Trotz Enttäuschung: SV Ried ist für die kommende Saison gut aufgestellt - Junge Wikinger steigen auf

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Walter Horn Tips Redaktion Walter Horn, 07.06.2019 18:52 Uhr

RIED. Obwohl die SV Guntamatic zum dritten Mal in Serie das wichtigste Saisonziel verpasst hat, lässt sich die Stimmung im und um den Verein mit der Atmosphäre nach dem Abstieg und dem verfehlten Aufstieg vor einem Jahr kaum vergleichen.

Im vorigen Jahr sei man, auch mit einem teureren Kader, „all in“ gegangen, sagte Organisationsvorstand Karl Wagner. Heuer gäbe es trotz der Enttäuschung auch Positives. Vor allem habe sich die Mannschaft unter Gerald Baumgartner deutlich weiterentwickelt und eine herausragende Frühjahrssaison mit 16 Spielen ohne Niederlage gespielt. Der Aufstieg sei im Herbst verspielt worden, obwohl, wie Wagner betonte, „auch da gut gearbeitet wurde“. Es habe nur der Erfolg gefehlt: „Vielleicht hat die Mannschaft einfach einen neuen Ansprechpartner gebraucht.“

Außergewöhnliche Fans

Die Unterstützung durch die Fans sei die ganze Saison hindurch außergewöhnlich gewesen – wie sie die Mannschaft nach dem letzten Heimspiel trotz des verpassten Aufstiegs feierten, war ein echter Gänsehautmoment.

Zudem ist es dem Vorstand gelungen, praktisch alle Sponsoren weiter beim Verein zu halten – vor der dritten Zweitligasaison keine Selbstverständlichkeit, aber erleichtert durch die Spitzenwerte der SVR bei den Zuschauerzahlen und TV-Minuten im Free-TV.

Zuschauermagnet

Die SVR war in der vergangenen Saison der größte und einzige Zuschauermagnet der Liga. In der Liste der bestbesuchten Spiele nehmen die 15 Heimspiele der Schwarz-Grünen die Plätze 1 bis 15 ein, für die anderen Vereine war das Gastspiel der Rieder fast immer das meistbesuchte Spiel der Saison. Mit dem Zuschauerschnitt von 3.233 liegt die SVR unter allen 28 österreichischen Profiklubs auf Platz zehn – vor drei Erstligavereinen.

4,5 Millionen-Budget

Dadurch kann das Vereinsbudget von 4,5 Millionen Euro „mindestens“ gehalten werden. Auf den Profibetrieb entfallen davon etwa 2,7 Millionen. Etwa 700.000 Euro sind im nächsten Jahr für Instandhaltungsarbeiten im Stadion (LED-Wand, Tonanlage, Kabinengang) budgetiert.

Jetzt sei es wichtig, die gute Stimmung in die neue Saison, die schon am 26. Juli beginnt, mitzunehmen.

Nachwuchsmannschaften bleiben

Pro Jahr gibt die SV Ried rund 800.000 Euro für die Ausbildung von rund 260 Nachwuchsspielern von der U7 bis zur U18 aus. Der neue Nachwuchsvorstand Maximilian Schmidt möchte dieses Geld „möglichst zielgerichtet“ einsetzen und vor allem jene fördern, die eine reelle Chance auf eine Profikarriere haben. Dieses Vorhaben führte aber zum Saisonende zu großer Aufregung bei Eltern und Fans, weil es zunächst hieß, dass der Verein einige B- und C-Nachwuchsmannschaften auflösen beziehungsweise zu umliegenden Vereinen ausgliedern wollte. Das ist jetzt vom Tisch.

Leistungs- und Basisbereich

Nachdem Max Schmidt etliche Gespräche im Verein, mit Eltern und Vertretern der Stadt geführt hat, bleiben die Teams jetzt erhalten. „Ich habe das vielleicht zu unternehmerisch begonnen und zu stark nur auf den Aufwand und das Ergebnis geschaut“, gibt er zu. „Mit dem bisherigen System konnten wir die talentierteren Spieler nicht so gut fördern, wie sie es verdienen. Jetzt werden wir die Teams in einen Leistungs- und einen Basisbereich aufteilen. Das ist eine gute Lösung für alle Beteiligten“ Max Schmidt hofft dafür auch auf Unterstützung durch die Sportstadt Ried.

Junge Wikinger steigen auf

Den Jungen Wikingern ist geglückt, was die Profis verpasst haben: Weil der Meister der OÖLiga ASKÖ Oedt wieder nicht aufsteigen will oder muss, werden die Rieder Amateure mit Trainer Wiggerl Drechsel in der kommenden Saison in der Regionalliga Mitte spielen.

Oedt kann wegen eines Wasserschutzgebietes und einiger wenig fußballaffiner Nachbarn praktisch keine Verbesserungen am Stadion durchführen und erfüllt daher die Infrastrukturanforderungen für die Regionalliga nicht.

Derby gegen Gurten

Am Freitag beschloß das Präsidium des OÖ. Fußballverbands, dass Oedt nicht aufsteigt und die Rieder das Aufstiegsrecht erhalten – das sie auch annehmen. Max Schmidt: „Die Jungen Wikinger sind als jüngste Mannschaft der OÖLiga auf Platz zwei gekommen, Sie haben sich das verdient. Außerdem ist auch die Überführung von Spielern zu den Profis leichter, wenn sie schon in der Regionalliga Spielpraxis haben.“

Und es gibt noch einen schönen Nebeneffekt: Die Jungen Wikinger werden im Bezirksderby auf Union Gurten treffen.

 

Der neue Vorstand

  • Geschäftsführer SV Ried GmbH und Finanzvorstand: Roland Daxl
  • Geschäftsführer SV Ried Fußballakademie GmbH und Nachwuchsvorstand: Maximilian Schmidt
  • Infrastrukturvorstand: Thomas Gahleitner
  • Organisation und Finanzen: Wolfgang Benezeder
  • Organisationsvorstand: Karl Wagner
  • Vorstand für juristische Angelegenheiten: Robert Tremel

Benezeder, Schmidt und Tremel sind neu in diesen Funktionen. Günter Benninger, Andreas Leitner und Karl Weinhäupl verließen den Vorstand.



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