Gegen Hass und Gewalt, für mehr Miteinander: 1000 Menschen haben eine Botschaft

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 05.06.2016 20:30 Uhr

ALTENFELDEN. Es war ein beeindruckendes Zeichen, das aus einer spontanen Idee der Sozialistischen Jugend heraus entstanden ist: An die 1000 Menschen laut Veranstalter zeigten am Sonntag Nachmittag bei einer Kundgebung in Altenfelden, direkt neben dem abgebrannten Asylhaus, dass Gewalt, Hass und Hetze keinen Erfolg haben werden.

Ein „bunter Haufen“ (laut Marco Pühringer vom SJ-Landesvorstand) war es, der sich da beim Altstoffsammelzentrum eingefunden hat. Politiker fast aller Farben, Einheimische und Asylwerber, Kinder, Jugendliche und Ältere. „Dass so viele Menschen hier dastehen ist ein Zeichen, dass wir uns das nicht gefallen lassen. In unserer Gemeinde zählen Werte wie Solidarität, Mitmenschlichkeit, Lebensqualität. Der Gewalt dürfen wir nicht nachgeben“, betonte Altenfeldens Bürgermeister Klaus Gattringer (VP). „In den roten Containern bei der Brandstätte ist nicht nur Schutt der abgebrannten Flüchtlingsunterkunft drinnen - da sind genauso Mitmenschlichkeit, Privatinitiative, Nächstenliebe drinnen. Das zu zerstören, war ein kapitales Verbrechen“, hofft er, dass „diese Schandtat“ bald aufgeklärt wird. Er habe keine Angst vor den Flüchtlingen, die bei der Kundgebung mitten in der Menge standen - „ich habe mehr Angst, dass der Brandstifter nochmal zuschlägt.“

Als Ankerpunkt bezeichnete Bezirksfeuerwehr-Kommandant Josef Bröderbauer die Veranstaltung, „solche braucht es, damit wir rauskommen aus dem Dilemma“. Bröderbauer, selbst ein Altenfeldner, ist auch Tage nach der Tat noch nachdenklich und betrübt - gleichzeitig aber überzeugt, dass es Altenfelden gelingen wird, auf die 48 Flüchtlinge, die im August im neu aufgebauten Haus einziehen werden, zuzugehen und diese willkommen zu heißen.

Weg der Menschlichkeit wird fortgesetzt

Denn dass das Asylhaus wieder aufgebaut wird, daran besteht kein Zweifel: „Alle Aufträge sind bereits vergeben, allerspätestens in der letzten August-Woche werden die ersten Schutzsuchenden einziehen“, informierte Integrations-Landesrat Rudi Anschober (Grüne). Er ergänzte: „Was ich in den paar Tagen nach dem Brandanschlag als Reaktion gespürt habe, stimmt mich hoffnungsvoll. Wir werden den Weg der Menschlichkeit konsequent fortsetzen, dafür müssen wir noch näher zusammenrücken.“

Kämpferischer zeigte sich indes SP-Landesrat Reinhold Entholzer. Er wies auf den Anstieg der rechtsextrem-motivierten Delikte hin (+40,18 Prozent gegenüber 2014). „Wer geistiges Feuer legt, hat auch die Flammen der Realität zu verantworten“, meinte Entholzer in Hinblick auf hetzerische Bierzelt-Reden.

Wir sind eine Welt

Den Tenor der Veranstaltung, nämlich dass es um mehr Miteinander, um mehr Menschlichkeit, um Toleranz und Solidarität geht, brachte Nicki Leitenmüller von der Katholischen Jugend auf den Punkt: „Wir müssen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umgehen - wir sind alle Menschen“, meinte sie und lud alle ein, gemeinsam „We are the world“ zu singen. Reinhold Aumaier drückte dichterisch aus, dass „guade Erde verbrannt und tiefe Gräben aufgrissen wurden.“ Sein Herz gegen Hetzblut werde aber weiter pumpen.

Warum Menschen überhaupt ihre Heimat verlassen, erzählten zwei afghanische Flüchtlinge: „In Afghanistan ist seit 14 Jahren, seit ich geboren wurde, Krieg. Es gibt kein sicheres Leben, kein Recht auf Schule oder Ausbildung“, sagte Sheeh cherman, der in Österreich eine Lehre machen möchte. Auch Sepehr ist glücklich in Österreich, in seiner Heimat hatte er keine Freiheit und konnte seine Religion (er ist Christ) nicht ausüben.

Das Schlusswort hatte Organisatorin Agnes Hammerschmied, die sich freute, dass so viele Menschen gemeinsam ein Zeichen gesetzt haben. „Wir haben deutlich gezeigt, dass wir bei uns keinen Platz für Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben.“

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