Wenn die Zwerge mit dem Kater Fußball spielen

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 16.03.2014 09:00 Uhr

ST. MARTIN. Nicht mal 15 Minuten haben die Hauptschüler gebraucht, um 20 thailändische Vokabeln, ein paar russische und einen ganzen Satz auf Russisch zu lernen. Wie das geht? Mit kleinen Geschichten und Bildern im Kopf, wie der weltbekannte Gedächtnistrainer Gregor Staub bei seinem Besuch in der Hauptschule St. Martin verriet.

„Mit Bildern kann man deutlich klarer lernen, als nur mit Klängen, das Gehirn erstellt so Verknüpfungen“, erzählt der Schweizer und merkt sich auf diese Weise auch die Vornamen seiner jungen Zuhörer: Julian ist für den Beatles-Fan der Sohn von John Lennon, Sophie sitzt auf dem Sofa, bei Benjamin hat er sofort den Big Ben im Kopf. Meinen Namen verbindet er mit den beiden Tennisspielerinnen Martina Hingis und Navratilova – die Kamera ist für ihn der Tennisball. „Der Trick ist: Man kann jedes abstrakte Wort in Bilder verwandeln“, sagt er. So merkt man sich etwa, dass Lautsprecher auf Russisch „Gromkagawaritel“ heißt: Die Oma fliegt nach Rom und trinkt Kaffee in einem Garten. Daneben steht ein Wagen, da sitzt ein Riese drin, der telefoniert. „Fünf Mal wiederholen, dann kann man“s. Nach drei Tagen braucht man dann die Geschichte nicht mehr„, weiß der anerkannte Gedächtnisprofi, der seit 20 Jahren als Vortragender unterwegs ist und selbst Paul McCartney oder Elton John persönlich kennt. “Ich weiß, dass ich„s kann“ Ob es für die Schüler leichter ist, sich was zu merken, frag ich ihn, weil die thailändischen Wörter und Zahlen irgendwie nicht so richtig in meinen Kopf wollen. „Nein, nur die Motivation und Konzentration sind wichtig.“ Es hätte wenig Sinn mitzuschreiben, während man sich was merken soll, sagt er mit Blick auf meine Notizen. „Fürs Lernen braucht man keine Intelligenz, nicht einmal Fleiß. Es zählt allein die Leidenschaft und der Wille, etwas können zu wollen.“ Er selbst setze sich keine Grenzen und motiviert auch seine begeisterten Zuhörer, sich viel mehr zuzutrauen. So wie seine Tochter, die mit nicht mal 20 Jahren sechs Sprachen fließend sprach (darunter Chinesisch). Oder jener Bursche, der nach drei Monaten üben Klavier spielen und Chopin vortragen konnte. Als Beweis kramt er sein Smartphone hervor und spielt den Schülern ein Video vor. „Die Leidenschaft ist das Erfolgsgeheimnis.“ Zahlen werden zu Bildern Staubs mega memory-Methode funktioniert übrigens auch mit Zahlen, auch diese werden mit Bildern verknüpft. Wenn die Zwerge mit dem Kater Fußball spielen ist demnach die Zahl 7911. Und weil die Jugendlichen noch immer nicht genug vom Lernen mit dem Profi haben, erklärt dieser ihnen noch das vedische Mathematik-System. Selbst schwierige Multiplikationen oder Quadrieren geht so schneller als mit dem Taschenrechner, verspricht er. „Jetzt hab ich“s checkt„, hört man im Saal, als den Schülern der Trick klar wird.Das schnelle Erfolgsgefühl ist auch Staubs Absicht: “Ich wollte ein Training entwickeln, das einfach erlernbar, zu Hause leicht umsetzbar ist und nicht zuviel kostet.„ Seine Bücher und CD“s sind deshalb gefragte Lernunterlagen. Und wenn man mal nicht weiter weiß, könne man ihn jederzeit anrufen. Mittlerweile haben 1,6 Millionen Leute seine Handynummer. Gregor Staub wurde am 3. Juni 1954 in der Schweiz geboren. Er hat dort studiert und den Abschluss als Betriebsökonom gemacht. Lange Zeit hatte der verheiratete Vater von zwei Töchtern selbst Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken und suchte nach Lösungen. So entdeckte er Techniken des Memorierens, die es teilweise schon seit der Antike gibt. Etliche Praktiken und Hilfsmittel hat Staub getestet und daraus ein umfassendes Trainingsprogramm (mega memory) entwickelt. Damit tourt er seit rund 20 Jahren für Vorträge und Seminare durch die Welt. www.gregorstaub.comHier geht's zur Bildergalerie. 
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