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Unfallbilanz 2023: Zahl der Verkehrstoten hat im Bezirk Urfahr-Umgebung zugenommen

Mag. Jacky Stitz, 21.05.2024 10:41

URFAHR-UMGEBUNG. „Im Jahr 2023 kamen im Bezirk Urfahr-Umgebung vier Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben, weiters gab es 467 Verletzte - davon 95 schwer“, so die Bilanz des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer aktuellen Presseaussendung. Kein einziger Bezirk in Oberösterreich erreichte im Vorjahr das Ziel „null Verkehrstote“.

Verkehrsunfälle: steigende Zahlen bei den Toten und Schwerverletzten im Bezirk Urfahr-Umgebung im Jahr 2023. (Foto: Symbolbild: Vowe)
Verkehrsunfälle: steigende Zahlen bei den Toten und Schwerverletzten im Bezirk Urfahr-Umgebung im Jahr 2023. (Foto: Symbolbild: Vowe)

Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, dann gibt es nur eine akzeptable Anzahl, nämlich null. Dieses Ziel wurde im Vorjahr leider in keinem oberösterreichischen Bezirk erreicht, so die Mobilitätsorganisation VCÖ in einer Presseaussendung. Während landesweit die Zahl der Verkehrstoten um fünf zurückging, nahm die Zahl der Verkehrstoten in sechs Bezirken zu. Die meisten Todesopfer waren im Bezirk Linz-Land mit neun zu beklagen. Die meisten Schwerverletzten im Straßenverkehr verzeichnete die Landeshauptstadt Linz. Der VCÖ betont, dass mit unfallvermeidenden Maßnahmen die Verkehrssicherheit zu erhöhen ist.

75 Menschen kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich ums Leben

Zwischen den Bezirken gab es bei den tödlichen Verkehrsunfällen große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Während in den Bezirken Eferding und Gmunden jeweils ein Todesopfer zu beklagen war, kamen im Bezirk Braunau acht Menschen im Straßenverkehr ums Leben und im Bezirk Linz-Land sogar neun.

In sechs Bezirken (Freistadt, Grieskirchen, Perg, Ried, Urfahr-Umgebung und Wels Land) nahm die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Jahr 2022 zu. Von den drei Statutarstädten erreichte Steyr so wie auch im Jahr 2022 das Ziel kein tödlicher Verkehrsunfall.

Allgemein weniger Schwerverletzte in OÖ, aber steigende Zahlen in Urfahr-Umgebung

Die Zahl der im Straßenverkehr Schwerverletzten ist in Oberösterreich um 48 gesunken. Aber mit 1.272 war die Zahl der Schwerverletzten auch im Vorjahr hoch. Die höchste Anzahl an Schwerverletzten verzeichnete Linz mit 125, vor dem Bezirk Braunau mit 104 und dem Bezirk Vöcklabruck mit 101. In sieben Bezirken (Eferding, Freistadt, Grieskirchen, Kirchdorf, Linz Land, Urfahr-Umgebung, Wels Land) sowie in Linz und Steyr stieg im Vorjahr die Zahl der im Straßenverkehr Schwerverletzten.

Geschwindigkeit

„Ein zentraler Faktor, ob es überhaupt zu einem Unfall kommt und auch den Schweregrad der Folgen bestimmt, ist die Geschwindigkeit. Ein niedrigeres Tempo bedeutet nicht nur einen kürzeren Anhalteweg, wodurch das Unfallrisiko sinkt. Ist das Tempo niedriger sinkt auch im Fall eines Unfalls die kinetische Energie, die bei einem Zusammenstoß frei wird und die Unfallschwere wesentlich beeinflusst“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Die Formel der kinetischen Energie lautet: Ein halb mal die Masse mal der Geschwindigkeit zum Quadrat. Ein Pkw, der auf der Freilandstraße bei Tempo 80 einen Anhalteweg (Reaktions- und Bremsweg) von 51 Metern hat, steht mit Tempo 100 erst nach 74 Metern und hat nach 51 Metern noch eine Geschwindigkeit von über 60 km/h, verdeutlicht der VCÖ.

