Traum erfüllt – Wernsteiner braut sein eigenes Bier

Hits: 4561
Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 08.12.2015 17:56 Uhr

Wernstein. 39 Jahre lang prägten Hopfen, Malz, Wasser und Hefe den Arbeitsalltag von Johann Kieslinger-Furtner aus Wernstein. Als Bierbrauer bei der ehemaligen Kapsreiter Brauerei wurde für ihn der Beruf zur Leidenschaft. Umso schmerzhafter war, als die Traditionsbrauerei endgültig ihre Pforten schloss. Heute, drei Jahre später, hat sich der Wernsteiner einen Traum erfüllt. Er braut nun sein eigenes „Süppchen“.

Im August diesen Jahres braute sich über der Gemeinde Wernstein etwas zusammen. Was sich viele Biertrinker wohl insgeheim wünschen, ging für einen Wernsteiner in Erfüllung. Der begnadete Brauer Johann Kieslinger-Furtner wagte die ersten Versuche für ein kühles Blondes in der hauseigenen Privatbrauerei. „Ich war sehr gespannt, ob es funktioniert, denn alles rund ums Bierbrauen habe ich seither auch nicht vergessen“, sagt Kieslinger-Furtner. Erst mal die richtige Würze gefunden und das Brauverfahren gestartet, freut sich der 56-Jährige heute bereits über seine ersten beiden Sorten. Nach mehrwöchigen Sud-, Brau- und Lagerverfahren entstanden das Stammtischhopfen und die Wirtshaushelle. „Ich wollte zuerst nur eine Sorte herstellen, aber Geschmäcker sind eben verschieden und so sind ein herberes und ein malzigeres Bier entstanden“, erklärt der Brauer. In einer alten Garage hat der Wernsteiner eine professionelle Brauanlage installiert. 250 Liter pro Sud können damit hergestellt werden. „Pro Stunde kann ich 80 Flaschen abfüllen“, erklärt der 56-Jährige, der sein Bier noch mit einem traditionellen Brauverfahren herstellt. „Nach sechs bis sieben Tagen im Gärbottich gärt das Bier sechs bis acht Wochen im Lagertank weiter“, sagt Kieslinger-Furtner. Ein Sud braucht acht bis neun Stunden. Vom Sudhaus gelangt die Würze in den Gärbottich. Nach beendeter Hauptgärung kommt die Würze in den Lagerkeller. Bei Temperaturen von zwei bis vier Grad beginnt nun die Nachgärung und Reifezeit des Bieres. Dabei reichert sich das Bier mit natürlicher Kohlensäure an und entwickelt sein Aroma. Der Brauer bestimmt schließlich durch mehrmaliges Verkosten, wann das Bier trinkreif ist. Das fertige Bier hat einen Alkoholgehalt von 5,5 Prozent und einen Stammwürzgehalt von 12,9 Grad. Dieser Wert bezeichnet den Anteil der aus dem Malz und Hopfen im Wasser gelösten Stoffe vor der Gärung. Es sind vor allem Malzzucker, Eiweiß, Vitamine und Aromastoffe.

 

Zutaten aus der Region

Und was macht nun nach der Meinung des erfahrenen Bierbrauers ein gutes Bier aus? „Natürlich erkennt man ein gutes Bier vom Geschmack und,dass es unverfälscht ist. Es sollte kein Schnickschnack dabei sein. Es ist einfach so, wie es ist“, erklärt der Brauer. Natürlich trinke er auch selber gerne das eine oder andere Glaserl. „Sonst könnte ich diese Arbeit nicht machen“, schmunzelt der Wernsteiner, „es soll ja nicht gesoffen, sondern genossen werden.“ Für sein Bier bezieht der 56-Jährige die Zutaten ausschließlich aus der Region. „Der Hopfen kommt aus dem Mühlviertel, das Malz aus Grieskirchen und das Wasser kommt direkt aus Wernstein“, freut sich Kieslinger-Furtner.

„Ich greife im Brauverfahren auch jede Bierflasche und jedes Fass an. Es ist alles Handarbeit. Ich wollte immer ein Bier machen, das einfach aus der Region kommt“, erklärt der Bierbrauer. Der Wernsteiner taufte sein Bier nach dem Hausnamen seines Wohnhauses „Wenzl“. Laut dem Wernsteiner Heimatbuch geht der Hausname von den ersten Gutsbesitzern in den Jahren 1600 bis 1740 aus. Das Gut kaufte 1886 die Brauerei Kapsreiter und zerstückelte es in drei Wohnhäuser. „Den Original-Kaufvertrag haben wir im Nachlass gefunden“, sagt der 56-Jährige, „wir möchten mit dem Hausnamen unseren Ursprung ableiten und die Regionalität betonen.“

 

 

Mehr Infos bei Brauer Johann Kieslinger-Furtner, Wimberg 1, Wernstein,

0664/73909828,

hans.kieslinger@aon.at

Kommentar verfassen



Autofahrer krachte auf der Nibelungen Straße gegen eine Steinmauer

WALDKIRCHEN AM WESEN. Auf der Nibelungen Straße (B130) Richtung Eferding verlor Samstagabend im Gemeindegebiet von Waldkirchen am Wesen ein Autofahrer aus unbekannter Ursache die Kontrolle über ...

Diersbacher Damen holen Landesmeistertitel

DIERSBACH. Ihren bislang größten Erfolg erreichte die Damenmannschaft des ESV Union Diersbach – mit den Spielerinnen Renate Steininger, Ingrid Christl, Helga Lang und Ingrid Straif – bei der Landesmeisterschaft ...

Fahrerflucht: Fahrer eines Kleinbusses machte sich aus dem Staub

ANDORF. Nach einem Verkehrsunfall Freitagabend auf der L514 im Bereich Laab (Straßenkilometer 13,775; Auffahrt B137) hat der Fahrer eines Kleinbusses Fahrerflucht begangen. 

Rainbacherin meistert „goldene“ Abschlussprüfung

RAINBACH/INNKREIS. Elke Mühlböck aus Rainbach stapft schon fleißig in den Spuren ihrer Querflöten-Lehrerinnen Jutta Wallner und Anita Putz. Auch sie will Lehrerin für Querflöte werden und hat eben ...

Personal des Klinikums Schärding ruft zur Corona-Impfung auf

SCHÄRDING. Die Ärzte, das Pflegepersonal und auch die übrigen Mitarbeiter des Klinikums Schärding traten heute vor das Krankenhaus und riefen mit Transparenten und Plakaten zur Corona-Impfung auf. ...

Engelhartszeller holt Staatsmeistertitel

ENGELHARTSZELL. Mit dem Saisonfinale, das vor Kurzem in Civitale/Italien stattgefunden hat, krönte sich der Engelhartszeller Alexander Frank endgültig mit dem Titel „Sport und Rennwagen Bergstaatsmeister ...

Schlossgespräche suchen Lösungen zu Klimawandel und Coronakrise

ZELL an der Pram. Die dritten Zeller Schlossgespräche am 4. und 19./20. November beschäftigen sich mit den beiden Themen, die die Welt in Atem halten: die Corona- und die Klimakrise. Die Klimaforscherin ...

Über 4.000 Euro für den kleinen Gabriel bei Benefiz-Oldtimer-Treffen gesammelt

FREINBERG. Das zweite Benefiz-Oldtimer-Treffen in Haibach (Gemeinde Freinberg) war ein voller Erfolg. Die Organisatoren Julia und Michael Maier konnten 4.057 Euro für den kleinen Gabriel aus Münzkirchen ...