Bonität: Fünf Gemeinden des Bezirks weit vorne

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Walter Horn Walter Horn, Tips Redaktion, 20.07.2020 08:28 Uhr

GEINBERG/BEZIRK RIED. Zum neunten Mal hat die Zeitschrift „public“ in Zusammenarbeit mit dem KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) die 2.097 österreichischen Gemeinden (ohne Wien) nach ihrer Bonität gereiht. Der Bezirk Ried schneidet mit fünf Gemeinden unter den besten 250 dabei sehr gut ab – angeführt von Geinberg auf Platz sieben. 

Die wirtschaftliche Stärke des Bezirks unterstreichen noch Reichersberg mit Platz zwölf, Aurolzmünster auf Platz 33, Tumeltsham auf Platz 55 und St. Martin auf Platz 146.

Blickt man ein paar Meter über die Bezirksgrenze, findet man noch Suben auf Platz 74 und Haag/H.  auf Platz 222 – ebenfalls Orte an oder nahe der Innkreisautobahn.

Geinberg (Platz 7)

Mit Platz sieben in der Gesamtwertung, 20 Plätze besser als vor einem Jahr, liegt Geinberg in Oberösterreich auf Platz drei – übertroffen nur von Sattledt und Pfaffing, die auch bundesweit Platz eins und zwei belegen.

Amtsleiter Michael Berger (der neue Bürgermeister Ludwig Reitinger war wegen Urlaub nicht erreichbar) nannte als wesentlichen Erfolgsfaktor, dass Geinberg in den letzten Jahren gut gewirtschaftet habe und Rücklagen bilden konnte.

Zudem sei Geinberg „doppelt abgesichert“: Neben der Therme habe der Ort auch in Moosham einige starke Betriebe. Weil diese zum großen Teil aus der Lebensmittelbranche kommen, die auch während des Lockdowns weiterarbeitete, könnten die geringeren Ertragsanteile (Steuergelder, die vom Bund an die Gemeinden verteilt werden) und die Stundung der Kommunalsteuer wegen Kurzarbeit (von der auch die Therme betroffen sei) abgefedert werden.

Große Projekte gäbe es derzeit nicht, meinte Berger: „Bei uns ist so ziemlich alles neu oder saniert.“ Bis jetzt sei die einzige Auswirkung, dass die Sanierung der Sportanlage von März auf August verschoben wurde – und auch das nicht aus finanziellen Gründen, sondern wegen des Lockdowns.

Reichersberg (Platz 12)

Annähernd gleichgeblieben ist Reichersberg. Nach Platz zehn im Vorjahr liegt die Gemeinde jetzt auf Rang zwölf.

Der Ort belegt seit Jahren vordere Plätze im Bonitäts-Ranking. Der Ort profitiere natürlich von der Nähe zur Autobahn, meint Bürgermeister Bernhard Öttl, aber man müsse auch das Glück haben, entsprechende Grundstücke für Betriebsansiedlungen wie jene von FACC anbieten zu können.

Wie stark sich Corona finanziell auswirkt, könne man noch nicht endgültig sagen: „Wir haben einige Firmen mit Kurzarbeit, da ist die Kommunalsteuer teilweise bis Ende des Jahres ausgesetzt.“

Der Neubau des Gemeindehauses soll auf jeden Fall fertiggestellt werden. Öttl: „Zukünftige Projekte, die noch nicht in der Pipeline sind, werden wir uns neu anschauen müssen. Wir haben aber noch Reserven. Wir können antizyklisch arbeiten und zum Beispiel Baufirmen Aufträge erteilen, um Arbeitsplätze zu sichern.“

Aurolzmünster (Platz 33)

Die Nachbargemeinde von Ried kommt in dem Ranking mit einer Verbesserung von 37 Plätzen (von 70 auf 33) als Shooting Star daher. Bürgermeister Walter Schneiderbauer: „Wir haben das Glück, dass wir ein paar großartige Betriebe und dadurch gute Einnahmen aus der Kommunalsteuer haben.“

Die Einnahmenverluste durch Corona bei den Ertragsanteilen schätzt er auf 20 bis 25 Prozent. „Wir werden den Gürtel für einige Zeit enger schnallen müssen“, meint Schneiderbauer. „Wir wollten den Marktplatz neu gestalten. Das wurde erst einmal gestoppt.“ 

Tumeltsham (Platz 55)

Sein Amtskollege Erwin Diermayr aus Tumeltsham führt die soliden Finanzen auf die gute Wohnqualität und die zahlreichen Arbeitsplätze zurück – 1.200 bei 1.600 Einwohnern: „Wir legen den Betrieben bei der Ansiedelung nichts in den Weg, vergeben aber eigentlich nie Förderungen.“

Er rechnet mit Rückgängen von 20 bis 30 Prozent bei den Einnahmen. Eine Frage für die Zukunft werde sein, ob die Pflichtausgaben für Krankenanstalten und Sozialhilfeverband noch weiter steigen. Diermayr: „Ich bin sehr dafür, dass die Pflegekräfte mehr Geld bekommen. Das muss aber so geregelt werden, dass die Kosten nicht bei den Gemeinden bleiben.“

St. Martin (Platz 146)

St. Martin hat im Ranking eine  großen Sprung nach vorne gemacht – von Platz 175 auf 146. Bürgermeister Hans Peter Hochhold erklärt das damit, dass der Ort in den letzten Jahren nicht so hohe Ausgaben hatte, weil vieles noch in Planung sei. Corona wirke sich „deutlich negativ“ aufs Budget aus – nach einer ersten Schätzung dürften der Gemeinde etwas mehr als eine halbe Million Euro an Einnahmen entgehen. Neue Projekte seien ohnehin vom Land schon bald nach Ausbruch der Pandemie gestoppt worden – nur Vorhaben mit einem genehmigten Finanzierungsplan dürften derzeit durchgeführt werden.

Bonität

Für die Bonität ist eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich, und nicht alle können von der Gemeinde beeinflusst werden. Das reicht von der Wirtschaftskraft (von der die Höhe der gemeindeeigenen Steuern abhängt) und dem primären Finanzausgleich (der die Höhe der Ertragsanteile bestimmt) über die demografische Entwicklung und die höchst unterschiedliche Transferpolitik in den Ländern bis zum Gemeindemanagement und der Kompetenz der Entscheidungsträger.

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