Mehr Rücksicht als Gebot der Stunde

In Städten und Gemeinden wiederum ist die Verkehrssicherheitsarbeit an den Schwächsten im Verkehr auszurichten. Das sind Fußgänger, insbesondere ältere Menschen und Kinder. „Ein Verkehrssystem, das für ältere Menschen und Kinder sicher ist, ist für alle anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auch sicher. Wir dürfen eines nicht vergessen: Wo Menschen unterwegs sind passieren Fehler. Umso wichtiger ist es, das Verkehrssystem so zu gestalten, dass Fehler möglichst keine fatalen Folgen haben“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge, ausreichend breite Gehwege sind sehr wirksame Maßnahmen, um die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger in den Gemeinden und Städten zu erhöhen.

Aber auch außerhalb des Ortsgebiets muss die Verkehrsplanung stärker auf Fußgänger Rücksicht nehmen. „Wenn beispielsweise bei einer Bus-Haltestelle entlang einer Freilandstraße eine sichere Straßenquerung oder ein Gehweg zur Haltestelle fehlt, dann ist das eine Gefahrenstelle, die zu beseitigen ist“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. Der VCÖ bietet derzeit Bürgern die Möglichkeit an, Straßenabschnitte, wo es Verbesserungen für Fußgängerinnen und Fußgänger braucht, in einer Online-Karte auf http://www.vcoe.at einzutragen. Die Einträge werden gesammelt an die jeweils zuständige Gemeinde oder Stadt übermittelt.

Für Jugendliche und junge Erwachsene sind zudem Nachtbusse und Anrufsammeltaxis eine wichtige Maßnahme, um schwere Unfälle insbesondere am Wochenende zu verhindern, betont der VCÖ.

Problemstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger melden: https://map.vcoe.at/gehen/

VCÖ: Das Ziel null Verkehrstote kann heuer kein oberösterreichischer Bezirk erreichen – von den Statutarstädten nur Steyr (Verkehrstote und Verletzte 2023)

Bezirke: Überblick der Verkehrstoten und Verletzten vom Jahr 2023

Bezirk Eferding: 1 Verkehrstoter / 178 Verletzte, davon 37 schwer

Bezirk Gmunden: 1 Verkehrstoter / 541 Verletzte, davon 99 schwer

Bezirk Steyr Land: 3 Verkehrstote / 277 Verletzte, davon 41 schwer

Bezirk Perg: 3 Verkehrstote / 329 Verletzte, davon 52 schwer

Bezirk Schärding: 4 Verkehrstote / 294 Verletzte, davon 47 schwer

Bezirk Urfahr Umgebung: 4 Verkehrstote / 467 Verletzte, davon 95 schwer

Bezirk Wels Land: 4 Verkehrstote / 514 Verletzte, davon 65 schwer

Bezirk Rohrbach: 5 Verkehrstote / 242 Verletzte, davon 57 schwer

Bezirk Freistadt: 5 Verkehrstote / 301 Verletzte, davon 62 schwer

Bezirk Kirchdorf: 5 Verkehrstote / 337 Verletzte, davon 70 schwer

Bezirk Vöcklabruck: 5 Verkehrstote / 643 Verletzte, davon 101 schwer

Bezirk Grieskirchen: 7 Verkehrstote / 330 Verletzte, davon 57 schwer

Bezirk Ried: 7 Verkehrstote / 431 Verletzte, davon 65 schwer

Bezirk Braunau: 8 Verkehrstote / 683 Verletzte, davon 104 schwer

Bezirk Linz Land: 9 Verkehrstote / 821 Verletzte, davon 93 schwer

Statutarstädte

Steyr: kein Verkehrstoter / 263 Verletzte, davon 30 schwer

Wels: 1 Verkehrstoter / 496 Verletzte, davon 72 schwer

Linz: 3 Verkehrstote / 1.201 Verletzte, davon 125 schwer


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