Kunst außerhalb der Schutzzonen: Werkstatt Kollerschlag hat in ganz Europa Zeichen gesetzt

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Das Friedens-Mahnmal beim Neuen Rathaus in Linz wurde ebenfalls von der Werkstatt Kollerschlag abgewickelt. Foto: Karl-Heinz Klopf
Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 05.12.2017 11:45 Uhr

KOLLERSCHLAG. Eine eigene Werkstatt hatten die drei Brüder Baumüller eigentlich nie, obwohl der Name ihrer Initiative genau das erwarten lässt. Vielmehr ist die 1985 gegründete Werkstatt Kollerschlag Vermittler zwischen Künstlern, Architekten und ortsansässigen Handwerkern, um Kunst für den öffentlichen Raum zu schaffen. Ein Konzept, das seit 32 Jahren funktioniert.

Der „Hammering Man“ vor dem Messeturm in Frankfurt, der riesige Hund „Puppy“ vor dem Schloss Arolsen bei Kassel, der hölzerne „Dürer-Hase“ auf einem Kreisverkehr in Waidhofen, das Holocaust-Mahnmal in Wien oder das Friedens-Mahnmal beim Neuen Rathaus in Linz. All diese Kunstobjekte haben eins gemeinsam: Sie wurden über die Werkstatt Kollerschlag abgewickelt. Seit 1985 bemühen sich Heinz, Werner und Wolfgang Baumüller Kunst nicht nur für die traditionellen Schutzzonen, wie Museen, Galerien oder private Sammlungen zu schaffen, sondern auch für den öffentlichen Raum.

Start mit jährlichen Vernissagen

„Die ersten Arbeiten haben wir rein für uns produzieren lassen. Die Künstler haben uns ihre Entwürfe gebracht und wir sind dann zu Schlossern, Steinmetzen, Glasern und anderen Handwerkern gegangen und haben diese realisiert“, erinnert sich Wolfgang Baumüller, der 25 Jahre lang Geschäftsführer der Werkstatt Kollerschlag war. Jährlich gab es dann eine Ausstellung, bei der die Objekte zu sehen und auch zu kaufen waren - und oft auch die Künstler selbst in Kollerschlag zu Gast waren. Der Kontakt zu diesen entstand vor allem durch den ältesten der drei Brüder, Heinz, der in Düsseldorf Kunst studierte. Werner war in er Werbebranche tätig, Wolfgang führte den Lebensmittelladen in Kollerschlag.

Full Service für Künstler und Auftraggeber

Mit ihrem Konzept waren sie schnell bei Kunst am Bau angekommen - als Vermittler zwischen Künstler und Geldgeber und Architekt. „Wir bringen Künstlervorschläge ein, koordinieren dann die Betriebe, übernehmen den Transport, den Aufbau. Eigentlich bieten wir Full Service für Künstler und Auftraggeber“, erklärt Baumüller, der nach wie vor in Kollerschlag lebt. „Wir sind im Grunde die richtigen Partner für jene Künstler, deren Atelier nur ein Computer ist“, ergänzt er.

Weltweit steht Kunst aus Kollerschlag

Arbeiten der Werkstatt Kollerschlag sind in ganz Europa zu finden, aber auch in Amerika oder Israel. „Gerade in Europa wird Kultur als wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gesehen. Und auch viele Unternehmen erkennen, dass Kunst die Unternehmenskultur nach außen trägt. Für Kunst Geld auszugeben, wäre einfach wichtig. Ebenso täte das Hinschauen auf Kultur den Menschen gut. Die Sicht auf die Welt wird dadurch anders.“

An die 200 Werke sind in den vergangenen 32 Jahren entstanden - mal größer, mal kleiner, aus allen erdenklichen Materialien. „Ich bin schon auf ein paar Sachen stolz, die man mit der Werkstatt Kollerschlag in Verbindung bringt. Wir haben in ganz Europa schöne Zeichen hinterlassen“, freut sich Baumüller. Aber es brauche manchmal einen langen Atem und viel Vorbereitungszeit, sagt er.

Hoch und Tiefs

Das bestätigt sein Bruder Wolfgang Baumüller, der sich seit ein paar Jahren um die neuen Projekte der Werkstatt Kollerschlag kümmert. „Es gibt Up and Downs. Manchmal rennt es recht gut und bei größeren Aufträgen ist man wieder zwei Jahre beschäftigt und hat die Kosten herinnen. Aber reich kann man damit nicht werden“, meint der in Wien lebende Kollerschlager, der gerade erst für sein Engagement um das Kulturland Österreich den Professoren-Titel verliehen bekommen hat. Zuletzt wurden einige Mahnmäler realisiert. Außerdem hat er ein Riesen-Projekt in Aussicht, zu dem er aber noch nicht mehr verraten möchte.

www.werkstatt-kollerschlag.com

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