'Es lebe die NÖ-Militärmusik!' (mit Videos und Fotoserie)

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Werner Pelz, Leserartikel, 20.10.2014 08:00 Uhr

Die Niederösterreicher lieben ihre Militärmusik. Als heute (18. 10.) beim Festakt zum 50-jährigen Bestandsjubiläum der Militärmusik NÖ in der St. Pöltner Hesserkaserne von Festrednern die Abschaffung des Klangkörpers angesprochen wurde, brandeten Buh-Rufe auf. „Eine Musikkapelle wird nicht zugesperrt“, erklärte Peter Höckner seitens des NÖ-Blaskapellenverbands trotzig Richtung Bundesregierung, sonst sei der Protest von 120.000 aktiven Musikerin vorprogrammiert. Man werde alles daran setzen, um den Bestand der Militärmusik zu sichern.  Höckner zeigt sich zuversichtlich, dass die Militärmusikkapelle auch in den nächsten 50 Jahren bestehen bleibe. Der Kampf für den Erhalt der Militärmusik NÖ stand auch im weiteren Verlauf des Festaktes im Mittelpunkt der Redner.   Striedinger: „Geplante Abschaffung der Militärmusik unverständlich“ „Das was Sie hören ist eine eigene Stimmlage vergleichbar mit der Stimmungslage im Bundesheer“, eröffnet Niederösterreichs Militärkommandant Rudolf Striedinger seine Rede, im Hintergrund war das Signal eines Einsatzfahrzeugs zu hören. „Wie Sie wissen, befinden wir uns in heftigen Diskussionen, und ich hoffe darauf, dass auf der Ebene der Bundesregierung bald Klarheit darüber herrscht, wie es mit diesem Militär wirklich weitergehen soll.“ Jedenfalls werte er die Anwesenheit der zahlreichen Kapellen und Gästen aus dem gesamten Bundesland als Unterstützung für die Militärmusik, wofür der Brigadier lauten Beifall erntet. „Das österreichische Bundesheer hat in den letzten zehn Jahren ein Drittel seiner Kampfkraft verloren, das war im Rahmen von Reformen notwendig und auch richtig. Das was derzeit jetzt passiert ist ein durch Budgetmangel erzwungener Vorgang, der uns wieder ein Drittel der Kampfkrampft des Bundesheers wegnehmen wird“, fährt Striedinger fort. Gleichzeitig würden 50 Prozent der Militärmusikkapellen eingespart. Diese seien aber ein wesentlicher Teil der Attraktivierung des Wehrdienstes und ein wichtiges Bindeglied zwischen Bevölkerung und Bundesheer. Die Militärmusik sei „der“ Werbe- und Sympathieträger des Heeres, Ausbildungsstätte für junge Musiker. „Immerhin befindet sich ein Drittel des österr. Bundesheeres in Niederösterreich. Aus diesem Grund ist es unverständlich, dass diese Musik aufgelöst werden soll“.   Stadler: „Ohne Geld ka Musi“ St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SP) hebt die Partnerschaft zwischen der Landeshauptstadt und der Garnison hierorts hervor, deren Begründung vor 35 Jahren Vorbildwirkung hatte. Die Bevölkerung hätte sich immer mit dem Militärstandort in St. Pölten identifiziert. Man stehe daher in guten auch als in schlechten Zeiten zueinander. Die Militärmusik sei Aushängeschild und Botschafter des Bundesheeres über 50 Jahre hinweg gewesen. „Es ist klar, dass es schwierige Entscheidungen zu treffen gilt, durch die vielbeschworenen Wirtschafts- und Finanzkrisen und die Situation der Geldwirtschaft  die Kassen wenig gefüllt sind. Ohne Geld ka Musi.“ Aber: Das Geld sei das, was entscheidend. In der Bundesregierung müsse man sich daher unterhalten, woher das Geld komme, „für Dinge die uns etwas bedeuten, und die wir uns leisten wollen“. Stadler appelliert „an unsere Bundesregierung, dass man eine Steuerreform nicht verschiebt, sondern sie schnell angeht. Damit für all die Dinge die uns wichtig sind, und die wir erhalten wollen, das notwendige Geld in der Republik Österreich vorhanden ist. Es lebe die Militärmusik NÖ und ich gratuliere zu diesem Jubiläum!“   Pernkopf: „Verteidigungsminister muss Plan überarbeiten!“ Landesrat Stephan Pernkopf (VP) betont, für den Erhalt der Militärmusik NÖ kämpfen zu wollen. Er zitiert auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, der diese Woche bei einem Besuch in St. Pölten meinte, er hätte schon intelligentere Sparpläne auf den Tisch bekommen, als im größten Bundesland die Militärmusik einzusparen. Mitterlehner stehe hinter den Militärmusikkapellen. Eine Einsparung der Militärmusikkapelle wäre ein Anschlag auch auf die zivilen Kapellen. Jedes Unternehmen sei schlecht beraten, „wenn es sein bestes und sympathischstes Aushängeschild abschaffen will, und das ist nunmal die Militärmusikkapelle NÖ“. Und in Richtung Verteidigungsminister Klug meint Pernkopf, der selbst als Musiker (Klarinettist) seinen Präsenzdienst samt erweiterter freiwilliger Verpflichtung bei der Militärmusik NÖ abgeleistet hat: „Er wird in den nächsten Wochen seinen Plan noch einmal überarbeiten müssen. “Wir kämpfen weiter für die Militärmusik NÖ. Hoch lebe die Militärmusik NÖ.„    Videos:   “Eigene Stimmungslage„ - Rede von Brigadier Striedinger   Einmarsch der Militärmusikkapelle NÖ - Abmarsch der Musikkapelle Mauer    Quartett der Militärmusik NÖ untermalt 150-Jahrfeier der Landesberufsschule St. Pölten Vorführung der Militärmusik NÖ   Rede Bgm. Matthias Stadler (SP)   Rede von Landesrat Stephan Pernkopf (VP)       Weitere Videos folgen   FOTOSERIE vom FESTAKT    Am Festakt in St. Pölten teilnehmende Kapellen aus NÖ: Musikverein St. Peter in der Au, Kremnitztaler Musikvervein Neidling, Stadtkapelle Allentsteig, Musikverein Behamberg, Musikverein “Lyra„ aus Wiener Neudorf, Trachtenkapelle Bad Großpertholz, Musikverein Göttendorf an der Leitha, Musikverein Gföhl, Trachtenkapelle Edlitz-Thomasberg-Grimmenstein und Musikverein Hochneukirchen, Musikverein Rußbach, Musikkapelle Mauer, Musikverein Maria Laach, Polizeimusik Niederösterreich und als Gastgeber die Militärmusik Niederösterreich. _____________________ TIPS ST. PÖLTEN Printausgabe und OnlineRedaktion: Werner Pelz, Tel.: 0676 700 11 75, Mail: w.pelz@tips.at bzw. we_pe@gmx.atWerbeberatung: Christine Renner, Tel.: 0664 815 76 93, Mail: c.renner@tips.at   Weitere Artikel aus St. Pölten

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