Kein gutes Zeugnis für Öffis im Bezirk: Mikro-ÖV-Konzept soll Bewegung reinbringen

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Sevim Demir Sevim Demir, Tips Redaktion, 16.07.2020 10:23 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Das Konzept des „Mikro-ÖV“ könnte Abhilfe schaffen, was die Mobilität im Bezirk Rohrbach betrifft. Denn, leider ist es sehr schwer, hier mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen.

Eine Mobilitätsuntersuchung der Österreichischen Raumordnungskonferenz stellt dem Bezirk Rohrbach kein gutes Zeugnis für die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes wäre notwendig, ist aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte allerdings ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll. 

Mikro-ÖV als Lösung

Eine Lösung bietet das Konzept des „Mikro-ÖV“, ein öffentlicher Verkehr mit Taxis und Minibussen, der gezielt auf die regionalen Anforderungen zugeschnitten ist. Solche Mobilitätslösungen laufen in anderen Regionen Österreichs bereits seit einigen Jahren überaus erfolgreich, wie einer der beiden Initiatoren und Wirtschaftskammer-Rohrbach-Obmann Andreas Höllinger schildert: „Mikro-ÖV ist ein sinnvolles und notwendiges Bindeglied zwischen Bus, Bahn und Individualverkehr. Ausgeklügelte und überlegte Mikro-ÖV-Pläne könnten eine innovative Ergänzung für den öffentlichen Verkehr im Mühlviertel werden.“

Ergänzung und Verbindung für den öffentlichen Verkehr

Zusätzlich zum klassischen Linienverkehr, mit einem festen Fahrplan und einem starren Haltestellennetz, gibt es bei Mikro-ÖV-Angeboten ebenso fixe Haltepunkte, diese sind aber engmaschiger gesetzt und die Fahrten können ganz individuell nach eigenem Bedarf gebucht werden. Diese Buchung kann übers Telefon, aber auch bequem online oder über eine Handy-App erfolgen. Abgerechnet wird mittels Fahrtgebühren, die an die Tarifstruktur des OÖVV angelehnt sind. Dabei profitieren auch die regionalen Taxi- und Busunternehmen, die mit klaren Kostenstrukturen kalkulieren können und direkt in die Fahrtenabwicklung eingebunden sind.

Mikro-ÖV ist auch ein Baustein für den Klimaschutz, weiß Mit-Initiator Johannes Großruck, Geschäftsführer der Klima- und Energiemodellregion Donau-Böhmerwald: „Wir haben im Bezirk Rohrbach doppelt so viele Autos wie Haushalte, das zeigt, dass die Menschen mobil sein wollen und müssen. Damit wir einen Teil dieser Mobilität ohne Auto erledigen können, brauchen wir dazu besonders im ländlichen Raum intelligente Lösungen, die über einen reinen Linienverkehr hinausgehen. Es wird auch in Zukunft keine U-Bahn von Hühnergeschrei zum Hansberg fahren.“

Interessenten für Testbetrieb gesucht 

Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Mikro-ÖV im Herbst werden unterschiedlichen Möglichkeiten, Anbieter und Modelle im Detail präsentiert. Nach den Vorstellungen von Höllinger und Großruck soll zeitnah ein Testbetrieb in einem Rohrbacher Kooperationsraum erfolgen. Hierfür werden Interessenten aus den Gemeinden und der Wirtschaft gesucht. Alle Interessierten können sich auf der Website www.regional-mobil.at zum Thema Mikro-ÖV informieren und weitere Informationen per E-Mail anfordern.

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