Wertvolle Hilfe für Menschen in Not: Ulrichsberg sammelt Sachspenden für afghanische Flüchtlinge

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 24.11.2021 11:22 Uhr

ULRICHSBERG. Nicht tatenlos wegschauen kann Christian Berlinger, wenn er Bilder von den Menschen an der bosnischen Grenze sieht. Es sind Flüchtlinge aus Afghanistan, die dort unter freiem Himmel ausharren müssen. Mit Sachspenden will er ein wenig Hilfe zu ihnen bringen.

„Die vor der Not fliehenden Menschen, die vor unserer Tür an der EU-Außengrenze stehen, hören wie einst Josef und Maria in Betlehem: Hier ist kein Platz. Aber wir sind alle eine Menschenfamilie“, sagt der Ulrichsberger und bittet zugleich um Hilfe: Er sammelt Sachspenden, um diese zu den Flüchtlingen nach Bosnien zu bringen. Weit über tausend Menschen, zum größten Teil Familien aus Afghanistan, warten an der Grenze zu Kroatien bei widrigen Bedingungen und Kälte auf die Weiterreise. Sie sind aus ihrer Heimat geflohen, weil dort wegen dem Machtwechsel, der Wirtschaftskrise, aber auch wegen Dürren kein Überleben möglich ist. 23 Millionen Menschen hungern in Afghanistan – zu Jahresbeginn waren es noch 14 Millionen.

Endstation Grenze?

„Das kroatische und damit das europäische Grenzregime hindert die Flüchtlinge teils gewaltsam daran, Schutz in der EU zu suchen. Gleichzeitig werden Solidaritätsbewegungen aus der Bevölkerung systematisch unterbunden, die Hilfeleistung ist mittlerweile ein Strafdelikt“, weiß der Mühlviertler, der sich davon aber nicht von seinem Vorhaben abhalten lässt. Berlinger ist in Kontakt mit jungen Menschen aus Deutschland, die vor Ort sind und mit Spenden und Taten helfen, die Grundversorgung zu sichern.

Vom Zelt bis zur Winterjacke

Jeder kann dafür ganz einfach ebenfalls einen Beitrag leisten und Sachgüter spenden. Dringend gebraucht werden Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Winterjacken (Größe M), gutes festes Schuhwerk (Größen 40 bis 43), neuwertige und saubere Tarps und Planen sowie aufladbare Lampen aller Art. Auch funktionierende, freigeschaltete Handys mit Ladekabel und Powerbanks werden gerne angenommen. Smartphones werden den Flüchtlingen oft von den Grenzbeamten abgenommen, sie sind aber wichtig zur Orientierung und um Kontakt mit Angehörigen zu halten. Nicht zuletzt dienen sie als Lichtquelle und ermöglichen vor allem Kindern auch Zugang zur Bildung.

Wer möchte, kann auch gerne Bargeld spenden, mit dem dann vor Ort Nahrungsmittel, Brennholz, Hygieneartikel, Medikamente gekauft werden.

Menschenrechte respektieren

Christian Berlinger will Anfang Dezember aufbrechen und die gesammelten Güter nach Bosnien zu den Hilfesuchenden bringen. Mit im Gepäck hat er auch 200 Paar Waldviertler Schuhe, die Heini Staudinger (Gea Waldviertler Schuhwerkstatt) zur Verfügung stellt. 

Für Berlinger ist unverständlich, dass „in unserer sogenannten zivilisierten und humanistischen Welt keine angemessene Lösung für diese Zustände zu finden ist. Die Mächtigen der Welt sollten koordinieren, dass die Menschen in den Länder, aus denen wir viele unserer Rohstoffe beziehen, auch gut versorgt werden und keinen Grund  haben, ihr Heimatland verlassen zu müssen. Die Politik ohne Moral muss ein Ende haben. Menschenrechte sollten wieder mehr respektiert werden.“

Abgegeben werden können gut erhaltene, funktionstüchtige Hilfsgüter bis inkl. 30. November

  • in Ulrichsberg: Markt 31 (Eingangstüre direkt neben der Trafik) von 8 bis 17 Uhr
  • in Rohrbach am Stadtplatz (Bushaltestelle) von 26. bis 30. November, täglich von 17 bis 18 Uhr direkt bei Christian Berlinger

Infos: Tel. 0699/1312 0017

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