familiäre und stationäre Krisenbetreuung. Für die Betreuung von Kindern in akuten Krisen bietet „plan B“ Wohngruppen und ein Netzwerk von Krisenpflegefamilien. Mit neuen Angeboten trägt plan B dazu bei, bei Trennung und Scheidung tragfähige Lösungen für die Zukunft der betroffenen Kinder zu finden. Nähere Informationen unter www.planb-ooe.at  
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