Solange die Menschen kein Wasser haben, haben sie auch Hunger: „Sei so frei“ und Lions helfen zu überleben

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 26.07.2017 07:41 Uhr

TANSANIA/OÖ. „Wasser kennt keine Sünde“, lautet eine alte Weisheit in Tansania, man könne es von überall nehmen. Momentan allerdings wird selbst dieses verschmutzte, oft krankmachende Wasser aus Tümpeln und Erdlöchern knapp, denn eine extreme Trockenheit greift um sich. Umso wichtiger ist die Arbeit der KMB-Organisation SEI SO FREI, die für Tiefbohrbrunnen und Wassertanks sorgt. Die Lions aus allen Bezirken Oberösterreichs helfen ihnen dabei.

Fünf Monate regnet es üblicherweise in Tansania – drei Monate im Frühjahr, zwei im Herbst. Nicht so dieses Jahr: Nachdem die Regenzeit schon im vergangenen Herbst komplett ausfiel und jene im Frühjahr viel zu kurz, viel zu schwach war, herrscht im ganzen Land extreme Trockenheit. Durst ist allgegenwärtig, ebenso der Hunger, denn ohne Wasser kann auch auf den Feldern nichts wachsen. In erster Linie geht es jetzt um Nothilfe, berichtet der Geschäftsführer von SEI SO FREI Oberösterreich, Franz Hehenberger aus St. Peter. Denn die Situation in dem ostafrikanischen Land ist dramatisch und verschärft sich weiter. „Pakete mit Mais, Reis, Bohnen sollen den Menschen helfen, durch die schwere Zeit zu kommen.“

Teure Lebensmittel

Der Mais sei das Erste, das eingeht, wenn es zu lange nicht regnet. Ein Grundnahrungsmittel in Tansania, ebenso wie Maniok, Bohnen, Linsen und Hirse. Aber die Saaten vertrocknen, die Ernten fallen aus. „Dadurch steigen die Preise für Nahrungsmittel. Ein Kilo Mais kostet jetzt 1400 Tansania-Schilling (umgerechnet 55 Cent) – vorher waren es 400“, weiß Hehenberger und ergänzt: „Das Prekäre an der Situation ist, dass die hungernden Menschen von der Regierung, vom eigenen Staat keine Hilfe erwarten können.“

Brunnen sichern Wasser

Die Überlebenspakete helfen aber nichts, wenn die Leute keinen Zugang zum Wasser haben. „Wichtig sind Tiefbohrbrunnen, die Wasser aus 65 Meter Tiefe heraufpumpen und so auch während der Dürre rund 5000 Menschen mit Wasser versorgen können. Diesen Brunnenbau müssen wir intensivieren“, betont Franz Hehenberger.

Man könne in diesen Regionen überleben, weiß der Mühlviertler aus Erfahrung. Denn schon seit 2000 realisiert SEI SO FREI Projekte in der Mara-Region gemeinsam mit Partnern vor Ort. „Aber solange die Menschen kein Wasser haben, haben sie auch Hunger.“

Land zum Leben

Bei den Bemühungen für die Menschen im Norden Tansanias bekommt SEI SO FREI heuer Unterstützung von den Lionsclubs: Das Projekt „Land zum Leben“ wurde zum Jubiläumsprojekt 100 Jahre Lions auserkoren. In enger Zusammenarbeit mit SEI SO FREI-Projektpartnerin Saria Amillen Anderson werden Regenwassertanks und Tiefbohrbrunnen errichtet, Wiederaufforstungsprojekte durchgeführt, landwirtschaftliche Ausbildungen angeboten und Schüler für den Klimaschutz sensibilisiert. Der Fokus liegt dabei klar auf Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe.

Spendenkonto:

Mit 30 Euro kann ein 50 Kilo-Sack Mais gekauft werden; um 135 Euro wird ein Meter Brunnen gebohrt; 1450 Euro kostet die Pumpe, mit der das Wasser aus 65 Meter Tiefe an die Oberfläche geholt wird.

Jede Spende an SEI SO FREI hilft den Menschen in Tansania und ist steuerlich absetzbar. Spendenkonto: IBAN: AT30 5400 0000 0069 1733, BIC: OBLAAT2L; Kennwort: Dürre

www.seisofrei.at/linz

 

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