Die „Giesserei“ soll die Palette in Ried nachhaltig bereichern

Hits: 192
Walter Horn Walter Horn, Tips Redaktion, 13.07.2020 18:30 Uhr

RIED. Anna Pucher ist Geschäftsstellenleiterin bei der Regionalmanagement OÖ GmbH, Gründungsmitglied des Vereins Trafos und dort im Vorstand tätig. Im Interview gibt sie Einblick, warum sie sich für regionale Nachhaltigkeit engagiert und wie sie beim Aufbau der „Giesserei. Haus der Nachhaltigkeit“ mithilft. von ANTON PLANITZER

Frage: Sie haben Erziehungswissenschaften studiert und sind seit fast 25 Jahren im Bereich regionaler Initiativen bzw. im Regionalmanagement tätig und engagiert. Was sind Ihre drei wichtigsten Erfahrungen im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit für unsere Region?

Anna Pucher: Ich habe mich nach meinem Studium sehr bewusst dazu entschieden, wieder in die Region zurück zu kehren, wobei meine Hauptbeweggründe meine Familie und die Lebensqualitäten im Innviertel waren. Nur drei Erfahrungen mitzuteilen, ist für mich eine große Herausforderung. 

Ich habe in meiner beruflichen Tätigkeit sehr viel in Gemeinden zu tun und bin immer wieder überrascht, welche Vielfalt unsere Region zu bieten hat! Ich bin immer wieder beeindruckt von der Kreativität und dem Können der Menschen vor Ort und der Bereitschaft, dies auch einzubringen.

Die drei wichtigsten Erfahrungen sind für mich kreative engagierte Menschen, die Vielfalt an Produkten, Lebensmitteln, Innovationsgeist und Naturraum vor der eigenen Haustür, sowie die Erkenntnis, dass uns das Jammern um das, was wir nicht haben, nicht weiterbringt, sondern das Erkennen von und Konzentrieren auf unsere Stärken uns nachhaltig bereichert.

Frage: Sie sind bei mehreren regionalen Initiativen (Trafos, Frauennetzwerk3, …) sehr aktiv. Welche Aktivitäten und Anliegen sind Ihnen besonders wichtig?

Anna Pucher: Mir ist es wichtig, mich mit anderen Menschen zu vernetzen und gemeinsam Dinge ins Rollen zu bringen. Ein Anliegen sind mir vor allem Frauen. Sie sichtbar zu machen, dabei zu stärken, ihren Weg zu gehen und die Vielfalt dabei zuzulassen und zu respektieren ist mir sehr wichtig. Beim Frauennetzwerk leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu.

Einen besonderen Stellenwert für mich hat aber auch unser Lebensraum. Ich bin eine leidenschaftliche Innviertlerin, ich lebe gerne hier und möchte meinen Beitrag dazu leisten, unseren Lebensraum zu erhalten und gut für die Zukunft zu rüsten. Ich liebe den Dialog mit Menschen, das Zusammenspiel von unterschiedlichen Kompetenzen und das Initiieren von Neuem.

Frage: Sie sind seit Gründung bei Trafos dabei und dort im Vorstand tätig. Wie sind Sie zu dieser Gruppe gekommen? Was gefällt Ihnen an dieser Initiative besonders?

Anna Pucher: Zu den Trafos gekommen bin ich über eine Arbeitskollegin, die mich gebeten hat, die Moderation einer Gruppe zu übernehmen, die zu den Themen Regionalität und Nachhaltigkeit aktiv werden will. Um ehrlich zu sein, war ich von Anfang an begeistert von der Gruppe! Eine solche Vielfalt an Akteuren aus den unterschiedlichsten Professionen findet man sehr selten. Der gemeinsame Weg war kein einfacher, aber meines Erachtens ein sehr erfolgreicher. Die Vielfalt an Aktivitäten, die schon im ersten Jahr gesetzt wurden – die InnFair, die Homepage nachhaltig im Innviertel, die Veranstaltungen und schließlich das Haus der Nachhaltigkeit selbst – und das alles nur mit ehrenamtlichem Engagement, waren strapaziös aber haben uns noch mehr zusammengeschweißt. Mir gefällt die Kreativität, die Arbeitsbereitschaft, die Lösungsorientiertheit und die Bereitschaft, gemeinsam dafür zu sorgen, dass wir mit einem besseren Gefühl in und von unserer Region leben. Aufgrund dieser Eigenschaften hab ich die Rolle der Schriftführerin bei den Trafos übernommen und werde mich wohl noch nicht so schnell wieder davon verabschieden.

Frage: Sie sind bei der Adaptierung der Giesserei.Haus der Nachhaltigkeit für die Akquise-Gruppe zuständig. Wie schaut's aus mit möglichen Mietern? Welche Infrastruktur wird es in der Giesserei geben? Welche Bedingungen gibt es, wenn man dort präsent sein will?

