Welt-Down-Syndrom Tag: Selbstbestimmt leben und arbeiten dürfen

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Im Rahmen ihrer Tätigkeit fotografiert und schreibt Sarah E. für die Zeitung „Ich und Wir“. Fotos: Diakoniewerk
Mag. Michaela Maurer Online Redaktion, 21.03.2018 08:01 Uhr

GALLNEUKIRCHEN. Sarah E. arbeitet seit 2005 in der Medienwerkstätte des Diakoniewerks und ist dort Redakteurin für die Zeitung „Ich und Wir“. Sarah hat Morbus Down und wünscht sich am 21. März, dem Welt-Down-Syndrom Tag, dass es keine Vorurteile mehr gibt gegenüber Menschen mit Behinderungen.
 

Das Datum 21.3. ist gleichzeitig Symbol für Trisomie 21, wie das Down-Syndrom auch genannt wird - da das 21. Chromosom dreifach, statt wie üblich zweifach vorliegt. Dieses zusätzliche Chromosom trägt jene Gene, die Menschen mit Down-Syndrom so unverwechselbar machen. Menschen mit Down-Syndrom haben, wie alle anderen auch, unterschiedliche Talente und Begabungen und erreichen Lernziele in ihrem individuellen Entwicklungstempo.

„Wir haben auch ein Recht auf Arbeit“ 

Auch Sarah hat ihre Talente und Fähigkeiten schon lange entdeckt. Die 28-jährige arbeitet seit 13 Jahren in der Kunstwerkstatt Medien des Diakoniewerks in Gallneukirchen und widmet sich dort vor allem der Fotografie und dem Schreiben. Eine eigene Zeitung in Leichter Sprache, die Produktion von speziell gestalteten Notizbüchern, das Veredeln von Schokolade mit besonderen Banderolen zählen zu ihren Aufgabenbereichen. Selbständig zu sein ist der jungen Frau besonders wichtig. Für Sarah ist es beinahe ein Privileg, einen Arbeitsplatz zu haben. „Ich wünsche mir, dass andere, die auch Morbus Down haben, eine Arbeit bekommen. Weil wir haben auch ein Recht auf Arbeit. Ich bin sehr froh, dass ich eine Beschäftigung habe.“ Sarah steht mit beiden Beinen im Leben, führt Besuchergruppe durch das Haus Bethanien und stellt ihre Arbeit in der Kunstwerkstatt Medien voller Selbstbewusstsein vor. „Ich bin auch Interessensvertreterin“, sagt die junge Frau, die Meinungsfreiheit für alle einfordert.

 Selbstbestimmung

„Als Diakoniewerk begleiten wir Menschen dabei, gemäß ihren Fähigkeiten und Interessen arbeiten zu können. Dabei stehen Selbstbestimmung und Alltags-Normalität im Vordergrund, gleich ob Betroffene in Werkstätten oder in der Integrativen Beschäftigung in einem Betrieb arbeiten. Wenn begleitete Mitarbeiter von sich sagen: ich arbeite, dann haben wir unsere begleitende Rolle gut wahrgenommen“, unterstreicht  Josef Scharinger, Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks.

Weniger Menschen mit Down-Syndrom

Weltweit leben etwa fünf Millionen Menschen mit Down-Syndrom, in Österreich sind es etwa 9.000 Menschen (Quelle: Wiener Down-Syndrom-Ambulanz). Heute wird die Zahl der Menschen mit Down-Syndrom, wie auch jener mit Behinderung aufgrund der Pränatal Diagnostik immer kleiner. Laut internationalen Studien ist die Diagnose „Down-Syndrom“ an unangefochtener erster Stelle (zirka 92 Prozent) der Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch.

Sinnerfülltes Leben mit Behinderung

Frühkindliche Förderung und Therapie bedeuten größere Chancen auf ein weitgehend autonomes Leben als Erwachsener. Das Diakoniewerk bietet sehr erfolgreich Physiotherapie, Logopädie, Ergo-, Musik- und Tanztherapie, wie auch Familienberatung in den neun Therapiestandorten in Oberösterreich, Salzburg und Tirol an. „Wir wollen durch unsere Angebote betroffenen Familien Mut machen und zeigen, dass es viele Möglichkeiten der Förderung gibt, die die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen und so ein sinnerfülltes Leben mit Behinderung möglich machen“, unterstreicht Josef Scharinger.

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