Künstlerische Zusammenarbeit über die Grenzen macht Freude und Freunde

Hits: 1147
Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 29.07.2017 15:32 Uhr

JULBACH. 100 Mal will die Künstlerfamilie Reiter den St. Anna-Preis an Kunstschaffende aus dem Grenzraum vergeben. Der 21. Preisträger wurde heute Mittag gekürt: Marcel Fiser aus Tschechien erhielt die Bronzeskulptur für sein Wirken als Galerist und Kurator und seine grenzübergreifenden Projekte.  

„Diesen Preis schätze ich wirklich sehr hoch“, freute sich Marcel Fiser bei der Preisverleihung. Zum einen, weil die Skulptur von einem „hervorragenden Bildhauer (nämlich von dem im Dezember 2015 verstorbenen Erwin Reiter) gefertigt wurde, was eigentlich seine Fachrichtung sei“; zum anderen, weil grenzüberschreitende Kooperation ganz wichtig sei. „Ich war nicht alleine. Ich habe mit vielen zusammengearbeitet und das machte viel Freude und Freunde“, betonte der frisch gebackene Preisträger.

Zeitgenössische Kunst im Blickpunkt

Warum die Jury mit ihm eine gute Wahl getroffen hat, verriet Laudator Walter Annuß, ehemaliger Bürgermeister von Regensburg: Marcel Fiser wuchs „im Schatten des Eisernen Vorhangs“ in Tschechien auf und nutzte sein Kunststudium in Prag als Tor nach Westen, Europa und die Welt. Seit 2010 leitet er die Galerie der bildenden Kunst in Eger, und ist damit „eigentlich Direktor eines Kunstmuseums“, so Annuß. „Er beschränkt sich nicht auf das Sammeln und Ausstellen von Kunst, sondern will ein Zentrum für zeitgenössische Kunst schaffen.“ Ungewöhnliche Ausstellungen, Projekte, die Diplomarbeiten von europäischen Kunststudenten, in den Blickpunkt rücken,  gemeinsame Aktivitäten mit deutschsprachigen Künstlern oder die derzeit laufende Ausstellungsreihe über das Geschehen in ausländischen Kunstzentren, tragen seine Handschrift.

Einsatz für den Grenzraum

Solche Projekte sind genau im Sinne des St. Anna-Preises, der 1997 zum ersten Mal vergeben wurde - an Landeshauptmann a.D. Josef Ratzenböck, im Vorjahr erhielt Hubert von Goisern den Preis. Initiatorin Edda Seidl-Reiter und ihre Familie wollen damit Menschen wechselweise aus Österreich, Bayern und Tschechien auszeichnen, die sich um den Grenzraum besonders verdient gemacht haben und die Brückenbauer sind.

Drent & Herent geht nach Tschechien

Brücken will man auch beim Feiern schlagen. Wie Julbachs Bürgermeister Johannes Plattner bei dieser Gelegenheit verriet, soll das österreichisch-bayrische Fest „Drent & Herent“ ausgeweitet werden und nächstes Jahr in Tschechien stattfinden. „Es kann nur so funktionieren: Wir als Gesellschaft leben das Miteinander, ein geselliges, friedliches Zusammenleben vor.“

 

 

Artikel weiterempfehlen:


Mehr zu diesem Thema:

Kommentar verfassen



Ski-Nachwuchs aus dem Böhmerwald räumte bei Kinderlandesmeisterschaften ab

HOCHFICHT. Auf zwei Tage aufgeteilt, fanden am Wochenende die oö. Kinderlandesmeisterschaften auf der Zwieselberg-FIS-Strecke am Hochficht statt.

UBV-Kammerräte angelobt

HELFENBERG/OÖ. Der Unabhängige Bauernverband UBV freute sich bei der Landwirtschaftskammerwahl 2021 über das beste Ergebnis seit Bestehen.

Kein Haupt-Kleintiermarkt zum Saisonauftakt

HASLACH. Keinen Haupt-Kleintiermarkt wird es heuer in Haslach geben.

Expedition in die Tierwelt

Expedition in die Tierwelt

Ochsenfleisch und mehr: Rohrbacher Wochenmarkt startet in die neue Saison

ROHRBACH-BERG/PEILSTEIN. Ein bisschen früher als gewohnt geht heuer die Wochenmarkt-Saison los: Am Samstag ist erster Markttag.

Wenn die Wirbelsäule nicht gerade wächst: Ganzheitliche Begleitung im kokon

ROHRBACH-BERG. Eine frühe Therapie entscheidet über den Behandlungserfolg bei Skoliose, einer Verformung der Wirbelsäule. Die Experten der Kinder- und Jugendreha kokon widmen sich schwerpunktmäßig ...

Frauen sind in Rohrbach gut beraten

ROHRBACH-BERG. Das Alom FrauenTrainingszentrum unterstützt Frauen dabei, ihre Chancen in der Berufswelt bestmöglich wahrzunehmen.

Eine gute Stunde für Texte und Musik

NEUFELDEN. Für eine Online-Lesung unter dem Titel „Horch mal!“ öffnen Martina Resch und Karin Grössenbrunner aus Neufelden am Sonntag, 28. Februar, um 10 Uhr einen virtuellen Raum.