Anna Pucher: Bisher haben wir alles in unserer Freizeit entwickelt, seit Juni haben wir einen Geschäftsführer engagiert, der sich nun intensiv um die Entwicklung unserer Giesserei kümmert. Für uns in der Arbeitsgruppe Akquise ist er eine sehr große Entlastung. Wir haben uns bisher mit den Angeboten, Rahmenbedingungen und den Kriterien beschäftigt. Zu bieten haben wir in der Giesserei ein Bio Bistro, einen Co Working Space, Regalsysteme für verschiedenste Waren, einen Veranstaltungsraum und Flächen für Handelsgeschäfte. In Planung ist auch ein OTELO mit Werkstatt. Nähere Details dazu sind aktuell auf der Website www.Giesserei-ried.at zu finden. Im Gespräch sind wir mit einigen InteressentInnen mit denen wir hoffentlich in den nächsten Wochen zu konkreten Vereinbarungen kommen. Wir haben vor, dass das Haus der Nachhaltigkeit bei seiner Eröffnung im Frühjahr 2021 gefüllt ist mit Angeboten, die die Palette in Ried wesentlich und nachhaltig bereichern.

Frage: Die Trafos rechnen mit einer Eröffnung der Giesserei im kommenden Frühjahr und arbeiten sehr konzentriert darauf hin. Was ist für Sie wichtig, damit dieses große Projekt ein Erfolg ist?

Anna Pucher: Für mich ist ganz wesentlich, dass es uns gelingt das Haus der Nachhaltigkeit spürbar zu machen. Ich habe die Vision, dass man merkt, dass man in einem besonderen Haus ist, wenn man eintritt. Wenn uns das gelingt und die Menschen aufgrund dieser Besonderheit immer wieder kommen und unser Haus nutzen wollen, dann haben wir unsere Idee erfolgreich umgesetzt!

Frage: Was ist für Sie persönlich im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit am wichtigsten?

Anna Pucher: Mir ist besonders wichtig, dass all die Schätze, die wir in unserer Region haben, bekannt und zugänglich sind. Dass wir das, was wir vor der Tür haben bewusst nutzen und ebenso bewusst erhalten. Wir schöpfen eigentlich aus dem Vollen, was Natur, Lebensmittel, Arbeitsplätze, Nahversorgung, Erholungsräume etc. anbelangt. Uns muss bewusst werden, dass es für unsere Natur und unsere natürlichen Ressourcen nur einen Plan A gibt. Ich persönlich nehme mir täglich aufs Neue vor, in meinem Tun und Handeln darauf zu achten, dass ich so wenig negative Spuren wie möglich hinterlasse.

Giesserei

Wer Interesse an der Mitarbeit in der Giesserei hat oder dort mit einem Platz vertreten sein will, kann sich bei Anna Pucher bzw. bei der Geschäftsführung der Giesserei unter office@Giesserei-ried.at melden.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Freibad-Einbrecher auf frischer Tat ertappt

RIED. Auf frischer Tat ertappt wurde in der Nacht ein 27-jähriger Arbeitsloser aus Ried, der in ein Buffet eines Freibades einbrach und Beute in Höhe von rund 35 Euro stahl. 

Lehrling von Motorsäge getroffen: Schwer verletzt

WALDZELL. Schwer verletzt wurde am Freitagnachmittag ein 18-jähriger Lehrling bei Arbeiten auf einem Dach eines Baumhauses. 

Große Mal-Aktion in der Volksschule Mörschwang

MÖRSCHWANG. Die Schüler der Schulkooperation Mörschwang - St. Georgen - Weilbach bemalten im Laufe des Jahres die Mauer am Spielplatz in Mörschwang.

Großer Flohmarkt in der Jahnturnhalle

RIED. Dieses Jahr findet noch ein Flohmarkt in der Jahnturnhalle statt. 2021 wird die Jahnturnhalle renoviert.Geschirr, Bücher, Kleidung, Raritäten, Kitsch und Kunst, Sportgeräte, Möbel, ...

Wortklauberei im Rohbau

MEHRNBACH. Die Innviertler Wortklauberei startet ein buntes Schaulaufen der hiesigen Kleinkunstszene in der Eventlocation Rohbau Mehrnbach. Beginnzeit ist immer 19 Uhr.

Hör-Tipp: Vergessen wir nicht auf das Wesentliche

RIED. Stellen Sie sich ein schönes neues Auto vor, Sie können jedoch nicht fahren oder besitzen keinen Führerschein. Das schränkt den Nutzen natürlich massiv ein.

Arbeitslosenquote geht nur minimal zurück

RIED. Ende Juli waren im Bezirk Ried 1.373 Personen (697 Frauen, 676 Männer) arbeitslos gemeldet. Nach dem starken Rückgang von Mai auf Juni sank die Zahl der Arbeitslosen im letzten Monat nur ...

FACC: Marketing neu aufgestellt

RIED. Andreas Perotti übernimmt die Funktion als Chief Marketing Officer, Europe beim strategischen Partnerunternehmen EHang und wird beim Aufbau des europäischen Marktes unterstützen. Er ...